„Ich kann auch lustig sein“ Innenverteidiger Adam Sušac über die Familie und den neuen VfL Osnabrück

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Zweikampfstark: Innenverteidiger Adam Sušac (rechts), hier im Zweikampf mit dem Uerdinger Stefan Aigner. Foto: Helmut KemmeZweikampfstark: Innenverteidiger Adam Sušac (rechts), hier im Zweikampf mit dem Uerdinger Stefan Aigner. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Er isst rohe Zwiebeln, liebt das Familienleben – und gehört als Innenverteidiger zu den Dauerbrennern im Team des VfL Osnabrück. Adam Sušac weiß auch, wie man aus der 3. Fußball-Liga in die 2. Bundesliga aufsteigt.

Herr Sušac, eines vorweg: Ich habe gehört, dass Sie ein spezielles Rezept zum Schutz vor Grippeerkrankungen haben.

Ich glaube, die letzte richtige Grippe hatte ich, als ich sieben oder acht Jahre alt war. Ich ernähre mich seitdem regelmäßig mit rohen Zwiebeln, esse oft Knoblauch als Zutat und trinke Wasser mit Zitrone. Das hilft.

Sie sind seit dem vergangenen Jahr beim VfL. Vermissen Sie Ihre Heimat?

Meine Frau und meine kleine Tochter sind ja schnell nachgekommen. Ansonsten leben unsere Familien in Kroatien. Ich vermisse sie schon, vor allem meinen Bruder. David ist gerade 20 Jahre alt geworden.

Und auch ein Fußballer, oder?

Klar. Er spielt im Moment in der dritten kroatischen Liga. Er ist auch ein Innenverteidiger.

Mit der Qualität eines Adam Sušac?

Im Moment sicher noch nicht. Aber mal schauen, vielleicht schafft er auch noch den Sprung nach Deutschland.

Zurück zu Ihnen. Sie wirken oft traurig – oder täuscht der Eindruck?

Traurig? Nein. Ich bin vielleicht ein ernster Typ. Die meisten Menschen sehen mich ja meistens nur an Spieltagen. Und da konzentriere ich mich voll auf meinen Job – mit dann ernstem Gesichtsausdruck. Außerhalb des Spielfelds kann ich auch lustig sein (lächelt).

Sie gehören zu den Dauerbrennern im Team des VfL. In dieser Saison läuft es für Sie besonders gut, oder?

Ja, obwohl die Konkurrenz größer geworden ist. Die Jungs auf meiner Position haben alle Qualität: Felix Schiller, Maurice Trapp und auch unser Youngster Tim Möller. Die Konkurrenz tut uns allen gut.

Haben Sie sich im Sommer denn Sorgen gemacht, als gerade auf Ihrer Position Neuverpflichtungen kamen?

Natürlich macht man sich Sorgen um den Stammplatz. Das ist normal. Aber ich bin Profi, habe das Signal erkannt und von Anfang an Vollgas gegeben. Ich fühle mich fitter als im Vorjahr. Auch wenn ich nie Gewichtsprobleme hatte: Ich habe zur neuen Saison trotzdem noch zwei Kilo abgenommen – und fühle mich dadurch besser und noch beweglicher.

Sie sind 29 Jahre alt. Fühlen Sie sich als Führungsspieler, der auch als Ratgeber für die jüngeren Profis auftritt?

Ein bisschen schon. Ja, und ich gebe den Jungs auch mal Ratschläge. In einem Spiel habe ich den Felix Agu sogar richtig angeschrien – das tat mir anschließend leid. Nach dem Spiel ist so etwas aber vergessen.

Was läuft aus Ihrer Sicht in dieser Saison anders und besser als in der vorherigen Spielzeit?

Die gesamte Mannschaft verteidigt jetzt, was in der vergangenen Saison nicht der Fall war. Schauen Sie sich zum Beispiel Marcos Álvarez an, der holt sich auch die Bälle an unserem Sechzehner. Jeder ist für den anderen da. Das Team steht im Vordergrund. Dazu werden wir vom Trainerteam immer optimal eingestellt. Merlin Polzin hat uns kürzlich noch ein Video mit den Toren gezeigt, die Borussia Dortmund bei Atlético Madrid kassiert hat. Anschauungsmaterial, das zeigt, wie wir es eben nicht machen sollen.

Vor zwei Jahren sind Sie mit Erzgebirge Aue in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Wenn Sie Ihr damaliges Team in Aue mit der Osnabrücker Mannschaft von heute vergleichen: Ist der VfL aufstiegsreif?

Ich würde sagen: Im Mentalitätsvergleich beider Truppen hat Osnabrück die Nase vorne. Spielerisch war die damalige Auer Mannschaft vielleicht einen Tick besser – aber genau das machen wir im Moment mit unserer unglaublichen Kampfkraft und Mentalität wett. Na ja, und wenn man nach 16 Spielen mit vier Punkten Vorsprung auf Platz eins steht… Mal sehen. Wir sollten jetzt sehen, dass wir zwischen Träumerei und Realität die passende Balance finden.

Ihr Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2019. Machen Sie sich schon Gedanken über die Zukunft?

Klar, macht man sich den einen oder anderen Gedanken. Das ist im Moment aber alles noch weit weg. Egal, was passiert, ich kann mir schon vorstellen, längerfristig in Osnabrück zu bleiben.


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