Das sagen der VfL und die Mannschaft zum Stimmungsboykott Protest gegen Montagspiel: VfL-Ultras wollen schweigen

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Gemeinsamer Jubel über einen historischen Sieg: Nach dem ersten Erfolg in Braunschweig seit 58 Jahren feierten Fans und Ultras der Violet Crew zusammen mit den Spielern vor der Fankurve. Foto: osnapix/Michael TitgemeyerGemeinsamer Jubel über einen historischen Sieg: Nach dem ersten Erfolg in Braunschweig seit 58 Jahren feierten Fans und Ultras der Violet Crew zusammen mit den Spielern vor der Fankurve. Foto: osnapix/Michael Titgemeyer

Osnabrück. Aus Protest gegen die Montagsspiele und die Zerstückelung des Spielplans ruft die Ultra-Gruppe „Violet Crew“ zum Stimmungsboykott beim Topspiel am Montag gegen den KFC Uerdingen auf. Was sagt der VfL Osnabrück dazu? Was meinen die Spieler?

Violet Crew: Montags könnt´ ich kotzen

Auf Ihrer Website begründen die Ultras unter der Zeile „Montags könnt´ ich kotzen“, warum sie gegen Montagsspiele sind. Zum einen sehen sie – wie viele andere Fans auch – die Zersplitterung der Spieltage als eine der Folgen der Kommerzialisierung des Fußballs an. Dass dabei auf Interessen der Fans immer weniger Rücksicht genommen werde, macht die Montagsspiele zu einem Ziel und zum Symbol massiven Protests, wie er in der letzten Bundesliga-Saison in friedlicher Form praktiziert wurde.

Konsequenz der Ultras: Verzicht auf Stimmung

Es sei eine „absolute Zumutung, für nahezu alle Fans, die ihren Verein auch auswärts im Stadion sehen wollen, dies an einem Montag tun zu müssen“, heißt es in der Erklärung. Die Konsequenz der Ultras: Verzicht auf Inszenierung und Koordinierung von Stimmung im Stadion beim Spiel am Montag gegen Uerdingen.

Aufforderung an Fans und Zuschauer

„Wir werden nicht das schmückende Beiwerk für Live-Übertragungen sein, die in ihrer Entstehung, Ausgestaltung und Intention den Interessen von uns Fußballfans, die ins Stadion gehen wollen, fundamental entgegenstehen“, schreiben die Ultras und fordern die Fans und Zuschauer auf, sich dem Boykott anzuschließen.

„Die schmerzhafteste Form des Protests“

Dass sie damit die Mannschaft treffen wissen die Aktivisten: „Diese Form des Protests ist wohl die schmerzhafteste für jeden Fußballfan, aber es erscheint uns in diesen Zeiten das letzte Mittel zu sein, um noch ein Umdenken herbeiführen zu können.“

Marc Heider: Wir brauchen den 12. Mann in Bestform

Die Ultras haben mit den VfL-Profis gesprochen. „Wir können das nachvollziehen“, sagt Kapitän Marc Heider für das ganze Team, „wir möchten natürlich immer den 12. Mann in Bestform hinter uns haben – so wie in Braunschweig, als sie großen Anteil an unserem Sieg hatten.“ Diese Unterstützung würde gerade in einem Topspiel vermisst werden, aber „ich habe den Plan mit meiner Mannschaft, uns so den Arsch aufzureißen und ein Feuerwerk abzubrennnen, dass die Fans vergessen, dass es ein Montagsspiel ist.“

Sportdirektor Benjamin Schmedes: Verständnis, aber…

Mit Verständnis für die aktive Fanszene, aber auch mit Sorge über die Folgen des Boykotts äußerte sich Sportdirektor Benjamin Schmedes: „Wir respektieren die Haltung der Fans und akzeptieren den Protest, wenn er friedlich ist. Von einem Stimmungsboykott ist jedoch in erster Linie unsere Mannschaft betroffen. Mit ihren Auftritten hat sie sich uneingeschränkte Unterstützung verdient. Trotz der Ankündigung hoffen auf eine großartige und lautstarke Kulisse – am besten von allen Seiten.“

Jürgen Wehlend: Wen trifft es in so einem Spiel?

Auch Geschäftsführer Jürgen Wehlend, der für den VfL ebenso wie alle übrigen Managerkollegen aus der 3. Liga dem Terminplan mit dem Montagsspiel zugestimmt hat, kann den Unmut gerade mit Blick auf das Spiel im 400 Kilometer entfernten Rostock am Montag (3. Dezember) verstehen. „Aber bei einem Stimmungsboykott darf man fragen: Wen trifft es bei einem wichtigen Spiel, in dem die Mannschaft jede Unterstützung braucht?“

VfL-Fanabteilung: Gemeinsame Erklärung mit Uerdinger Fans

In einer gemeinsamen Erklärung mit dem „Supporters Club Krefeld“ kritisiert die Fanabteilung des VfL die Montagsspiele und fordert die Abschaffung. Die Ankündigung eines Stimmungsboykotts oder die Aufforderung, dem Aufruf der Violet Crew zu folgen, gibt es nicht.


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