„Wir müssen uns nicht entschuldigen“ Viel Grund zur Freude, ein bisschen Grund zum Ärger für den VfL Osnabrück

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Mentalität ist kein Glück: Diese Aktion von Ulrich Taffertshofer verkörpert die Einstellung der Osnabrücker Mannschaft. Foto: osnapix/TitgemeyerMentalität ist kein Glück: Diese Aktion von Ulrich Taffertshofer verkörpert die Einstellung der Osnabrücker Mannschaft. Foto: osnapix/Titgemeyer

Osnabrück Seit fünf Spielen in der VfL Osnabrück Spitzenreiter, ein denkwürdiger Sieg, auswärts ungeschlagen und ein Topspiel unter Flutlicht vor Augen: Beim VfL gab es am Wochenende keinen Grund zum Ärgern. Sollte man meinen. Ein Irrtum.

Was einigen Osnabrückern querging: die Art und Weise, wie die Braunschweiger ihre Leistung beim 3:4 gegen den Spitzenreiter aufwerteten und das Ergebnis als völlig ungerecht darstellten. „Wir haben das Spiel zu 75 Prozent dominiert, uns hat nur ein Quäntchen Glück gefehlt“, sagte Trainer André Schubert nach seiner Heimpremiere. „Dieses Spiel durfte nur eine Mannschaft gewinnen, und zwar wir“, sagte Stephan Fürstner, „wir hätten sieben, acht Tore machen können.“ (Weiterlesen: Grandioser 4:3-Sieg des VfL Osnabrück in einem Klassespiel)

Das war dann doch ein wenig übertrieben, denn die Eintracht warf zwar nach dem 2:4 alles nach vorn und erzeugte Druck, doch außer dem Anschlusstreffer von Manuel Janzer hatten die Braunschweiger nur eine klare Chance, die Nils Körber gegen Onur Bulut vereitelte.

„Es war ein glücklicher, aber kein unverdienter Sieg“, sagte Trainer Daniel Thioune, der nicht direkt auf die Braunschweiger Analysen einging, „wir müssen uns nicht entschuldigen, dass wir hier gewonnen haben. Die Jungs haben wieder unglaublich viel investiert, und sie haben vier Tore erzielt, von denen drei ganz stark herausgespielt waren.“ Ähnlich sah es Sportdirektor Benjamin Schmedes: „Wir erzielen vier Treffer in einem Auswärtsspiel. Dies wird sicher nicht nur am fehlenden Glück des Gastgebers gelegen haben.“

Foto: NOZ MEDIEN

Und auch nicht an einem umstrittenen Elfmeter, den Trainer Schubert als „unberechtigt“ bezeichnete. Als Beweis für diese Einordnung taugen die TV-Bilder nicht; zu sehen ist, wie Fürstner VfL-Stürmer Álvarez mit dem Arm nach unten drückt. „Der Linienrichter hatte einen optimalen Blick auf den Zweikampf – und er hat sofort Elfmeter signalisiert“, betonte Thioune.

Dass dem Spitzenreiter vor allem in der ersten Halbzeit beim vehementen Ansturm der starken Braunschweiger das Glück zur Seite stand, bestritt kein VfLer. Thioune hatte an der Defensivreihe einiges auszusetzen, insbesondere an den Außenverteidigern Felix Agu und Bashkim Renneke: „Aber erstens ist keiner von beiden ein ausgebildeter Außenverteidiger, und zweitens haben beide jeweils ein Tor vorbereitet.“

Selbstvertrauen und Mentalität

Für Thioune zählten das Selbstvertrauen und die Mentalität der Mannschaft: „Da ist bei den Rückständen kein Kopf nach unten gegangen, alle sind sofort wieder marschiert. Es war kein Zufall, dass wir jeweils innerhalb von zwei Minuten ausgeglichen haben!“

Diese Haltung zeigte auch der 19-jährige Agu, der mit einem eher unglücklichen als ungeschickten Eigentor das 0:1 erzielt hatte. „Komm, Junge, du machst ein geiles Spiel. Weiter so“ – mit diesen Worten baute Uli Taffertshofer den Youngster danach auf. Und so freute sich das ganze Team für und mit Agu, als der 86 Sekunden später das 1:1 durch ein Eigentor von Valsvik mit einem Solo erzwang.

Am Dienstag beginnt der Countdown für das Topspiel am Montag (5. November, 19 Uhr) gegen KFC Uerdingen. Der VfL darf mit einer großen Kulisse rechnen. Wenn alle kommen, die das Wort „Aufstieg“ in den Mund genommen haben, müsste die Bremer Brücke ausverkauft sein. Für Thioune und seine Spieler ist das kein Tabuwort, aber die Mannschaft und ihr Coach ticken etwas anders. „Es ist doch ganz einfach“, sagt Thioune, „wir sind Tabellenführer – und das wollen wir auch am 5. November sein.“


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