Nach 1:0 gegen Fortuna Köln Erster VfL Osnabrück: Wer oben steht, gewinnt auch solche Spiele…

Von Benjamin Kraus und Johannes Kapitza

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bekr/jka Osnabrück. Wer oben in der Tabelle steht, muss Qualität haben – braucht aber auch das berühmte Quäntchen Glück. Beim 1:0-Sieg über Fortuna Köln verfügte der VfL Osnabrück als neuer Tabellenführer der 3. Fußball-Liga über beides.

„Wir hatten Glück, dass der Gegner diesen Fehler macht“, sagte VfL- Trainer Daniel Thioune nach der Partie – und meinte die Entstehung des goldenen Tores kurz nach der Pause, als Kölns Linksverteidiger Sebastian Schiek unbedrängt über den Ball schlug. Anas Ouahim profitierte, zog das Tempo an und legte den Ball ins Zentrum, wo Marc Heider herangrätsche: Der Ball flog von dessen Fuß auf den Rasen – und sprang dann durch die Lücke zwischen Fortuna-Torwart Nikolai Rehnen und Abwehrmann Bone Uaferro ins Tor. Mit Glück und Geschick – so könnte man die Szene umschreiben.

Körber lenkt Ball an den innenpfosten

Mit Blick auf die letzte Seuchensaison kann man auch sagen: Wer mal oben steht, gewinnt auch Spiele, in denen man keinesfalls dauerhaft die bessere Elf stellt. Am Mittwoch war Fortuna Köln vor der Pause klar besser, traf aber das Tor nicht. So wurde Moritz Hartmann einmal in letzter Sekunde von Heider gestört, später verfehlte der Stürmer zweimal das Ziel. Fast im Tor gelandet wäre die über den Schlappen gerutschte Flanke von Schiek, unter der Nils Körber hinwegtauchte. Dann aber war der insgesamt stark haltende VfL-Keeper hellwach, als er den 18 Meter-Schuss von Robin Scheu noch an den Innenpfosten lenkte.

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VfL-Trainer Daniel Thioune, der exakt auf jene Elf gesetzt hatte, die am Sonntag 1:0 in Zwickau gewann, sah vor der Pause nur eine Chance seiner Elf: Nach Schnittstellenpass von Manuel Farrona Pulido den Schuss von Heider aus spitzem Winkel, den Rehnen parieren konnte. In Ballbesitz gelang es dem VfL zu selten, die trickreichen Flügel um Ouahim und Farrona Pulido einzusetzen. Tim Danneberg konnte die Kreise von Kölns Spielmacher Maik Kegel nicht einengen und offensiv kaum Akzente setzen – sein Austausch zur Pause gegen Marcos Alvarez war folgerichtig.

Engel am Donnerstag beim MRT

Es war schon der zweite VfL-Wechsel nach Konstantin Engels Ausfall: Der Linksverteidiger hatte muskuläre Probleme im rechten Oberschenkel und wird am Donnerstag per MRT untersucht. Für ihn war Felix Agu gekommen – der Youngster, der an diesem Donnerstag seinen 19. Geburtstag feiert, zeigte einen beherzten Auftritt.

Thioune: Nach der Führung richtig gut Fußball gespielt

Einziges Problem: Der VfL war durch die Wechsel gegen große Kölner noch kleiner geworden – und bekam das zu spüren bei stets gefährlichen Standards und Flanken. Doch Osnabrück verteidigte engagiert, diszipliniert und kampfstark, während Köln zunehmend die Klarheit in den Aktionen verlor. Und als nach dem Tor die Räume da waren, kam dem VfL das Plus an Wendigkeit am Boden plötzlich zupass. So waren es nun vor allem die Dribblings von Ouahim, die dem VfL zu Chancen verhalfen: Renneke zielte zweimal zu hoch, Heider traf den Außenpfosten. Dazu scheiterte Alvarez mit einem 18-Meter-Freistoß an der Mauer – und mit einem überraschenden Schuss aus dem Mittelkreis an Rehnen, der im Rückwärtslaufen die Fäuste hochriss. „Da haben wir dann richtig gut Fußball gespielt“, sagte Thioune.


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