Osnabrück auswärts ungeschlagen Sonntagsschuss bringt VfL in Zwickau verdienten Lohn

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Zwickau. Eine ungeahnte Auswärtsstärke verhilft dem VfL Osnabrück zum Höhenflug: Mit dem 1:0-Sieg beim FSV Zwickau kletterten die Lila-Weißen auf den Relegationsrang. Auswärts ist der Fußball-Drittligist in dieser Saison noch ungeschlagen. Zum Abheben besteht trotzdem kein Grund.

Aus Sicht von Trainer Daniel Thioune war es das „erwartet schwere Spiel“, aber der VfL löste seine Aufgabe mit Bravour. Die meiste Zeit gaben die Lila-Weißen den Ton an, erarbeiteten sich Chancen und mussten sich nur vorwerfen lassen, dass sie kein Tor erzielten. Das änderte Bashkim Renneke mit einem Sonntagsschuss, aber der hatte es in sich.

Beherztes Solo endet mit Tor in den Winkel

Eine Osnabrücker Chance schien wieder einmal verpufft. Der eingewechselte VfL-Debütant Alexander Riemann hatte gerade die zehnte Ecke des VfL in den Strafraum getreten, Zwickau klärte, aber spielte im Mittelfeld einen von vielen ungenauen Pässen. Den erlief sich Renneke in der eigenen Hälfte, setzte zum beherzten Solo an, wurde nicht angegriffen und brachte den Ball aus rund 25 Metern und vollem Lauf rechts oben im Torwinkel unter (72.).

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Zielstrebig nach vorn, aber dann fehlt der Abschluss

„Man hofft als Trainer, dass die eigene Mannschaft ein Tor macht, bevor man dafür bestraft wird, dass man so viele Chancen ausgelassen hat“, räumte Thioune ein. Der VfL wartete zunächst ab, kombinierte sich nach Ballgewinnen zielstrebig nach vorn, aber entweder fand sich im Strafraum kein Abnehmer, ein Zwickauer hatte im letzten Moment den Fuß dazwischen, oder Matti Kamenz zeichnete sich aus. Erst riss der FSV-Torwart den linken Arm hoch und wehrte Marc Heiders 16-Meter-Schuss nach zwei öffnenden schnellen Pässen von Ulrich Taffertshofer und Tim Danneberg ab (31.).

Zum Nachlesen: Der Liveticker aus Zwickau

Kamenz hält Zwickau im Spiel

In der zweiten Halbzeit parierte Kamenz glänzend gegen Manuel Farrona Pulido (64.), der den Vorzug vor Marcos Álvarez erhalten hatte. Kurz darauf lenkte er einen Distanzschuss von David Blacha mit den Fingerspitzen noch an die Latte (65.), bevor er bei Rennekes Traumtor machtlos war. „Es war ein Sonntagsschuss, der passte. Im Ergebnis war der Sieg aber völlig verdient“, befand Thioune über den „magic moment“ des Rechtsverteidigers, dessen Einsatz wegen eines grippalen Infekts fraglich gewesen war.

Zwickaus 30-Meter-Freistoß an die Latte

Fast hätte auch der FSV so einen magischen Moment erlebt, aber ein 30-Meter-Freistoß von René Lange klatschte an die Latte (79.). Ein Treffer des FSV hätte den Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt. Vor der Pause hatte Julius Reinhardt die größte Chance, als er eine Kopfball-Verlängerung von Ronny König am Tor vorbeispitzelte (9.). Nils Körber, der drei Wochen nach seinem Muskelfaserriss sein Comeback gab, wäre noch zur Stelle gewesen.

Bonga läuft sich fest, König ist abgemeldet

Viel mehr bot der FSV nicht: Oft fingen die Lila-Weißen gedankenschnell die Zuspiele ab und schalteten schnell auf Angriff um. Der schnelle Tarsis Bonga kam nicht an den VfL-Verteidigern vorbei, Ronny König war bei hohen Zuspielen abgemeldet. Erst nach dem 0:1 warf der FSV wütend alles nach vorne, aber außer einem Reinhardt-Kopfball nach einer Ecke (77.) ließ der VfL nichts zu – erst recht nicht aus dem Spiel.

Thioune: Es hätten mehr Tore sein können

Grafik: NOZ Medien/Hente

„Ich bin mehr als zufrieden“, resümierte Thioune. Im vierten Auswärtsspiel blieb der VfL unbesiegt. Auf fremden Plätzen steht nur ein Gegentor (beim 1:1 in Halle) in der Statistik. Der Torabschluss bleibt derweil ausbaufähig. Das Eckenverhältnis von 13:2 zugunsten des VfL drückte die Überlegenheit der Gäste deutlich aus. „Es hätten mehr Tore sein können. Den Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen. Wenn einer was zu meckern hat, dann kann er das da anbringen“, räumte Thioune ein. Allein deshalb werde sein Team auch als Tabellendritter nicht abheben, ist der Trainer überzeugt: „Wir sind demütig und freuen uns, dass uns dieser Dosenöffner gelungen ist und wir wenigstens einmal das Tor getroffen haben.“ Drei Punkte gab es dafür trotzdem – ein verdienter Lohn für einen engagierten Auswärtsauftritt im Stile einer Heimmannschaft.


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