KSC mit neuem Selbstvertrauen Karlsruhes Mittelfeldmann Lorenz: Wir werden in Osnabrück Vollgas geben

Von Marius Bücher

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Kandidat für die Karlsruher Startelf: Marc Lorenz. Foto: imago/RevierfotoKandidat für die Karlsruher Startelf: Marc Lorenz. Foto: imago/Revierfoto

Karlsruhe Für David Pisot ist die Rückkehr an die Bremer Brücke keine Partie wie jede andere. „Für mich persönlich ist es ein besonderes Spiel. Ich kenne noch viele Leute dort, ich freue mich darauf“, sagt der Kapitän des Karlsruher SC, der von 2012 bis 2016 für den VfL Osnabrück die Fußballschuhe schnürte.

Die Drittliga-Begegnung an diesem Samstag (14 Uhr) ist auch für Pisots Teamkollegen von nicht unerheblichem Wert. Für den Tabellen-14. geht es darum, nach durchwachsenem Start mit nur einem Sieg aus sechs Partien nicht schon früh den Anschluss nach oben zu verlieren. Vor allem der völlig missratene Heimauftritt vor der Länderspielpause gegen die Sportfreunde Lotte, bis dato siegloses Schlusslicht, hatte die Stimmung im Karlsruher Wildpark getrübt. „Das war für uns alle natürlich ein kleiner Schock“, sagt auch Pisot über die bittere 1:3-Niederlage, die er selbst mit einem unglücklichen Eigentor früh eingeleitet hatte.

„Pause gut genutzt“

Überhaupt hatte der KSC bei seiner ersten Saisonpleite einen rabenschwarzen Tag erwischt: Die Einstellung stimmte nicht, das Taktik-Experiment mit einem 4-1-3-2-System misslang und wurde bereits nach einer guten halben Stunde von Cheftrainer Alois Schwartz korrigiert. Inzwischen hat man in Karlsruhe aber das Lotte-Desaster abgehakt und blickt mit einiger Zuversicht nach vorne. „Wir haben die Pause gut genutzt“, meint Schwartz und führt die drei Testspiele gegen den südbadischen Achtligisten SV Sasbach (10:0), das österreichische Zweitliga-Team Austria Lustenau (3:0) und die mexikanische U21 (2:2) als Belege an. Für Schwartz besonders wichtig: „Die Stürmer haben wieder getroffen und sich dadurch ein gutes Gefühl geholt.“ Nun soll auch in der Liga offensiv endlich der Knoten platzen. Bisher reichte es gerade einmal zu mageren fünf Toren, nur zwei Mannschaften in der 3. Liga trafen noch seltener.

Muslija-Abgang schmerzt

Seine Offensiv-Formation des Vertrauens hat Schwartz, der bereits mehrfach in vorderster Reihe gewechselt hat, noch nicht gefunden. Hinzu kommt der für die Badener schmerzhafte Abgang von Eigengewächs Florent Muslija (20), den der klamme KSC einen Tag vor dem Lotte-Spiel und damit kurz vor Ende der Transferperiode für knapp zwei Millionen Euro zum Bundesligisten Hannover 96 ziehen ließ. Dafür war Justin Möbius, vor der Runde vom VfL Wolfsburg gekommen, zu seinem Startelf-Debüt gekommen. Zudem durfte neben dem bislang gesetzten Marvin Pourié der erst 18-jährige Malik Batmaz von Beginn an ran. Ins Team drängen nun die vor der Saison verpflichteten Saliou Sané und Kyoung-Rok Choi, die gegen Lotte als Einwechselspieler für frischen Wind sorgten. Auch Mittelfeld-Linksfuß Marc Lorenz, zuletzt gar nicht im Kader, in der Länderspielpause aber mit gelungenen Testspiel-Auftritten, ist für Samstag ein Kandidat für die Anfangsformation. „Marc Lorenz hat einen sehr guten Schritt nach vorne gemacht“, lobt auch Trainer Schwartz den 30-Jährigen.

Lorenz selbst hofft darauf, am Samstag wieder auf dem Platz stehen zu dürfen. In jedem Fall rechnet er mit einer schwierigen Aufgabe. „Osnabrück, Bremer Brücke, da ist es immer sehr eklig zu spielen. Gerade jetzt haben sie sehr viel Rückenwind“, weiß Lorenz. Mit richtig viel Selbstvertrauen sind die Karlsruher dagegen im Moment nicht ausgestattet. Immerhin: Mit Ausnahme des Lotte-Spiels stand die Defensive bislang recht sicher. Die Viererkette mit den erfahrenen Pisot und Daniel Gordon im Zentrum sowie Maro Thiede und Damian Roßbach auf den Außenbahnen erwies sich bislang als solide, Torhüter Benjamin Uphoff dahinter zählt ohnehin zu den besten Schlussmännern der Liga.

Auswärts gepunktet

Was dem KSC für das Gastspiel in Osnabrück ebenfalls Mut macht: Während zu Hause in drei Spielen nur zwei Zähler eingefahren wurden, kann man mit der Ausbeute auf fremden Plätzen durchaus zufrieden sein. Gegen die Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig (1:1) und 1. FC Kaiserslautern (0:0) nahm die Schwartz-Truppe jeweils einen Punkt mit, bei Fortuna Köln (1:0) glückte gar der bislang einzige Sieg der noch jungen Runde. Lorenz kündigte schon einmal an: „Wir werden in Osnabrück Vollgas geben und versuchen, den Dreier auf jeden Fall mitzunehmen.“


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