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„Unterschiedliche Auffassungen“ VfL-Präsidium bedauert Lehkers Rücktritt – Wollitz befürchtet Auswirkungen

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<em>Getrennte Wege:</em> Ex-Präsident Gert Lehker und Jetzt-Präsident Christian Kröger (l.). Foto: Helmut KemmeGetrennte Wege: Ex-Präsident Gert Lehker und Jetzt-Präsident Christian Kröger (l.). Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Das Präsidium des VfL Osnabrück hat am frühen Donnerstagabend in einer schriftlich verbreiteten Stellungnahme den am Mittwoch vollzogenen Rücktritt des bisherigen Vizepräsidenten Gert Lehker bedauert. Gleichzeitig wurde bestätigt, dass es „unterschiedliche sachliche Auffassungen über die zukünftige Philosophie zur Neuausrichtung des Vereins“ gegeben habe. VfL-Trainer Claus-Dieter Wollitz befürchtet indes, dass die erneute Unruhe im Club Auswirkungen auf die Leistung seines Teams haben könnte.

Wenige Stunden nach Veröffentlichung der Präsidiumserklärung äußerte sich Clubchef Christian Kröger gegenüber unserer Zeitung zum Rücktritt: „Die Erklärung ist mit Herrn Lehker abgestimmt. Die Differenzen bestehen darin, welche Risiken der VfL in seiner aktuellen wirtschaftlichen Situation eingehen kann. Da gibt es unterschiedliche Meinungen zwischen Herrn Lehker und dem restlichen Präsidium.“ Gleichwohl sei der Verein Lehker, der vom 6. Februar bis 8. Dezember 2012 an der VfL-Spitze stand, großen Dank schuldig. Dass das kooptierte Vorstandsmitglied Jürgen Vortmann sofort Lehkers Posten als Vizepräsident übernimmt, wollte Kröger nicht bestätigen: „Darüber ist noch nicht gesprochen worden.“

Zwei Tage vor dem bislang nicht gefährdeten Liga-Spiel bei der SpVgg Unterhaching (Samstag, 14 Uhr, TV-Live-Stream im BR) beklagte sich Trainer Claus-Dieter Wollitz über die nach seiner Ansicht unzureichende Informationspolitik durch die Vereinsspitze in der Causa Lehker. Bis Donnerstag, 17 Uhr, hatte sich nach Angaben des Coaches noch niemand aus dem Präsidium mit ihm in Verbindung gesetzt. „Was ich weiß, weiß ich aus der Zeitung. So geht man mit leitenden Angestellten nicht um“, beklagte sich der 47-Jährige, der auch die Position des Sportdirektors bekleidet.

Dementsprechend habe Wollitz passen müssen, als er in einem Gespräch mit der Mannschaft nach dem Training mehrfach gefragt worden sei, weshalb Lehker von seinem Amt zurückgetreten sei. Zumal Lehker der „präsidiale“ Ansprechpartner für einen Großteil des Teams gewesen sei, als dieses innerhalb kurzer Zeit im Sommer 2012 zusammengestellt worden sei.

Für Wollitz kommen die neuen Querelen zur Unzeit: „Ich habe mich mehrfach öffentlich dafür ausgesprochen, dass man sich in den kommenden drei Monaten bis zum Saisonende möglichst nur auf den Fußball konzentrieren soll. Das geht hier in Osnabrück aber offensichtlich nicht.“ Nach seiner Einschätzung wird es jetzt schwer, Nebenaspekte, die nichts mit dem reinen Fußballspiel zu tun haben, auszublenden.


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