3:6 gegen Kiel nach 0:6 gegen BVB VfL Osnabrück verliert 3:12 nach 180 Minuten: Doppelschicht zu heftig?

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Verschiedene Gewichtsklassen: David Blacha für den VfL Osnabrück im Duell mit dem Ex-Osnabrücker Dominic Peitz von Holstein Kiel. Foto: Cathrin MuellerVerschiedene Gewichtsklassen: David Blacha für den VfL Osnabrück im Duell mit dem Ex-Osnabrücker Dominic Peitz von Holstein Kiel. Foto: Cathrin Mueller 

Ahlerstedt Zwei Spiele in 17 Stunden, addiertes Resultat 3:12. War der Doppel-Test des Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück gegen Erstligist Borussia Dortmund (0:6) und Zweitligist Holstein Kiel doch zu heftig und kraftraubend? Wer das 3:6 von Ahlerstedt am Freitagmittag analysiert, kommt zu einer zwiespältigen Antwort.

Vor dem Spiel war aus dem Holstein-Lager gebremste Begeisterung darüber zu vernehmen, dass der VfL bereits am Abend vorher gegen den BVB über 90 Minuten gegangen war. Reaktion der Kieler: Gnadenloses Pressing und druckvolles, variables Offensivspiel von Beginn an gegen eine VfL-Elf, die kräftemäßig vorbelastet und zusammengewürfelt war aus Stammkräften wie David Blacha, Nachwuchsspielern wie Felix Agu und Neuzugängen wie Alexander Riemann. Folge: 0:3 nach 20 Minuten, 0:4 zur Pause – das entsprach dem Spielverlauf. „In der ersten Halbzeit war das recht wenig vom Gegner“, sagte Kiel-Trainer Tim Walter hinterher – ziemlich direkt.

Die Tore fielen alle nach Ballverlusten oder Fehlpässen unter Druck stehender VfLer. Erst traf Adam Sušac: per verunglücktem Rückpass an Keeper Philipp Kühn vorbei ins eigene Tor. Dann spielte Tim Danneberg per Fehlpass Kiels Heinz Mörschel vor dem VfL-Tor frei, später ging Marcos Álvarez im Zentrum angesichts einer Holstein-Übermacht zu Boden. So öffnete er den Raum zum 0:3. Dazu fehlten dem VfL zu oft Spritzigkeit und Entschlossenheit: Sso verpufften etwa Angriffe über Riemann, so fiel das 0:4 durch den Ex-Meppener Benjamin Girth bei einem Vorstoß, der an Felix Schiller zu schnell vorbeilief. „Da war Chaos bei uns auf dem Platz“, gab der Innenverteidiger zu.

VfL verliert 3:6 gegen Kiel: Viele tore, viele Baustellen

„Man kann verlieren, aber man darf sich nicht so präsentieren. Ich habe von den Jungs in der Halbzeit eine Reaktion verlangt. Sie ist gekommen“, sagte VfL-Trainer Daniel Thioune nach der Partie. In der Tat war bei Heider und vor allem bei Bashkim Renneke eine Steigerung erkennbar. Mehr noch aber trieb der Zuwachs an Struktur durch Ulrich Taffertshofer und an Kreativität durch Anas Ouahim eine VfL-Elf, die nun der Stammformation in der 3. Liga näherkam, zur Aufholjagd. Der dritte Baustein: die Befreiung aus dem Pressing durch den guten alten langen Ball – vertikal oder diagonal – gegen hoch und damit hinten offen stehende Kieler. So stand es plötzlich nur noch 3:4. Und die letzteren beiden Treffer hatte der VfL richtig schön herausgespielt. Kiel litt nun unter nachlassenden Kräften jener Spieler um Dominic Peitz, die aktuell eher in zweiter Reihe stehen. So brachte Walter in Kingsley Schindler, Jannik Dehm und Jonas Meffert Stammkräfte – und stoppte die Osnabrücker Aufholjagd. Am Ende traf Kiel noch zweimal zum klaren 3:6-Endstand. War nun die anstrengende Doppelschicht zu viel des Guten? Keinesfalls, wenn man bedenkt, dass alle VfLer gegen Hochkaräter Spielpraxis sammeln konnten und sich keiner verletzt hat – auch nicht Heider, der gegen den BVB einen Tritt auf den Arm kassierte, gegen Kiel aber mit Tapeverband ums Handgelenk wieder auflief. Die Erkenntnis, dass zur Reife einer Bundesliga-Elf noch sehr viel fehlt, muss das Team nun schnell akzeptieren und wegstecken, um im Alltag der 3. Liga seinen Erfolgsweg unbeirrt weitergehen zu können.

Der Liveticker der Partie zum Nachlesen


VfL Osnabrück: Kühn - Renneke, Susac, Schiller, Agu (87. Rüschenschmidt- Sickmann) - Blacha – Riemann (46. Ouahim), Klaas (46. Taffertshofer), Danneberg (84. Pfeiffer), Heider (62. Tigges) – Álvarez (46. Amenyido).

Holstein Kiel: Kronholm (46. Weiner) – Herrmann (65. Dehm), Karazor (65. Wahl), Thesker, van den Bergh (65. Mühling) - Peitz, Kinsombi - Okuyawa, Mörschel (65. Meffert), Lewerenz (60. Schindler)– Girth (84. Awuku)

Tore: 0:1 Susac (5., Eigentor), 0:2 Mörschel (13.), 0:3 Karazor (19.), 0:4 Girth (40.), 1:4 Heider (54., nach Ballverlust vom Kieler Karazor), 2:4 Danneberg (62., nach Pass von Ouahim), 3:4 Ouahim (68., Vorarbeit von Renneke und Blacha), 3:5 Schindler (87.), 3:6 Meffert (90.).

Gelb: 23. Álvarez/–.

Zuschauer: 60.

Schiedsrichter: Henrik Bramlage.

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