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07.09.2018, 18:09 Uhr KOMMENTAR ZUM VFL OSNABRÜCK

VfL Geschäftsführer Jürgen Wehlend – neuer Vertrag, aber weiter unter Druck

Kommentar von Harald Pistorius

Seit Anfang 2013 beim VfL Osnabrück als Geschäftsführer: Jürgen Wehlend, dessen Vertrag bis Ende 2021 verlängert worden ist. Foto: imago/osnapixSeit Anfang 2013 beim VfL Osnabrück als Geschäftsführer: Jürgen Wehlend, dessen Vertrag bis Ende 2021 verlängert worden ist. Foto: imago/osnapix

Osnabrück. Fußball-Drittligist VfL Osnabrück hat den Vertrag mit seinem Geschäftsführer Jürgen Wehlend um drei Jahre bis Ende 2021 verlängert. Der seit 2013 amtierende Manager steht nach der Kritik an den wirtschaftlichen Verlusten der letzten Zeit unter Druck. Ein Kommentar.

Die Leistung eines Geschäftsführers zu bewerten ist schwer, denn oft bestimmt im Fußball die sportliche Lage die Beurteilung des Managements. Doch weder ist Jürgen Wehlend hauptverantwortlich für den Erfolg dieser Saison noch für die Talfahrt 2017/18.

Mit der Kritik an den Verlusten muss Wehlend leben

Mit der berechtigten Kritik an den Verlusten, vor allem dem von 2016/17, muss er leben wie mit der an den Vertragsverlängerungen mit Walpurgis und Enochs. Die Gremien des Vereins haben offenbar dennoch weiter Vertrauen zu ihm.

Fußball in der 3. Liga – ein wirtschaftlicher Balanceakt

Wer die 3. Liga nicht nur auf dem Rasen verfolgt, weiß, wie schwierig es ist, in dieser unterfinanzierten und vom Profifußball ignorierten Klasse wirtschaftlich zu bestehen.

Das ändert nichts an der Pflicht einer Führung, diese Bedingungen zu verbessern und die Balance zu halten. Das verlangt einen schweren Spagat, der auch misslingen kann, denn in keiner anderen Liga ist der wirtschaftliche Erfolg so unmittelbar abhängig vom sportlichen.

Aufräumarbeiten, Lizenzerteilung und Schuldenschnitt

Wehlend musste 2013 Aufräumarbeiten in einem von Machtkämpfen geprägten Verein leisten. Dann führte er die Ausgliederung im Auftrag des Präsidiums und der Mitglieder durch, sicherte unter erschwerten Bedingungen die Lizenz und schaffte mit dem Schuldenschnitt einen Befreiungsschlag.

Übergang in ein zeitgemäßes Sportmanagement

Den Übergang in zeitgemäßes Sportmanagement leitete er mit der Verpflichtung von Benjamin Schmedes ein, sein Rückzug aus der sportlichen Verantwortung ist konsequent und richtig.

Strategiepläne müssen mit Skepsis rechnen

Umso mehr ist er daran zu messen, ob mit ihm der angekündigte Strategiewechsel gelingt, der den VfL in die 2. Bundesliga führen soll. Mitglieder und Publikum werden diese Pläne mit Skepsis beäugen, denn viele erwarten statt wohlklingender Worte und großer Ziele zunächst Bodenständigkeit, Transparenz und Sachlichkeit.


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