Götze, Weigl & Co. müssen sich beweisen Beim VfL Osnabrück: Beste BVB-Testspiel-Elf seit Jahren

Von Thomas Hennecke

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Dortmund Die mit Stars gespickte Bundesliga-Elf von Borussia Dortmund lässt sich am Donnerstag (19 Uhr, Bremer Brücke) von den Fußballern des VfL Osnabrück auf den Zahn fühlen. Auch, um prominente Bankdrücker bei Laune zu halten, mehr aber noch, um deren Leistungsstand zu überprüfen.

Schon zu Beginn der neuen Saison türmt sich ein Berg von Arbeit vor Sebastian Kehl auf. Als direkt an der Mannschaft platzierter neuer Leiter der Lizenzspieler-Abteilung muss er die Unzufriedenheit jener Spieler moderieren, denen Trainer Lucien Favre bisher nur wenig Einsatzzeit spendierte. Das sind einige in Dortmund.

An der Bremer Brücker wird wohl die bestbesetzteste Elf auflaufen, die der BVB in den vergangenen Jahren in ein Testspiel geschickt hat. Zehn Profis aus dem aktuellen 29er-Kader der Borussia repräsentieren ihre Länder in den kommenden Tagen, alle anderen Gesunden – darunter Roman Bürki, Lukasz Piszczek, Marcel Schmelzer, Mahmoud Dahoud, Shinji Kagawa und Maximilian Philipp – steigen in den Bus und fahren die 120 Kilometer über die A 1 nach Osnabrück.

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Mit besonderer Spannung wird der auf den letzten Drücker nachverpflichtete Francisco „Paco“ Alcacer erwartet. Der frisch für ein Jahr vom FC Barcelona ausgeliehene Profi läuft erstmals für Dortmund auf. Über den 24-jährigen Angreifer, für den Michael Zorc in seinen Gesprächen mit dem spanischen Meister gleich eine 23 Millionen Euro teure Kaufoption (plus fünf Millionen Euro Boni) für 2019 mitverhandelte, sagt der BVB-Sportdirektor: „Ich glaube, dass er mit seiner Art sehr gut zu uns passt.“

Dazu benötigt Alcacer Bälle, die der BVB aber in Hannover (0:0) nicht mit der üblichen Selbstverständlichkeit in die vorderste Linie transportierte. Der zuletzt in der Angriffsmitte ausprobierte Philipp litt jedenfalls massiv unter fehlendem Nachschub aus den hinteren Reihen. Noch tut sich der für insgesamt 75 Millionen Euro aufgehübschte BVB schwer, sich lästiger Gegner zu entledigen und flott und geordnet nach vorn zu kombinieren. Vor diesem Hintergrund gewinnt der beim VfL fest einplante Einsatz Mario Götzes an Gewicht: Der Nationalspieler außer Dienst will beim Drittliga-Dritten den Beweis antreten, dass er bis dato in dieser Saison zu Unrecht auf der Bank schmorte.

Watzke: Sind froh, dass wir Götze haben

Dass deshalb zuletzt der Blätterwald gehörig rauschte und einmal mehr die Karriere-Perspektiven des Edeltechnikers düster beleuchtet wurden, sei „mehr ein Medienthema“ als ein brennendes Thema im Verein, versichert Zorc. Er wünscht sich im öffentlichen Umgang mit Götze „Normalität wie bei jedem anderen Spieler“, doch das könnte selbst angesichts der jetzt schon vier Jahren Abstand zum WM-Finale von 2014 ein frommer Wunsch bleiben. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke, seit jeher ein Befürworter Götzes, stellt dem Hochbegabten immerhin ein baldiges Ende seiner Reservisten-Rolle in Aussicht: „Es wird noch viele Spiele geben, in denen wir froh sind, dass wir Mario haben.“

Weigl will sich zeigen

Wie Götze hat Ex-Kapitän Kehl allen bisher wenig beschäftigen Profis im BVB-XXL-Kader ihre Situation erklärt. „Es ist meine Aufgabe, mit den Jungs zu reden“, sagt er. Bei Julian Weigl, den der neue Trainer Lucien Favre eigenartigerweise beharrlich Christian nennt, ist die Situation noch konfliktfreier. Der Sechser startete wegen Adduktorenproblemen, die schon im Ausgang der vergangenen Saison aufgetreten waren, mit Verspätung in die Vorbereitung. Nach zwei Probeläufen in der U 23 des BVB (Regionalliga) absolviert er in Osnabrück einen weiteren Härtetest – aber den ersten mit dem Profiteam des Klubs.

Für den fünfmaligen Nationalspieler besitzt die Partie am Donnerstag einen ähnlich hohen Stellenwert wie für Götze. Im Dortmunder Mittelfeld, das auch nach dem Weggang Nuri Sahins zu Werder Bremen sowohl quantitativ wie qualitativ eine besonders hohe Dichte aufweist, kann Weigl Werbung in eigener Sache machen. Dass Favre im Kernbereich des Mittelfeldes schon früh Axel Witsel, Thomas Delaney und Dahoud zu favorisieren scheint, wird nicht in seinem Sinne sein.

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