3. Fußball-Liga: Porträt Mai vom Halleschen FC: Der Top-Joker mit dem Dutt

Von Christoph Karpe

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Zweiter Einsatz, zweites Joker-Tor: der Hallenser Sebastian Mai. Foto: Helmut KemmeZweiter Einsatz, zweites Joker-Tor: der Hallenser Sebastian Mai. Foto: Helmut Kemme

Halle Der Mini-Dutt, zu dem Sebastian Mai seinen Zopf zusammengebunden hat, fällt auf. Vielleicht will der Mann damit ein klein wenig Extravaganz ausstrahlen. Aber dafür hätte der von Preußen Münster zum Halleschen FC gewechselte Fußballer dieses modische Gimmick gar nicht gebraucht.

Mai ist nicht zu übersehen: 1,95 Meter Körperhöhe, Statur wie ein Gründerzeit-Schrank. Mai ist auch nicht zu überhören. Dann nämlich, wenn er auf dem Trainingsplatz schon mal einen Kollegen zusammenstaucht. Und Mai ist derzeit in der 3. Liga sowieso im Blickpunkt. Wegen seiner Tore für den Halleschen FC. Der 24-Jährige ist der Top-Joker in der Mannschaft von Torsten Ziegner.

Zwei Kopfball-Tore hat Sebastian Mai erzielt. Eines beim 2:0-Erfolg gegen Kaiserslautern und zuletzt das entscheidende beim 1:0-Sieg des HFC in Lotte. Das Schema war übrigens jeweils identisch: Standard, Mittelfeld-Regisseur Bentley Baxter Bahn flankte, Mai wuchtete die Kugel ins Netz. „Der Mann ist kaum zu stoppen. Wenn der angeflogen kommt, dann rappelt es“, sagt Trainer Ziegner.

Sebastian Mai hat nur ein Problem, das er mit seinem Trainer teilt. Die Frage ist: Wie kommt er in die Startelf? Denn der Ex-Lotteraner Moritz Heyer, der einen famosen Innenverteidiger in der Dreierkette gibt, hat sich auf Mais Stammposition etabliert und dazu beigetragen, dass der HFC nach zwei knappen Auftaktniederlagen drei Siege in Folge schaffte und dabei ohne Gegentor blieb.

Den Platz in der ersten Elf hatte Modellathlet Mai verloren, weil er sich im Mai beim Spiel seines damaligen Clubs Preußen Münster gegen Lotte bei einer Rudelbildung zu einer Ringereinlage hatte hinreißen lassen. Die wertete der DFB als „krasse Tätlichkeit“ und verhängte eine Vier-Spiele-Sperre; eine Partie brummte Mai noch in Münster ab, drei in Halle.

Ziegner kennt den Abwehrrecken aus zwei gemeinsamen Jahren beim FSV Zwickau. Mit einem Kopfballtor in der Relegation gegen Elversberg hatte Mai am Aufstieg 2016 Anteil. Als in Zwickau gefeiert wurde, hatte Mai schon längst in Münster unterschrieben, doch glücklich wurde er dort nicht. Ziegner schnappte zu und sieht sich bestätigt. „Sebastian ist kein Perspektiv- sondern ein Führungsspieler“, sagt der Trainer, „er wird kurzfristig Startelfspieler werden.“ Schon am Samstag im Topspiel gegen den VfL Osnabrück? Dann stellt sich die nächste Frage: Wohin mit Moritz Heyer?


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