Studium in den USA Ex-VfL-Mittelfeldmann Tom Christian Merkens: Schmerzen nicht zu ertragen

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War auf dem Weg zur festen Größe im VfL-Mittelfeld: Tom Christian Merkens wurde durch eine Fußverletzung gestoppt. Foto: imago/osnapixWar auf dem Weg zur festen Größe im VfL-Mittelfeld: Tom Christian Merkens wurde durch eine Fußverletzung gestoppt. Foto: imago/osnapix

Osnabrück. Bis zuletzt hatte er überlegt, auf Besserung gehofft und mit der Fortsetzung seiner Karriere geliebäugelt. Jetzt ist sie definitiv vorbei: Tom Christian Merkens hat seine Fußballschuhe für immer an den Nagel gehängt – und sogar Deutschland verlassen.

Der Grund: die Spätfolgen des krassen Foulspiels des damaligen Münsteraners Amaury Bischoff im Derby gegen den VfL Osnabrück. „Die Schmerzen, die ich auf dem Platz verspüre, waren auf Dauer einfach nicht zu ertragen“, sagt Merkens, der zugibt, dass ihm die Entscheidung, für immer mit dem Fußball aufzuhören, sehr schwergefallen sei. „Es tut weh, wenn man weiß, dass man nie wieder auf dem Feld stehen wird. Das ist hart, dass ich meiner größten Leidenschaft im Leben nicht mehr nachgehen kann. Vor allem jetzt, wenn man zusehen muss, wenn es überall wieder so richtig losgeht“, sagt Merkens – und die Wehmut in seiner Stimme ist deutlich herauszuhören.

Wendepunkt in Münster

Über den bitteren Wendepunkt seiner Karriere am 1. März 2014 will Merkens nicht mehr groß sprechen: Im Prinzip ist dazu auch alles gesagt. Der damals 24-jährige Neuzugang aus Havelse hatte sich – was ihm die wenigsten im Vorfeld zugetraut hatten – unter Trainer Maik Walpurgis als kampf- und spielstarker Sechser beim VfL etabliert, nicht wenige prophezeiten ihm sogar eine Perspektive zur 2. Bundesliga. Dann kam im Derby in Münster die Gelegenheit zur Volley-Direktabnahme am gegnerischen Strafraum. Diese wollte Bischoff unbedingt verhindern und hielt unfairerweise sein gestrecktes Bein in Merkens’ Schussbewegung. Der Osnabrücker zog trotzdem durch – und machte sich seinen Fuß so kaputt, dass dieser trotz einer Vielzahl an folgenden Operationen nie wieder der alte werden sollte.

„Einer der schönsten Momente meiner Karriere war trotzdem mein Comeback im VfL-Trikot, als mich das ganze Stadion bei meiner Einwechslung gefeiert hat“, erinnert sich Merkens, der auch stolz ist auf die vergangenen zwei Jahre als Stammspieler bei seinem Heimatverein TSV Havelse in der Regionalliga. „Ich wollte einfach allen zeigen, dass ich wieder auf hohem Niveau spielen kann – das ist mir gelungen. Doch letztlich waren die Schmerzen einfach zu stark“, sagt Merkens.

Leben in einer WG

Nun braucht er Abstand – und diesen holt sich der 28-Jährige, der bereits nicht mehr in Deutschland ist: Am Wochenende, als das Derby zwischen Osnabrück und Münster stieg, saß er bereits im Flieger nach San Francisco, wo er die nächsten eineinhalb Jahre leben wird. „Ich mache dort an der Uni meinen Master of International Business mit Schwerpunkt Finance – also ein internationales BWL-Studium“, erklärt Merkens. Seinen Bachelor hat er über ein Fernstudium in den letzten Jahren erworben – darauf baut er auf. „Ich gehe komplett alleine dorthin, werde in einer WG mit zwei Brasilianern und einem Türken leben. Das wird viele ganz neue Eindrücke für mich geben – darauf freue ich mich.“ Fußball wird er auch in den USA nicht mehr spielen, dafür aber die breite Spitzensportszene des Landes vor Ort begutachten.


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