Wechsel in Versicherungsbranche Ex-VfL-Kapitän Halil Savran: Es geht einfach nicht mehr

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So sahen die Fans in Osnabrück den Kapitän am liebsten: Halil Savran, der gerade einen Treffer bejubelt. Foto: imago/osnapixSo sahen die Fans in Osnabrück den Kapitän am liebsten: Halil Savran, der gerade einen Treffer bejubelt. Foto: imago/osnapix

Osnabrück. Wenn er die vergangene Saison verletzungsfrei überstanden hätte, dann wäre er möglicherweise noch heute beim VfL Osnabrück unter Vertrag. Der Inhalt seiner prall gefüllten Krankenakte zwingt Halil Savran nun dazu, das Thema Profifußball ad acta zu legen.

„Es geht einfach nicht mehr“, sagt der 33-Jährige, „von den Ärzten habe ich die klare Ansage bekommen, dass es für den Leistungssport nicht mehr reicht.“ Wer sich den Verletzungsverlauf des Mittelstürmers nur in den vergangenen beiden Spielzeiten anschaut, kann sofort nachvollziehen, dass dieser Fußballerkörper schon arg geschunden ist. Mittelfußbruch und Knorpelschaden im rechten Knie in der Saison 2016/17, Knorpelschaden im linken Knie in der Saison 2017/18. Unterm Strich brachte es Savran in dieser Zeit immerhin noch auf 23 Einsätze und sechs Tore in der 3. Liga. Zum Vergleich noch die Saison 2015/16: In dem Jahr absolvierte ein fitter Savran 36 Spiele und erzielte neun Tore.

Mehr Zeit für die Familie

Beim Blick auf diese letzten drei Jahre wird es dem Vollblutfußballer schon etwas mulmig: „Jeder weiß, dass ich nach den Verletzungen immer wie ein Verrückter daran gearbeitet habe, möglichst schnell wieder zurückzukommen. Und jeder weiß auch, wie sehr ich den Fußball liebe.“ In den vergangenen Wochen habe er oft über die Fortsetzung seiner Karriere nachgedacht. „Es gab einige Gespräche mit Joe Enochs in Zwickau. Aber es geht nicht. Mit dem Fußball ist jetzt Schluss.“

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Wenn es ein weinendes Auge gibt, dann gibt es auch ein lachendes: Als wir mit dem 33-Jährigen telefonieren, kommt er gerade bestens gelaunt von einem Zirkusbesuch mit seinen Kindern. „Die Zeit mit meiner Familie kann ich jetzt richtig genießen. Ich muss schon lange zurückdenken, wann das in dieser Form während einer Saison möglich war.“ Gerade Töchterlein Dilara wird schon die Besuche bei ihrem Papa im Stadion in Osnabrück vermissen, jetzt hat sie ihren Vater aber fast durchgängig in Berlin.

Ein besonderes Tor

Apropos Berlin: Savran startet in Kürze mit einer zweijährigen Umschulung zum Versicherungskaufmann, um bei Alpha Sports einzusteigen. Das Unternehmen steht verletzten Leistungssportlern aus Sportarten wie Fußball, Eishockey oder Boxen bei der Geltendmachung von Ansprüchen sowie bei Versicherungsfragen zur Seite. „Gerade bei diesem Thema kann ich viele Informationen beitragen.“

Also, der Fußball wird ihm auch beruflich zumindest ein wenig erhalten bleiben. „Auf die Spiele meiner früheren Mannschaften schaue ich sowieso jedes Wochenende.“ Wenn einer seine Karriere als Fußballer beendet, kommt unweigerlich die Frage nach den schönsten Momenten: „Ach, da gibt es so viele. Am präsentesten ist sicher noch das 3:1 des VfL im DFB-Pokal gegen den HSV.“ Und dann fällt ihm noch die Szene ein, die ihm einen ewigen Eintrag in die Geschichtsbücher der 3. Liga einbrachte: „Das war am 25. Juli 2008. Das erste Spiel in der neuen 3. Liga überhaupt. Und ich schieße das erste Tor in dieser Liga, damals für Dynamo Dresden in Erfurt.“


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