Zwei Álvarez-Treffer 3:0 – VfL stößt Spitzenreiter Münster vom Thron und übernimmt Platz eins

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Osnabrück. Rasse, Klasse, Top-Kulisse – Derbysieg. Und der VfL Osnabrück ist nach dem verdienten 3:0 gegen Preußen Münster vorerst Tabellenführer in der 3. Fußball-Liga.

So traten sie an: VfL-Coach Daniel Thioune zauberte auch diesmal wieder eine zumindest etwas überraschende Startelf aus dem Hut. Wie schon im Heimspiel gegen die Münchner „Löwen“ begann der VfL in der Abwehr mit einer Dreierkette – bestehend aus Adam Sušac Konstantin Engel und Maurice Trapp. Auf den Sechserpositionen starteten wie gewohnt Ulrich Taffertshofer und David Blacha, auf den Außenpositionen Bashkim Renneke (rechts) und Alexander Dercho (links). Als Zehner ging Anas Ouahim ins Rennen, in der Spitze wurden Marcos Álvarez und Marc Heider aufgeboten. Mit einer ähnlichen Grundordnung gingen auch die Preußen ins Rennen. (Weiterlesen: Der Liveticker zum Spiel)

So lief das Spiel: Ein Kampfspiel von Anfang an. Ein echtes Derby eben – mit den ersten Torchancen für die Gäste. Erst prüfte Fabian Menig VfL-Torhüter Nils Körber mit einem gefährlichen langen Ball (7.), dann hämmerte Simon Scherder einen Abpraller über das lila-weiße Tor (8.). Kurze Zeit später war Thioune gezwungen, zum ersten Mal zu wechseln. Alexander Dercho zog sich bei einem Zweikampf eine Verletzung am Knöchel zu und musste das Feld verlassen. Für ihn kam Steffen Tigges ins Spiel.

Nach 18 Minuten erspielte sich auch der VfL seine erste Torgelegenheit. Ouahim zwang Preußen-Keeper Oliver Schnitzler mit einem Drehschuss zur Glanztat. Danach hatten jedoch die Münsteraner wieder mehr vom Spiel – und Chancen durch René Klingenburg (26./33.) und eine verunglückte Abwehraktion von Osnabrücks Trapp, der eine Ecke an den Pfosten lenkte (27.). Ja, und dann kamen die „goldenen fünf VfL-Minuten“ vor der Halbzeit. Nach einer Ecke von Blacha drosch Álvarez das Leder aufs Tor, Schnitzler klatschte ab – und Trapp traf im Nachsetzen hoch ins Tor. 1:0 nach 40 Minuten. Vier Minuten später schlug noch einmal die „Freistoß-Stunde“ für Álvarez: Der Mittelstürmer zirkelte den Ball aus 18 Metern ins lange Eck – 2:0. Die Bremer Brücke bebte, der VfL wurde mit Riesenapplaus in die Kabine verabschiedet.

Die Preußen mussten in der Pause wechseln: Für den angeschlagenen Torhüter Schnitzler kam Maximilian Schulze Niehues, für Abwehrmann Dominik Lanius kam Angreifer Rufat Dadashov. VfL-Trainer Thioune ließ in der Defensive auf eine Viererkette umstellen – und die Gastgeber suchten weiter ihre Chancen in der Offensive. Ouahim hatte nach schöner Vorarbeit von Heider die Vorentscheidung auf dem Fuß – sein Schuss verfehlte das Tor jedoch knapp (60.). Auf der anderen Seite war Körber auf dem Posten und entschärfte Schüsse von Menig und Niklas Heidemann. Das Spiel ging hin und her – beide Teams agierten mit offenem Visier. Und dann die Entscheidung: Ouahim zog aus 16 Metern ab, Scherder bekam den Ball an die Hand – Elfmeter. Der zuvor schon verwarnte Scherder sah die Gelb-Rote Karte – und Álvarez verwandelte den fälligen Strafstoß zum 3:0 (67.). Das Derby war gelaufen. Münster erledigt. Doch die Preußen wollten wenigstens noch den Ehrentreffer, scheiterten aber mehrfach am glänzend aufgelegten Körber.

So war die Stimmung: Prächtig. 14100 Zuschauer, eine echte Topspiel-Kulisse – mit den deutlich besseren Support-Noten für die VfL-Anhänger.

So ist die Lage: Der VfL darf zumindest erst einmal für zwei Tage ein schönes Gefühl genießen. Durch den Sieg stehen die Osnabrücker auf Platz eins der Tabelle. Nur der ehemalige VfL-Coach Joe Enochs und sein FSV Zwickau kann den VfL nach diesem Spieltag von der Spitze stoßen. Dazu müssten die Zwickauer am Montag in Jena schon höher gewinnen.

So geht es weiter: In der kommenden Woche muss der VfL in den Osten der Republik reisen. Am Samstag, 1. September, 14 Uhr, steht das Spiel beim Halleschen FC auf dem Programm.


VfL Osnabrück: 1 Körber – 17 Sušac, 5 Engel, 18 Trapp – 7 Renneke, 8 Taffertshofer, 23 Blacha, 6 Dercho (13. 19 Tigges) – 10 Ouahim (83. 29 Krasniqi) – 9 Álvarez (77. 2 Farrona Pulido), 20 Heider.

In Reserve: 22 Kühn, 11 Pfeiffer, 13 Danneberg, 28 Möller.

Preußen Münster: 1 Schnitzler (46. 35 Schulze Niehues) – 15 Scherder, 36 Lanius (46. 9 Dadashov), 4 Borgmann – 5 Menig, 8 Pires-Rodrigues, 6 Braun, 33 Heidemann – 17 Klingenburg – 20 Hoffmann (57. 10 Kobylanski), 11 Rühle.

Tore: 1:0 Trapp (40., Linksschuss nach Abpraller), 2:0 Álvarez (44., Freistoß ins lange Eck), 3:0 Álvarez (67., Handelfmeter).

Gelb: 10. Dercho / 43. Scherder, 53. Pires-Rodrigues, 59. Dadashov.

Gelb-Rot: 66. Scherder (Handspiel).

Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Mainz).

Zuschauer: 14100 (davon etwa 1200 Preußen-Anhänger).

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