Anklage wegen versuchter Erpressung Freispruch für Fußballprofis Heider, Willers und Menga

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Die Angeklagten mit ihren Rechtsvertretern: (vorne, von links) Addy-Waku Menga, Marc Heider und Tobias Willers. Foto: KemmeDie Angeklagten mit ihren Rechtsvertretern: (vorne, von links) Addy-Waku Menga, Marc Heider und Tobias Willers. Foto: Kemme

Osnabrück. Marc Heider, aktuell Kapitän des Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück, sowie die beiden ehemaligen Osnabrücker Profis Tobias Willers und Addy-Waku Menga sind in erster Instanz vor dem Amtsgericht Osnabrück von der Anklage der versuchten Erpressung freigesprochen worden.

Die Spieler mussten sich verantworten, weil sie versucht hatten, für einen Sieg im letzten Spiel der Saison 2016/17 einen Bonus bei Spielern von Rot-Weiß Erfurt und Werder Bremen einzuwerben. Die Richterin stützte sich auf die Aussagen der drei Zeugen, die vor dem Saisonfinale 2016/17 per Whats App und telefonisch Kontakt mit den drei Fußballern hatten. Danach habe es keine ausreichenden Beweise für eine Bedrohung mit einer absichtlich herbeigeführten Niederlage des VfL Osnabrück gegen den SC Paderborn gegeben.

Initiative von Willers

Die drei Fußballer waren angeklagt wegen der versuchten Erpressung. Willers hatte vor dem letzten Spiel der Saison 2016/17 die Initiative ergriffen und versucht, bei Rot-Weiß Erfurt und Werder Bremen eine Art zusätzliche Erfolgsprämie für das Osnabrücker Spiel gegen den SC Paderborn zu erreichen. Ein Sieg des VfL gegen den abstiegsbedrohten SC Paderborn hätte die Perspektive der Erfurter und der Bremer auf den Klassenerhalt verbessert.

Willers hatte direkt bei dem ihm aus Leipzig bekannten Erfurter Profi Carsten Kammlott einen Vorstoß unternommen. Heider hatte nach mehrfachem Drängen von Willers eher halbherzig mit seinem Freund Rafael Kazior über die Angelegenheit gesprochen. Menga hatte nach Aufforderung durch Willers den ihm aus seinen Werder-Zeiten bekannten Physiotherapeuten Claas Bente angerufen.

Urteile durch DFB-Sportgericht

Die drei Gesprächspartner der Angeklagten wurden von der Richterin vor allem danach befragt, ob sie in den Telefonaten die Drohung empfunden hätten, die Mannschaft des VfL würde im Fall einer Absage mit Absicht schlecht spielen und versuchen, das Spiel zu verlieren. Dem widersprachen alle drei ausdrücklich und überzeugend. Allein der Werder-Torwart Tobias Duffner, der nur als Zeuge vom Hörensagen von einem Gespräch in der Bremer Kabine berichtete, sprach von der konkreten Sorge, Osnabrück könne das Spiel mit Absicht verlieren.

Vom DFB-Sportgericht waren die drei Profis vor knapp einem Jahr zu Spielsperren und Geldstrafen verurteilt worden. Willers war als Initiator und treibende Kraft zunächst für fünf Monate gesperrt worden; in der Berufung erreichte der heutige Profi von Viktoria Köln eine Reduzierung auf drei Monate. Heider, der weiter für den VfL spielt und in dieser Saison Kapitän der Mannschaft ist, musste vier Spiele aussetzen; ebenso der im Sommer 2017 zum Regionalligisten BSV Rehden gewechselte Menga.


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