Derby gegen Ex-Klub Münster VfL-Torwart Körber: Freundschaft für 90 Minuten vergessen

Meine Nachrichten

Um das Thema VFL Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

In Flugbereitschaft: VfL-Torwart Nils Körber will sich auch im Derby gegen seinen Ex-Klub Münster beweisen. Foto: Helmut KemmeIn Flugbereitschaft: VfL-Torwart Nils Körber will sich auch im Derby gegen seinen Ex-Klub Münster beweisen. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Wenn der VfL Osnabrück auf Preußen Münster trifft, dann wird auch ein Ur-Berliner vom Derbyfieber gepackt. „Ich bin ja schon das zweite Jahr in dieser Region. Da habe ich mitbekommen, welche Bedeutung die Derbys haben“, sagt VfL-Torwart Nils Körber vor dem Duell gegen seinen Ex-Klub.

Als Körber im September 2017 mit der deutschen U21-Nationalmannschaft in Osnabrück gastierte und sein Name verlesen wurde, erntete der deutsche Ersatzkeeper ein paar Pfiffe. Damals trug er im Ligabetrieb das Trikot von Preußen Münster. Über die Pfiffe schmunzelt Körber inzwischen. Sowas gehört eben zum Geschäft. „Wo ich vor einem Jahr gespielt habe, ich mir jetzt egal. Was zählt, ist das Jetzt“, sagt der 21-Jährige.

Tabellenvierter VfL empfängt Spitzenreiter Münster

Im Jetzt ist Körber Stammtorwart beim VfL Osnabrück. Am Samstag (14 Uhr) ist sein Ex-Klub an der Bremer Brücke zu Gast. „Ich habe mich in Münster mit allen gut verstanden“, sagt Körber. Zu einigen früheren Mitspielern hat er noch Kontakt, aber am nächsten Spieltag „wird die Freundschaft für 90 Minuten vergessen sein“.

„Wir sind alle heiß auf das Spiel. Jeder weiß, worum es geht“, sagt Körber. Prestige ist das eine, der Blick auf die Tabelle ist das andere. Die Preußen sind Spitzenreiter, einen Punkt vor dem Vierten aus Osnabrück. „Das macht das Spiel noch mal sportlich interessanter. Für beide Mannschaften ist es wichtig, beide wollen gewinnen“, sagt Körber.

Weiterlesen: Nils Körber: Reizvolles Derby gegen den Ex-Klub Münster

Körbers Zweikampf mit Kühn

Einen Zweikampf um die sportliche Vorherrschaft gibt es nicht nur zwischen den Drittligafußballern aus den beiden Friedensstädten. Auch Körber muss sich behaupten, Training für Training. Ersatztorwart Philipp Kühn ist eine Nummer zwei auf Augenhöhe. „Ich gebe mein Bestes, am Ende stellt der Trainer auf“, sagt Körber. Er werde „alles geben, um im Tor zu bleiben“.

Stammplatz in Münster verloren

Körber weiß, wie es ist, seinen Stammplatz zu verlieren. In der vergangenen Saison hütete der von Hertha BSC ausgeliehene Keeper in 20 Drittligaspielen das Preußen-Tor, darunter beim 4:1 gegen den VfL, das Trainer Joe Enochs den Job kostete. Nur drei der Partien absolvierte er im Jahr 2018. Dann kostete ihn ein Muskelfaserriss den Stammplatz. Nach seiner Genesung zog Trainer Marco Antwerpen, der im Dezember 2017 nach Münster gekommen war, Körbers Konkurrenten Maximilian Schulze Niehues vor. „In dem Geschäft denkt man von Woche zu Woche. Man kann sich auf einem guten Spiel nicht ausruhen, und wenn es mal schlecht läuft, muss man das auch schnell abhaken“, sagt Körber. „Man muss einzelne Szenen analysieren, schauen, was gut und was schlecht gelaufen ist. Da habe ich mit Rolf Meyer einen erfahrenen Torwarttrainer in Osnabrück. Aber dann muss man auch mit Spielen abschließen.“

„Am liebsten alle Spiele zu Null spielen“

Verdaut ist daher auch der Patzer, der gegen 1860 München nach einem Freistoß zum 0:1 führte. „Der Torwart hat eine wichtige Position. Jede Aktion im Spiel kann wichtig sein. Man kann der Mannschaft viel helfen, aber auch ein Gegentor verschulden“, ist sich Körber bewusst. Fehler gehörten im Laufe einer Saison dazu, „das geht einem Torwart nicht anders als einem Feldspieler“. Fehler will er gegen seinen Ex-Klub vermeiden. Drei Gegentore in vier Spielen waren ein guter Auftakt. „Wir haben zweimal zu Null gespielt. Das spricht für unsere Abwehrarbeit“, will Körber die positiven Ergebnisse nicht nur für sich beanspruchen, auch wenn er in Meppen mit einem gehaltenen Elfmeter entscheidenden Anteil am 2:0-Auswärtssieg hatte. Ausruhen ist trotzdem nicht angesagt. Schließlich hat der 21-Jährige noch Ziele: „Natürlich so viele Spiele wie möglich zu Null spielen, am liebsten alle, wobei klar ist, dass das nicht geht.“

Nachlesen: „Natürlich muss ich das Tor mit auf meine Kappe nehmen“

„Fans können ein paar Prozent rausholen“

Am Samstag muss Körber keine Pfiffe aus dem Osnabrücker Publikum fürchten. „Wir hatten bei den Heimspielen einmal fast 8000 und einmal fast 14000 Fans im Stadion. Die Unterstützung ist super. Die Fans sind immer positiv, auch wenn wir zurückliegen“, freut sich der Torwart auf das nächste Heimspiel vor großer Kulisse. Die Unterstützung kann den Ausgang des Derbys beeinflussen. „Die Fans können immer noch ein paar Prozent aus einer Mannschaft rausholen“, sagt Körber.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN