„So variabel wie möglich auftreten“ Münster-Trainer Marco Antwerpen: Taktisch flexibel an die Spitze

Von Thomas Rellmann

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Münsters Trainer Marco Antwerpen. Foto: imago/Kirchner-MediaMünsters Trainer Marco Antwerpen. Foto: imago/Kirchner-Media

Münster. Trainer Marco Antwerpen vom SC Preußen Münster zahlt den Vertrauensvorschuss vom Amtsantritt im Dezember 2017 zurück: Mit taktischer Flexibilität hat er die Westfalen nach vier Spieltagen an die Spitze der 3. Fußball-Liga geführt. Bei den Preußen ist der 46-Jährige ein Faktor für den Aufwärtstrend.

Eine gewisse Skepsis wäre Dezember 2017 durchaus nachvollziehbar gewesen, als sich Preußen Münster etwas überraschend vom beliebten Trainerfuchs Benno Möhlmann trennte und nach tagelangem Tauziehen Marco Antwerpen vom Regionalligisten Viktoria Köln verpflichtete. Doch vom ersten Moment an wurde der 46-Jährige, der als Spieler drei Mal zum SCP wechselte und für sieben Spielzeiten (1996 bis 1999, 2001 bis 2004 und 2007/08) das Trikot mit dem Preußenadler trug, mit offenen Armen empfangen. Mit dem vergleichsweise unerfahrenen Coach, der sich in seiner zweiten Karriere von der Landes- über die Oberliga peu à peu nach oben arbeitete, kam mal wieder ein Übungsleiter, der frische Ideen mitbrachte, aber noch wenig im Profibereich erreicht hatte. 2007 war Roger Schmidt aus einer ganz ähnlichen Position gekommen und durchgestartet. Danach folgten mit Marc Fascher, Pavel Dotchev, Ralf Loose, Horst Steffen und Möhlmann höherklassig erprobte Vertreter.

Die Rückrunde 2017/18 weckt Hoffnung

Das Vertrauen rechtfertigten Antwerpen und sein Assistent Kurtulus Öztürk, der aus Köln mitkam und von 2007 bis 2009 auch in Münster am Ball war, ziemlich schnell. 34 Punkte aus 19 Partien machten aus dem schwer ins Straucheln geratenen Abstiegskandidaten die fünftbeste Elf der Rückserie. Die Saison schloss Münster als Zehnter in der oberen Tabellenhälfte ab und weckte Hoffnung auf stabilere Zeiten.

Taktische Flexibilität ist oberstes Ziel

Antwerpens Steckenpferd ist dabei seine taktische Flexibilität. Er orientiert sich oft am Gegner, schaut genau, welcher Spielertyp aus den eigenen Reihen zum nächsten Kontrahenten passt. Er führte die Dreierkette in Münster ein, ließ aber auch die offensivere Viererreihe nicht fallen. Er verlangt, dass seine Akteure das 3-5-2 ebenso beherrschen wie 4-2-3-1 und 4-3-3. „Das ist Pflicht, das gehört heute dazu“, sagt er, „wir wollen so variabel wie möglich auftreten.“ Ballbesitzfußball ist eine Option. Sich tief zu formieren eine andere – und die dritte sieht hohes Anlaufen und Pressen vor. Alles zu seiner Zeit. Der Erfolg gibt dem Trainer recht. Nach vier Spieltagen ist Münster Erster.

Große Auswahl in der Offensive

Gerade in der Offensive hat Antwerpen eine große Auswahl an unterschiedlichen Fußballern. „Es ist nicht immer leicht, den Jungs zu erklären, warum andere auflaufen“, räumt er ein. Offenbar gelingt es ihm aber gut. In den acht Monaten seiner Amtszeit scherte kaum ein Profi aus, auch wenn er draußen bleiben musste. Antwerpen und auch Öztürk scheinen einen sehr guten Draht zum Team gefunden zu haben, sie besitzen auch Motivationskünste. Die Mannschaft folgt dem Duo.


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