Ex-VfL-Spielmacher wird 75 Harald Braner: Mit Kaiserslautern zum Wiedersehen an die Bremer Brücke

Von Horst Konzok

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Osnabrück. Er war der erste Spieler, der zur Bremer Brücke kam und Bundesliga-Erfahrung mitbrachte: Harald Braner war beim 1. FC Kaiserslatútern ein Mann der ersten Bundesliga-Stunde gewesen. An diesem Sonntag wird er 75 – und im Oktober will mal wieder Osnabrück besuchen.

Er ist ein Gründungsmitglied der Bundesliga: Harald Braner trug das Trikot der Roten Teufel, als sie am 24. August 1963 im Frankfurter Waldstadion mit einem 1:1 in die neue Liga starteten. An diesem Sonntag feiert Braner in Worms, wo er geboren ist und lebt, im kleinen Kreis seinen 75. Geburtstag.

Die „linke Klebe“ war sein Markenzeichen. So schlug Braner 1962/63, vom SV Horchheim zum Oberligisten Wormatia Worms gekommen, in 24 Spielen 18 mal zu. „Fritz Walter war der entscheidende Mann für meinen Wechsel zum FCK“, erzählt Braner, wie er die Ikone des deutschen Fußballs in Eisenberg kennenlernte.

Braner unterschrieb in einem Nebenzimmer des Alsenborner Sportheims seinen Vertrag. „Mache mer ned groß rum Bu‘, du kummscht zu uns“, erinnert sich Braner stolz an die Worte des Idols. „Schatzmeister Schickedanz sagte, geh‘ mal runter zum Willy Reitgaßl, der hat was für dich.“ Reitgaßl, der Rechtsaußen des FCK, war Autoverkäufer und übergab einen Ford 17 m quasi als„Handgeld“: „Ganz in weiß mit roten Sitzen …“

Vier Jahre spielte Braner beim FCK, schoss zwölf Tore in 88 Bundesligaspielen. Die Liebe zum FCK ist geblieben. „Das ist mein Verein“, sagt er. 1967 wechselte Braner zum SSV Reutlingen in die Regionalliga Süd. Der Aufstieg wurde verpasst. Braner, der in 61 Spielen 24 Tore schoss, folgte dem Ruf von Trainer Radoslav Momirski nach Osnabrück.

„Er hatte mich schon zur Wormatia geholt und gefördert“, ist Braner dem einstigen Lehrmeister dankbar. 1969/70 und 19770/71 wurde Braner mit dem VfL Meister im Norden, aber der VfL scheiterte in der Bundesligaufstiegsrunde. „Ich habe mich in Osnabrück gleich wohlgefühlt, war auf Anhieb Stammspieler, es war eine wunderbare Zeit“, erinnert sich gerne an die Jahre mit Spielern wie Willi Mumme, Dieter Baumanns oder Volker Graul. Anfang Oktober, am 11. Spieltag der 3. Liga, ist ein Besuch an der legendären Bremer Brücke geplant, dann gastiert der FCK beim VfL.

1971 war Braner zu Wormatia Worms zurückgekehrt. Braners Laufbahn als Profi nahm am 13. Januar 1974 ein schreckliches Ende. Beim Spiel bei den Sportfreunden Eisbachtal erlitt er nach einem schlimmen Foul einen vierfachen Beinbruch. In insgesamt 184 Regionalligaspielen hatte er 57 Tore geschossen.

Die Liebe zum Fußball blieb. Er war Spielertrainer beim FV Weinheim (mit dem er 1981/82 im DFB-Pokal auf den VfL Osnabrück traf und nach Verlängerung 1:3 verlor), SV Schriesheim, TuS Göllheim und SC Bobenheim-Roxheim, trainierte die U17 des FCK. Als Trainer des Oberligisten TuS Landstuhl entdeckte er den späteren US-Nationalspieler „Tom“ Dooley – in der C-Klasse. Weniger erbaulich die Kurzgastspiele als Coach im Profibereich bei Wormatia und dem FC Homburg.Bis vor zehn Jahren spielte der Linksfuß noch in der FCK-Traditionself. Heute kickt er nur noch im Garten – mit Enkel Simon, der gerade eingeschult wurde.

Mit seiner Frau führte Braner lange einen Zeitschriftenladen mit Toto-Lotto-Annahmestelle in Worms, ist noch in seiner Versicherungsagentur aktiv. Sein Engagement für die Hilfe für Südindien mit dem Projekt „Entwicklung durch Fußball“ lebt.


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