Nach dem 0:0 in Aspach Enttäuschte VfL-Spieler, kein Lucky Punch – eine gefühlte Niederlage

Von Stefan Alberti

Schwerer Stand: Marcos Álvarez (rechts), hier gegen Philipp Hercher. Foto: TitgemeyerSchwerer Stand: Marcos Álvarez (rechts), hier gegen Philipp Hercher. Foto: Titgemeyer 

Aspach. Die Zuschauer, die am Samstagnachmittag auf das Gelände der SG Sonnenhof Großaspach nicht wegen des Fußballspiels gekommen waren, mussten den Eindruck haben, dass der VfL Osnabrück verloren hatte. Die Spieler bestiegen mit ernsten Gesichtern den Bus. Dabei hatten sie wenigstens noch ein 0:0 erkämpft.

Zuschauer, die nicht dem Fußball zugewandt waren? Das muss vorweg natürlich erklärt werden. Die Mechatronik-Arena verfügt nicht nur über einen Rasenplatz, sondern auch über Räume zum Feiern, die intensiv genutzt werden – wie am Samstag.

„Nicht vom Hocker gerissen“

Doch zurück zum Wesentlichen. Zum vierten Spiel des VfL ohne Niederlage in der 3. Liga. Zum achten Punkt für das Team von Trainer Daniel Thioune. Eigentlich positive Aspekte, die aber am Samstagnachmittag die Stimmung im VfL-Bus während der langen Rückreise nach Osnabrück nicht entscheidend aufhellen konnte. Das 0:0 gegen die Schwaben empfanden die Profis eher wie eine Niederlage. Allerdings war diese gefühlte Niederlage an diesem Tag kaum zu verhindern. „Ein Spiel, das die Zuschauer im Stadion und vor den Fernsehern sicher nicht vom Hocker gerissen hat“, brachte es Thioune auf den Punkt.

Engel angeschlagen

Ein Spiel, das nicht zu den besseren torlosen Unentschieden gehörte. Beide Abwehrreihen standen sicher. Torchancen? Mangelware. Allenfalls nach Standards oder Distanzschüssen. So hätte der VfL in der ersten Halbzeit in Führung gehen können, wenn Manuel Farrona Pulido bei seinem 20-Meter-Schuss (8.) besser gezielt hätte oder Ulrich Taffertshofer mit seinem Hammer, ebenfalls aus 20 Metern, nicht am glänzend parierenden Kevin Broll gescheitert wäre (27.). Das war’s dann aber auch mit den VfL-Möglichkeiten in der ersten Halbzeit. Auf der anderen Seite ein ähnliches Bild – nur eine Kopfballchance durch Philipp Hercher (38.). Ansonsten ließ die VfL-Defensive nichts anbrennen. Diesmal mit Bashkim Renneke auf der rechten Außenverteidiger-Position. Konstantin Engel hatte nach dem Training am Freitag über muskuläre Probleme geklagt – und nahm deswegen auf der Bank Platz.

Am Mittwoch nach Oldenburg

Nach der Pause blieb die Partie chancenarm. Beide Teams lauerten auf den Lucky Punch. Auf das eine Tor, das vermutlich das Spiel entschieden hätte. Marc Heider musste in der 52. Minute das 1:0 machen, als SG-Keeper Broll einen Ball unterlaufen hatte. Der VfL-Kapitän schloss 20 Meter vor dem leeren Tor ab – der Ball strich über den Kasten.

Gleich zwei Lucky-Punch-Gelegenheiten hatten die Gastgeber in den Schlussminuten: Erst reagierte VfL-Torhüter Nils Körber exzellent, als er einen Schuss von Makana Baku mit der Überhand zur Ecke lenkte. Dann hatte der VfL noch Riesenglück, als Julian Leist nach dem folgenden Eckball per Kopf nur die Latte des VfL-Gehäuses traf.

Das VfL-Spiel bei der SG Sonnenhof Großaspach in Zahlen.

Und so mussten beide Teams mit jeweils einem Punkt leben. „Zu einem guten Tempospiel gehören eben zwei Mannschaften. Die eine wollte nicht, die andere konnte nicht“, meinte Thioune, der eingestehen musste, dass die englische Woche mit Spielen am Sonntag, Mittwoch und Samstag schon reichlich Kraft gekosten habe. „Die Jungs sind müde und erschöpft.“ Jetzt gilt es, wieder schnell die Akkus aufzuladen, denn am Mittwoch (19 Uhr) steht ein eminent wichtiges Spiel auf dem Programm. Im Niedersachsenpokal muss der VfL gegen den Regionalligisten VfL Oldenburg gewinnen, um ins Viertelfinale einzuziehen und weiter die Chance zur Qualifikation für den DFB-Pokal 2019/20 zu wahren.


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