12000 Zuschauer gegen 1860 München? VfL Osnabrück: Mit breiter Brust gegen die „Löwen“

Von Johannes Kapitza

Der einzige Sieg gegen die „Löwen“ gelang dem VfL am 9. Dezember 2007. Bei 1860 stand der heutige Münchner Trainer Daniel Bierofka auf dem Feld (links, gegen Paul Thomik). Foto: imago/Fishing 4Der einzige Sieg gegen die „Löwen“ gelang dem VfL am 9. Dezember 2007. Bei 1860 stand der heutige Münchner Trainer Daniel Bierofka auf dem Feld (links, gegen Paul Thomik). Foto: imago/Fishing 4 

Osnabrück. Große Kulisse, ein Gegner mit großem Namen – und eine große Herausforderung: „Es kommt was auf uns zu, aber wir machen uns nicht kleiner, als wir sind“, sagt Trainer Daniel Thioune vom VfL Osnabrück vor dem Heimspiel an diesem Mittwoch (19 Uhr, Bremer Brücke) gegen 1860 München.

Zwei Siege zum Auftakt und Platz zwei verstellen beim VfL nicht den Blick auf die Realität. „Wir wissen, mit den Erfolgen umzugehen“, sagt Thioune sachlich, will die Aufbruchsstimmung aber auch nicht abwürgen: „Wenn von außen Euphorie da ist, treten wir nicht auf die Bremse.“ Erwartet werden rund 12000 Zuschauer. Für die Ostkurve waren am Dienstag noch rund 2000 Tickets erhältlich, für die Westkurve noch rund 1600 Karten. Auf der Nordtribüne seien die mittigen Blöcke H und G nahezu ausverkauft, im Tribünenbereich sind noch rund 750 Eintrittskarten erhältlich, teilte der VfL mit. Für die Südtribüne gibt es noch rund 250 Tickets. Das Stadion öffnet um 17.30 Uhr.

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Auf welches System setzt der VfL? Das ist – wie in der vergangenen Saison – schwer vorherzusagen. Zweimal wählte Thioune in dieser Saison ein 4-2-3-1-System zum Anpfiff. Als jüngst in Meppen der Druck größer wurde agierte der VfL zeitweise mit fünf Abwehrspielern. In Ballbesitz wechselten die Lila-Weißen zurück zur Viererkette. „Wir haben in Meppen gezeigt, dass wir flexibel auf die Aktionen des Gegners reagieren können“, sagt der VfL-Trainer. Gegen die Münchner Offensive, für Thioune ein „Paradesturm“, könnte eine massive Abwehrreihe das richtige Mittel sein. Allerdings wollen sich die Gastgeber nicht zu sehr auf den Gegner einlassen. „Wir wollen unseren Stiefel durchziehen“, sagt Thioune.

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Wird sich in der englischen Woche personell etwas ändern? Nach zwei Siegen gibt es grundsätzlich wenig Anlass für Wechsel. Felix Schiller steht für Defensivaufgaben bereit. In Meppen erledigte allerdings auch Konstantin Engel seine Aufgaben als dritter Innenverteidiger einer Fünferkette. „Es werden wieder schwierige Entscheidungen. Wir haben mehrere Optionen“, sagt Thioune. Offensiv empfahl sich Manuel Farrona Pulido bei zwei „Joker“-Einsätzen: Er schoss ein Tor und bereitete zwei vor. Marcos Álvarez dürfte nach 90 Minuten auf der Bank in Meppen motiviert sein. Persönliche Verärgerung interessiere ihn wenig, sagt Thioune, „jeder kann sich im Training anbieten“.

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Was ist von 1860 zu erwarten? Auf jeden Fall trockener Humor. „Anpfiff im Stadion an der Bremer Brücke ist um 18.60 Uhr“, schrieben die Gäste in ihrer Spielvorschau im Internet. Die Stimmung beim Aufsteiger ist nach dem 5:1 gegen Lotte gut. Das Team um die Routiniers Sascha Mölders (früher Augsburg), Adriano Grimaldi (kam im Sommer aus Münster), Quirin Moll (kam aus Braunschweig) und Stefan Lex (kam aus Ingolstadt) zählt trotz niedriger Ziele (Klassenerhalt) zu den größeren Brocken der Liga. „1860 kommt mit viel Selbstvertrauen, aber unsere Brust ist nicht kleiner“, sagt Thioune. Münchens Trainer Daniel Bierofka, der sich für das Spiel vom Fußballlehrerlehrgang befreien lässt, ist das bewusst: „Osnabrück ist eine heimstarke Mannschaft mit Selbstvertrauen. Es ist ganz wichtig, dass Osnabrück nicht die Zuschauer mit ins Boot holen kann.“ Auch die Löwen bekommen große Unterstützung von den Rängen: 800 bis 1000 Gäste-Fans werden erwartet, die mehrheitlich mit Bussen und Pkw anreisen. Die Oststraße ist daher ab 16 Uhr komplett gesperrt.

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War sonst noch was? Aufgrund der erwarteten Hitze richtet die Feuerwehr erneut Berieselungsanlagen auf der Nord- und Osttribüne ein. Sollte am späten Nachmittag die 30-Grad-Marke überschritten sein, wird wieder Wasser zum Selbstkostenpreis auf allen Tribünen angeboten. Dauerhaft gesenkt ist ab sofort der Bierpreis: 0,4 Liter kosten 3,50 Euro.

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Und wie geht‘s nun aus? Nach einem intensiven Spiel teilen sich die Teams die Punkte – 2:2.


Mittwoch, 19 Uhr: VfL Osnabrück – TSV 1860 München (3. Spieltag)

So könnten sie spielen

VfL Osnabrück: 1 Körber – 5 Engel, 17 Susac, 18 Trapp, 6 Dercho – 8 Taffertshofer, 23 Blacha – 7 Renneke, 13 Danneberg, 10 Ouahim – 20 Heider.

In Reserve: 22 Kühn (Tor), 2 Farrona Pulido, 9 Álvarez, 14 Amenyido, 19 Tigges, 25 Schiller, 29 Krasniqi.

Es fehlen: Klaas (im Aufbautraining), Haubrock (Sprunggelenksverletzung), Zorba, Pfeiffer, Möller, Agu, Beckemeyer (alle nicht im Kader).

TSV 1860 München: 39 Bonmann – 28 Paul, 2 Weeger, 32 Lorenz, 36 Steinhart – 5 Moll, 17 Wein – 20 Bekiroglu, 10 Grimaldi, 16 Knidsvater – 9 Mölders.

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg). Der Polizeibeamte, der auch in der Bundesliga pfeift, leitete ein Spiel des VfL zuletzt am 19. August 2017 beim 0:0 in Chemnitz.

Zuschauer: Erwartet werden 12 000 Zuschauer, darunter etwa 800 bis 1000 Anhänger der „Löwen“.

Live-Ticker: noz.de/vfl. – Live-Radio: infomantis.de/vflradio. – Livestream: telekomsport.de (für Abo-Kunden).

Nächste Spiele: Am Samstag (11. 8., 14 Uhr) bei der SG Sonnenhof Großaspach; am Mittwoch (15. 8., 19 Uhr) beim VfL Oldenburg (NFV-Pokal).

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