Endlich wieder ein Derbysieg Nach dem 2:0 des VfL in Meppen: Lila-weiße Party mit gelb-schwarzer Note

Von Stefan Alberti und Johannes Kapitza

Feier vor der lila-weißen Wand – und mit einem Derbysieg macht so etwas noch mehr Spaß. Foto: Helmut KemmeFeier vor der lila-weißen Wand – und mit einem Derbysieg macht so etwas noch mehr Spaß. Foto: Helmut Kemme 

Meppen. Rasse, Klasse – und ein bisschen Drama und Glück waren auch dabei. Und am Ende hätte dieses Derby für den VfL Osnabrück nicht besser enden können: 2:0 beim SV Meppen – zweiter Sieg im zweiten Spiel. Ein sauberer Start in die neue Saison der 3. Fußball-Liga.

Wann der VfL zuletzt einen solchen Start in die 3. Liga hingelegt hat? VfL-Cheftrainer Daniel Thioune musste lange nachdenken. „Ich weiß es nicht. Ist mir eigentlich auch egal.“ Der Coach wollte einfach nur den Moment genießen. Die Antwort auf die Frage ist auch gar nicht so einfach. Immerhin liegt ein ähnlicher Start schon fünf Jahre zurück. In der Saison 2013/14 feierten die Osnabrücker am Anfang der Saison drei Siege in Folge (3:0 in Chemnitz, 1:0 gegen Dortmunds U23 und 2:0 in Darmstadt).

Sechs Minuten Nachspielzeit

Von Statistiken hält der Trainer sowieso nicht viel. „Es bringt ja nichts. Genauso bringt es jetzt nichts, in Euphorie zu verfallen“, meinte Thioune, der vor 20 Jahren beim letzten Punktspielsieg des VfL in Meppen (ebenfalls 2:0) als Torschütze dabei war. Doch weg von der Statistik, hin zum Derby-Sonntag. „Wir wollten das Spiel so angehen, als ob es ein Pokalspiel ist“, meinte Thioune nach nervenaufreibenden 96 Minuten. Schiedsrichter Tobias Welz ließ satte sechs Minuten nachspielen.

Das Team setzte den Plan in den ersten 25 Minuten sehr gut um. Der VfL presste hoch und suchte immer wieder sein Glück in der Offensive, obwohl Thioune im Gegensatz zur Vorwoche diesmal nur mit Marc Heider als Sturmspitze begann. Marcos Álvarez musste auf der Bank Platz nehmen. Für ihn rückte Tim Danneberg ins Team. Der Drittliga-Rekordspieler kurbelte gemeinsam mit Anas Ouahim (links) und Bashkim Renneke (rechts) das Spiel nach vorne an. Gerade Ouahim überzeugte erneut mit seiner couragierten und dribbelstarken Spielweise. Der Neuzugang aus Köln machte dabei viele Fehler, doch davon ließ er sich überhaupt nicht beeindrucken.

Tankulic trifft Außennetz

Das 1:0 in den ersten 25 Minuten war möglich – durch Ouahim, Ulrich Taffertshofer oder Maurice Trapp.

Doch dann verloren die Gäste ein wenig den Faden – und ließen die Meppener besser ins Spiel kommen. Fast mit der Führung für den SVM. Luka Tankulic spritzte in einen verunglückten Rückpass von Konstantin Engel. Der Meppener Angreifer umkurvte Nils Körber und hatte nur noch das leere Tor und Trapp vor sich. Tankulic traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz.

Nach der torlosen ersten Halbzeit überschlugen sich nach der Pause die Ereignisse. In der 55. Minute prallte im Strafraum eine Flanke von Hassan Amin an die Hand von Engel. Elfmeter. Den folgenden platzierten Strafstoß von Thilo Leugers fischte Körber in überragender Manier aus der Ecke. Das Derby nahm weitere Fahrt auf. Und wie. Der VfL fightete. Heider bediente David Blacha, der mit seinen 1,74 Metern zu den kleinsten Spielern auf dem Rasen zählte. Dennoch traf Blacha per Kopf zum 1:0 für den VfL (62.). Die Emsländer drängten danach auf den Ausgleich, machten Druck, erarbeiteten sich Chancen – aber die VfL-Defensive verteidigte mit Glück und Geschick.

Jetzt kommen die „Löwen“

Aufregung gab es nach einem Eckball von Max Kremer. Der Ball schlug im VfL-Tor ein, doch Schiedsrichter Welz sah vorher ein Foulspiel von Jovan Vidovic an Alexander Dercho. Ein durchaus umstrittener Pfiff. In der Nachspielzeit nutzte Ouahim einen Konter und schloss zum 2:0 ab. Die beeindruckend unterstützenden VfL-Anhänger waren auf dem Gipfel der Glückseligkeit – und zelebrierten nach dem Schlusspfiff eine lila-weiße Party mit den Spielern in gelb-schwarzen Ausweichtrikots. Viel Zeit zum Feiern bleibt jedoch nicht. Es ist englische Woche. Am Mittwoch (19 Uhr) kommt 1860 München zur Bremer Brücke. Die „Löwen“ fertigten gerade die Sportfreunde Lotte mit 5:1 ab. Der glänzende Saisonstart des VfL dürfte Garant für eine fünfstellige Kulisse sein.


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