Körber pariert Handelfmeter „Kopfball-Ungeheuer“ Blacha und Ouahim lassen VfL jubeln – 2:0 in Meppen

Von Stefan Alberti und Johannes Kapitza


Meppen. Zweites Spiel, zweiter Sieg – und das mit Rasse, Klasse und auch ein bisschen Glück: Der VfL Osnabrück gewann nach 20 Jahren erstmals wieder ein Punktspiel beim SV Meppen. Und wie: Torhüter Nils Körber hielt einen Handelfmeter, David Blacha und Anas Ouahim erzielten zwei Treffer – 2:0 für den VfL.

So traten sie an: Eine personelle Veränderung gegenüber der Vorwoche gegen die Würzburger Kickers: Marcos Álvarez musste zunächst auf der Bank Platz nehmen – und Tim Danneberg kehrte in die Startelf zurück. Was aber natürlich nicht bedeutete, dass Danneberg ins Sturmzentrum rückte. VfL-Cheftrainer Daniel Thioune bot von der Grundordnung her Kapitän Marc Heider als Sturmspitze auf. Dahinter sollten Bashkim Renneke über rechts, Danneberg in der Mitte sowie Anas Ouahim über links für Schwung sorgen. Auf den Sechserpositionen gingen David Blacha und Ulrich Taffertshofer ins Rennen. Die Viererkette in der Abwehr bildeten erneut Konstantin Engel, Adam Sušac, Maurice Trapp und Alexander Dercho.

So lief das Spiel: Der VfL übernahm in den ersten Minuten das Kommando auf dem Platz. Ouahim suchte wie schon in der Vorwoche immer wieder die Eins-gegen-Eins-Situationen – und hatte in der vierten Minute auch die erste Chance des Spiels. Sein Schuss ging jedoch am Kasten von Jeron Gies vorbei. Ouahim sorgte für mächtig Wirbel auf seiner linken Seite, prallte aber in den entscheidenden Szenen auch immer wieder am Meppener Bollwerk ab. Weitere Chancen zur Osnabrücker Führung vergaben Taffertshofer (18., Schuss zur Ecke gelenkt) und Trapp mit einem Freistoß übers Tor (26.). Nach 25 Minuten befreiten sich die Meppener aus der Umklammerung des VfL – und prompt erzwangen sie ihre erste Großchance. Engel brachte Torhüter Nils Körber in arge Bedrängnis. Luka Tankulic spritzte dazwischen, umkurvte Körber und hatte nur noch das Tor und Trapp vor sich. Aus spitzem Winkel traf Tankulic allerdings das Außennetz (28.). Wiederum Tankulic prüfte Körber dann mit einem Distanzschuss – der VfL-Torhüter parierte sicher (36.). Das Chancenverhältnis war mittlerweile ausgeglichen, entsprechend ging es mit einem verdienten 0:0 in die Pause.

Nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit ein Paukenschlag: Hassain Amin wollte flanken, Engel wollte im Sechzehner den Ball abgrätschen und Ball unglücklich an die Hand. Schiedsrichter Tobias Welz musst auf den Elfmeterpunkt zeigen. Doch dann war Körber zur Stelle und hielt den Strafstoß von Thilo Leugers. Spätestens jetzt nahm dieses Derby noch einmal richtig Fahrt auf. Und wie. Der VfL hielt dagegen. In der 62. Minute flankte Heider herrlich in den Strafraum, Blacha war per Kopf zur Stelle und nickte ein. 1:0 für die Osnabrücker. Durch den Kopfballtreffer eines der kleinsten Spieler auf dem Rasen. Jetzt brannte in der Meppener Hänsch-Arena die Luft.

Der SVM fightete, wollte den Ausgleich. Der eingewechselte Max Wegner tauchte in der 77. Minute mutterseelenallein vor Körber auf – und schoss über das Tor. Sie rannten, sie kämpften, aber der VfL stand sicher und verteidigte tapfer dagegen. In den letzten Minuten auch mit dem in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen sorgenden Felix Schiller. In der Nachspielzeit (sechs Minuten) sorgte Ouahim nach einem Konter für die endgültige Entscheidung – 2:0.

So ist die Lage: Zwei Spiele, zwei Siege. Der VfL legt einen beeindruckenden Start hin. Zwei Siege zum Auftakt gelangen zuletzt vor fünf Jahren in der Saison 2013/14.

So war die Stimmung: Prächtig. Echte Derbystimmung. „Alle im Trikot nach Meppen“ lautete das Motto der VfL-Fans. Und so lieferten die rund 1500 Anhänger in ihrem Block einen beeindruckenden lila-weißen Support.

So geht‘s weiter: Viel Zeit zur Regeneration bleibt nicht. In der 3. Liga steht die erste englische Woche auf dem Plan. Der VfL empfängt am Mittwoch den TSV 1860 München. Anstoß an der Bremer Brücke ist um 19 Uhr.


2. Spieltag: SV Meppen - VfL Osnabrück 0:2 (0:0)

SV Meppen: 1 Gies – 3 Jesgarzewski, 5 Vidovic, 6 Komenda, 7 Amin – 10 Wagner (66. Kremer), 8 Leugers, 23 Tankulic – 20 Kleinsorge (75. Undav), 9 Granatowski , 38 Born (60. Wegner).

VfL Osnabrück: 1 Körber – 5 Engel, 17 Sušac, 18 Trapp, 6 Dercho – 23 Blacha, 8 Taffertshofer – 7 Renneke (85. 25 Schiller), 13 Danneberg (60. 2 Farrona Pulido), 10 Ouahim – 20 Heider (90. 19 Tigges).

In Reserve: 22 Kühn (Tor), 9 Álvarez, 14 Amenyido, 29 Krasniqi.

Es fehlten: Klaas (im Aufbautraining), Haubrock (Sprunggelenksverletzung), Zorba, Pfeiffer, Möller, Agu, Beckemeyer (alle nicht im Kader).

Tore: 0:1 Blacha (62., Kopfball, Flanke von Heider), 0:2 Ouahim (90.+3, Rechtsschuss, Pass von Farrona Pulido).

Besonderes: 55. Körber (Osnabrück) hält Handelfmeter von Leugers.

Gelb: 56. Wagner, 57. Vidovic, 79. Granatowski/60. Taffertshofer (1. Verwarnung).

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden).

Zuschauer: 12500, davon etwa 1500 Anhänger aus Osnabrück.

Nächste Spiele: Mittwoch (8. 8., 19 Uhr) gegen 1860 München; Samstag (11. 8., 14 Uhr) bei der SG Sonnenhof Großaspach.

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