Schiller im Kader Nach 20 Jahren wieder ein VfL-Punktspielsieg in Meppen?

Von Stefan Alberti

Erfolgreich: Am 8. Oktober 1998 siegt der VfL mit Torschütze Daniel Thioune (am Ball) mit 2:0 in Meppen.Fotos: Colourbox.de, NOZ-Archiv/Michael HehmannErfolgreich: Am 8. Oktober 1998 siegt der VfL mit Torschütze Daniel Thioune (am Ball) mit 2:0 in Meppen.Fotos: Colourbox.de, NOZ-Archiv/Michael Hehmann

Osnabrück. Es wird eklig, dreckig – und sportlich hoffentlich attraktiv. Denn heiß wird es sowieso, wenn der VfL Osnabrück am Sonntag (14 Uhr) bei sengender Hitze zum Derby beim SV Meppen antritt.

Hat der VfL-Trainer den „Fall Schiller“ abgehakt? Daniel Thioune hat das Frust-Video des Innenverteidigers verdrängt. „Es ist viel geschrieben, gesprochen und dokumentiert worden, was diesen Fall betrifft.“ Der Fokus liege nun komplett auf der Gegneranalyse, „und Felix Schiller steht mir als Spieler zur Verfügung“.

Wird Schiller auch in der Startelf stehen? Bei dieser Frage lässt Thioune alles offen. Ebenso behält er seine weiteren personellen Überlegungen traditionell erst einmal für sich. „Wir haben durchaus eine Idee im Kopf, wie wir in Meppen auftreten können“, sagt der Coach.

Und damit diese Idee möglichst lange im lila-weißen Kreis bleibt, ließ Thioune am Freitagnachmittag unter Ausschluss der Öffentlichkeit an der Bremer Brücke trainieren. Die letzte Übungseinheit vor dem Derby findet an diesem Samstag an der Illoshöhe statt.

Was die Startelf betrifft, kündigt Thioune wieder einige „harte Entscheidungen“ an – und hat dabei sicher auch schon die beiden bevorstehenden englischen Wochen im Visier. „Dazu drängen Spieler wie Manuel Farrona Pulido, Tim Danneberg und andere in die Startelf.“ Dementsprechend werde er bis zum Spiel noch „unruhige Stunden“ haben. Klar dürfte allerdings sein, dass auch im zweiten Spiel die Youngster Felix Agu, Tim Möller und Laurenz Beckemeyer nicht im Kader stehen werden. Ebenso dürfte auch Luca Pfeiffer noch keine Berücksichtigung finden.

Wie schätzt Thioune die Meppener ein? Der VfL-Trainer traut dem SVM erneut „eine richtig gute Saison“ zu. Sein Kollege Christian Neidhart verfüge über ein eingespieltes Team, auch wenn er mit Benjamin Girth seinen Top-Torjäger verloren habe. Das Publikum dürfe sich bestimmt auf ein emotionsgeladenes Spiel freuen.

Läuft die Anreise wie immer? Ja, wie sonst bei Auswärtsspielen in Lotte, Münster oder eben Meppen. Also: Der VfL-Tross reist erst am Spieltag an und bezieht am Sonntagmorgen im Emsland ein Tageshotel.

Gibt es sonst noch etwas? Vielleicht ein gutes Omen. Denn der letzte Punktspielsieg des VfL in Meppen liegt bereits knapp 20 Jahre zurück. Am 8. Oktober 1998 siegte der VfL in der Regionalliga Nord in einem Nebelspiel mit 2:0. Torschützen: Christian Claaßen und der heutige VfL-Coach. „20 Jahre liegt das schon zurück?“, fragt Thioune heute mit einem Lächeln und fragt im gleichen Atemzug nach Bildmaterial, „das ich meinen Jungs als Anschauungsmaterial präsentieren könnte“.

Noch ein wenig Statistik: Nach dem Spiel in der Regionalliga am 20. April 2000 (2:2) trennten sich für viele Jahre die Punktspielwege beider Clubs. Ein Wiedersehen gab es bis zur vergangenen Saison nur zwischendurch mal im Niedersachsenpokal. Die beiden Spiele in der 3. Liga 2017/18 dürften vielen noch präsent sein: In Meppen unterlag der VfL mit 0:1, das Rückspiel in Osnabrück endete 2:2.

Und wie geht‘s nun aus? Rasse, Klasse, Hitzeschlacht im Emsland – und am Ende freut sich der VfL über ein 2:2 und den ersten Auswärtspunkt 2018/19.


Sonntag, 5. August 2018, 14 Uhr: SV Meppen – VfL Osnabrück

So könnten sie spielen:

SV Meppen: 1 Gies – 3 Jesgarzewski, 5 Vidovic, 6 Komenda, 7 Amin – 10 Wagner, 8 Leugers – 20 Kleinsorge, 23 Tankulic, 9 Granatowski – 30 Wegner.

VfL Osnabrück: 1 Körber – 5 Engel, 17 Sušac, 18 Trapp, 6 Dercho – 8 Taffertshofer – 7 Renneke, 23 Blacha, 13 Danneberg, 10 Ouahim – 20 Heider.

In Reserve: 22 Kühn (Tor), 2 Farrona Pulido, 9 Álvarez, 14 Amenyido, 19 Tigges, 25 Schiller, 29 Krasniqi.

Es fehlen: Klaas (im Aufbautraining), Haubrock (Sprunggelenksverletzung), Zorba, Pfeiffer, Möller, Agu, Beckemeyer (alle nicht im Kader).

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden). Der 41-Jährige leitete zuletzt ein Spiel mit VfL-Beteiligung am 10. November 2013 (0:1 gegen MSV Duisburg).

Zuschauer: Erwartet werden 12500 Besucher, davon etwa 1500 Anhänger aus Osnabrück.

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