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Verein mahnt Spieler wohl auch ab VfL Osnabrück: Felix Schiller will sich mit Leistung rehabilitieren

Von Susanne Fetter

Kam ins Straucheln – nicht nur beim Test in Hilter: VfL-Spieler Felix Schiller. Foto: Helmut KemmeKam ins Straucheln – nicht nur beim Test in Hilter: VfL-Spieler Felix Schiller. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Trotz des guten Saisonstartes herrscht beim VfL Osnabrück Unruhe vor dem Derby gegen Meppen. Der Grund: ein Video von Neuzugang Felix Schiller. Der Verein belegte den Fußballer mit einer Geldstrafe und mahnte ihn wohl auch ab. Schiller will sich nun mit Leistung rehabilitieren.

Was ist in dem Video zu sehen? Am Montagabend ging ein Video viral, in dem VfL-Neuzugang Felix Schiller ein anstößiges „Fanlied“ seines ehemaligen Vereins 1. FC Magdeburg sang und sich an einer Stelle niveaulos über Osnabrück äußerte. Laut einer Mitteilung des VfL war der 28-Jährige alkoholisiert.

Wann und wie ist es entstanden? Das Video ist offenbar nachts in der Nähe des Osnabrücker Güterbahnhofes entstanden, laut VfL in der Woche vor dem Ligaauftakt gegen die Würzburger Kickers „nach der Enttäuschung über den verpassten Saisonstart“. Adduktorenprobleme warfen Schiller in der Vorbereitung zurück. Beim 2:1-Auftaktsieg war er kein Kandidat für die Startelf, stand aber im Kader. „Obwohl ich entgegen dem ärztlichen Rat frühzeitig ins Training eingestiegen bin, um unbedingt beim Start dabei zu sein, hat es für mich nicht gereicht. Das soll keine Rechtfertigung sein, aber zumindest erklären, warum ich mich zu meinem Fehlverhalten habe hinreißen lassen“, ließ Schiller mitteilen. Der Innenverteidiger hatte sich selbst gefilmt und das Video offenbar danach weitergeleitet. Über diverse Whatsapp-Gruppen fand es vermutlich seinen Weg ins Internet.

Schillers Video: Gefahr für das zarte Pflänzchen VfL – ein Kommentar

Wie erfuhr der VfL davon? Der Spieler hat sich am Montag selbst beim Verein gemeldet, als er merkte, dass das Video Kreise zieht. Am Dienstagmorgen traf Schiller sich mit Benjamin Schmedes und Daniel Thioune. Sportdirektor und Trainer berieten danach gemeinsam mit Geschäftsführer Jürgen Wehlend über eine angemessene Strafe. Schiller habe sich laut Schmedes „glaubhaft für sein Fehlverhalten“ entschuldigt. Im Anschluss trat er vor die Mannschaft. Auch Schmedes richtete ein paar deutliche Worte an das Team, ehe sich die Spieler noch einmal untereinander austauschten.

Wie sieht die Strafe aus? Der VfL verhängte laut Schmedes eine „empfindliche“ Geldstrafe. Über die genaue Höhe wurde nichts bekannt. Zudem wurde Schiller seines Amtes im Mannschaftsrat entbunden. Laut Schmedes habe man dem Spieler zu verstehen gegeben, man erwarte künftig ein „adäquates Verhalten im Sinne der Werte des Vereins – auf und neben dem Platz!“. Nach Informationen dieser Zeitung soll es auch eine Abmahnung gegeben haben. Diese wäre nötig, um im Wiederholungsfall eine fristlose Kündigung auszusprechen.

VfL Osnabrück: Geldstrafe für Felix Schiller nach Video

Was sagt Schiller noch? „Das war mehr als unüberlegt und entspricht nicht im Ansatz meinem Bild vom VfL, der Stadt oder den Fans.“ Er wolle sich mit Leistung rehabilitieren. Er hoffe, „dass vor allem die Fans meine Entschuldigung akzeptieren können und mir eine zweite Chance geben“.

Wie waren die Reaktionen in Hilter? Bei dem Test stand Schiller wie vorher geplant von Beginn an auf dem Feld und spielte 60 Minuten. Ein Schritt zurück zur Normalität? Thioune sagt: „Ja.“ Weiter wollte der Trainer sich nicht dazu äußern. Der VfL will, so schnell es geht, den Fokus auf das Derby gegen Meppen richten. Zumindest die Fans, die am Dienstag in Hilter waren, schienen Schiller sein Fehlverhalten nicht nachzutragen. Es gab keine Pfiffe, einige klatschten ihn sogar ab.


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