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31.07.2018, 20:24 Uhr KOMMENTAR

Schillers Video: Gefahr für das zarte Pflänzchen VfL

Kommentar von Susanne Fetter

Neuzugang beim VfL: Felix Schiller. Foto: David EbenerNeuzugang beim VfL: Felix Schiller. Foto: David Ebener

Osnabrück. Neuzugang Felix Schiller hat mit einem niveaulosen Video Unruhe in den VfL Osnabrück und das Umfeld gebracht. Der Drittligist hat den Fußballer für dessen alkoholisierten Gesangsauftritt mit einer empflindlichen Geldstrafe belegt und aus dem Mannschaftsrat entfernt. Eine nicht ungefährliche Situation für einen Verein, der gerade versucht, Aufbruchsstimmung zu verbreiten.

Einen günstigen Zeitpunkt, zu dem solch ein Video an die Öffentlichkeit gerät, gibt es sicher nicht – einen ungünstigeren aber wohl kaum. Nach einer verkorksten Saison war es dem VfL Osnabrück gerade erst wieder gelungen, eine gewisse Aufbruchsstimmung aufflackern zu lassen.

VfL Osnabrück: Geldstrafe für Felix Schiller nach Video

Felix Schiller wird dieses zarte Pflänzchen mit seinem Video nicht gleich völlig kaputt trampeln, ihm einen Knick verpassen kann er aber schon. Die Schmähung gegen Osnabrück bringt Unruhe ins Team und das Umfeld. Noch mehr alarmiert haben sollte den Verein, in welchem Zustand das niveaulose Lied abgesungen wurde. Wenige Tage vor Saisonstart nachts angetrunken um die Häuser zu ziehen, sich dabei zu filmen und beizutragen, dass das Ganze öffentlich wird – all das weist auf Defizite hin, die, sollten sie grundsätzlicher Natur sein, im Wiederholungsfall eine fristlose Kündigung nach sich ziehen müssen.

Sich selbst geschadet

Schiller hat neben dem Verein damit vor allem sich selbst geschadet. Mit dem Anspruch, Stamm- und Führungsspieler zu sein, ist der 28-Jährige, der zu den Besserverdienern im Kader zählt, beim VfL angetreten.

Jetzt ist er aus dem Mannschaftsrat entfernt worden und muss sich Vertrauen erst einmal mühsam zurückerarbeiten. Den Anfang hat er gemacht. Er ist von sich aus auf den VfL zugegangen und hat sich bei Mannschaft und Fans entschuldigt.

Zweite Chance, aber unmissverständliches Signal

Ob und wie schnell sie ihm verzeihen, dürfte auch davon abhängen, wie stark sich der Innenverteidiger nun in den Dienst der Mannschaft und seines neuen Arbeitgebers stellt. Dieser setzt ähnlich wie bei Marc Heider auf den Grundsatz „Jeder hat eine zweite Chance verdient“, sendet aber gleichzeitig ein unmissverständliches Signal: So ein Verhalten wird nicht toleriert.


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