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Neuzugang entschuldigt sich VfL Osnabrück: Geldstrafe für Felix Schiller nach Video

Von Sportredaktion

Neu beim VfL Osnabrück: Felix Schiller. Foto: Helmut KemmeNeu beim VfL Osnabrück: Felix Schiller. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Der VfL Osnabrück ist mit einem Sieg in die 3. Fußball-Liga gestartet, aber dennoch gibt es vor dem Derby gegen den SV Meppen an diesem Sonntag Unruhe. Ein Video von Neuzugang Felix Schiller sorgt für Gesprächsbedarf. Der Verein hat den Spieler mit einer Geldstrafe belegt und von seinem Amt im Mannschaftsrat entbunden. Schiller entschuldigte sich und akzeptierte die Strafe.

In dem Video, das mittlerweile unter anderem auf Youtube zu sehen ist, singt der Abwehrspieler ein „Fanlied“ seines ehemaligen Vereins 1. FC Magdeburg und äußert sich an einer Stelle niveaulos über Osnabrück. Das Video ist offenbar nachts in der Nähe des Osnabrücker Güterbahnhofes entstanden, laut einer Mitteilung des Vereins in der Woche vor dem Ligaauftakt gegen die Würzburger Kickers „nach der Enttäuschung über den verpassten Saisonstart.“ Schiller war in der Vorbereitung wegen Adduktorenproblemen zurückgeworfen worden und konnte beim 2:1-Sieg gegen die Franken nicht mitwirken.

Geldstrafe vom Verein

Schiller hat das Video selbst gefilmt, das bestätigte der VfL. Über diverse Whatsapp-Gruppen fand es vermutlich seinen Weg ins Internet. Seit Montagabend verbreitet es sich rasant in den sozialen Medien. Von einer Veröffentlichung sehen wir an dieser Stelle ab, da es die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet.

Der Verein belegte den Spieler mit einer Geldstrafe. „Der 28-Jährige hatte sich alkoholisiert in einem Video unangemessen geäußert“, teilte der VfL zu dem „Fehlverhalten“ des Innenverteidigers mit. Über die Höhe der Geldstrafe äußerte sich der Verein in der Mitteilung am Dienstagnachmittag nicht.

In dieser entschuldigte sich Schiller auch für „beim Verein, bei meinen Teamkollegen, bei den Fans des VfL und bei allen Osnabrückern“ für sein „unüberlegtes Verhalten.“

Schiller entschuldigt sich

„Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mich zu einhundert Prozent mit dem Klub und meiner Aufgabe hier identifiziere. Ich war der erste Neuzugang in Osnabrück und habe mich ganz bewusst nach den Gesprächen mit dem Trainer und dem Sportdirektor dafür entschieden. Meine Aussagen sind zu einem für mich sehr emotionalen Zeitpunkt entstanden. Nach einer intensiven Vorbereitung habe ich dem Saisonstart so sehr entgegengefiebert und war maßlos enttäuscht, dass ich von einer Verletzung zurückgeworfen wurde. Obwohl ich entgegen dem ärztlichen Rat frühzeitig ins Training eingestiegen bin, um unbedingt beim Start dabei zu sein, hat es für mich nicht gereicht. Das soll keine Rechtfertigung sein, aber zumindest erklären, warum ich mich zu meinem Fehlverhalten habe hinreißen lassen. Das war mehr als unüberlegt und entspricht nicht im Ansatz meinem Bild vom VfL, der Stadt oder den Fans“, erklärt Schiller und fügt an: „Ich kann versprechen, dass ich bisher in jedem Training und in jeder Spielminute alles für den VfL gegeben habe und es auch zukünftig werde. Ich möchte mich mit Leistung rehabilitieren und maximalen sportlichen Erfolg mit dem VfL haben. Deshalb hoffe ich, dass vor allem die Fans meine Entschuldigung akzeptieren können und mir eine zweite Chance geben.“

Schmedes: Können wir weder tolerieren noch akzeptieren

Schiller hatte den Verein selbst informiert. „Felix hat sich umgehend bei mir gemeldet, sich glaubhaft für sein Fehlverhalten entschuldigt und die Umstände erklärt. Wir können es aber weder tolerieren noch akzeptieren. Wir haben ihn mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt und ihn von seinem Amt im Mannschaftsrat entbunden“, sagt VfL-Sportdirektor Benjamin Schmedes. „Felix hat sich am Dienstagmittag der Mannschaft gegenüber erklärt und entschuldigt. Der beste Weg, unter Beweis zu stellen, dass er sich mit Osnabrück, den Fans, dem VfL und seinen Werten identifiziert, ist Leistung auf dem Platz! Das haben wir ihm deutlich zu verstehen gegeben und soll auch ein deutliches Zeichen sein, dass wir ein Ausscheren von unserem gemeinsamen Weg nicht akzeptieren. Schließlich erwarten wir von unseren Spielern nicht nur sportliche Leistung, sondern auch ein adäquates Verhalten im Sinne der Werte des Vereins – auf und neben dem Platz!“

Beim Saisonauftakt gegen Würzburg auf der Bank

Schiller war von 2012 bis 2018 für Magdeburg aktiv und stieg mit dem Verein in der vergangenen Saison in die 2. Bundesliga auf. Danach wechselte der 28-jährige Innenverteidiger zum VfL Osnabrück. In der Vorbereitung plagten Schiller Adduktorenbeschwerden. Beim 2:1-Sieg gegen Würzburg zum Saisonstart saß er auf der Bank.

Die neuen beim VfL: Felix Schillers persönlicher Fragebogen

Der gebürtige Berliner galt wegen seiner robusten Spielweise (Spitzname „Maschine“) in Magdeburg als Publikumsliebling. Als er seinen Abgang beim FCM Anfang April bekannt machte, sage er der „Volksstimme“ bezüglich eines neuen Vereins: „Ich muss hinter einer Sache stehen, wenn ich was Neues mache. Nur dann kann ich so agieren, wie ich es beim FCM gemacht habe.“


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