Dercho: Jeder liefert Mosaikstein VfL-Publikumsliebling? „Im besten Fall die ganze Mannschaft“

Von Johannes Kapitza

Potenzial zum Publikumsliebling: Linksverteidiger Alexander Dercho (hier mit Ersatztorwart Philipp Kühn). Foto: Helmut KemmePotenzial zum Publikumsliebling: Linksverteidiger Alexander Dercho (hier mit Ersatztorwart Philipp Kühn). Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Das Urteil der Ostkurve fiel einhellig aus: „Alle auf den Zaun, alle auf den Zaun“ skandierten die Fans des VfL Osnabrück nach dem 2:1-Sieg gegen die Würzburger Kickers. Es war ein Auftakterfolg, der nicht einem überragenden Spieler, sondern einem kämpferischen Kollektiv zu verdanken war.

Trainer Daniel Thioune dürften die Gesänge aus der Fankurve gefallen haben. Vor dem Saisonstart war er gefragt worden, wer das größte Potenzial habe, zum Publikumsliebling zu reifen. „Wir könnten auf jeden Einzelnen eingehen. Alle haben das Potenzial“, hatte Thioune diplomatisch gesagt und dann den Teamgedanken in den Vordergrund gerückt: „Im besten Fall freuen sich die Fans über meine ganze Mannschaft.“

Thioune: In Osnabrück definiert man sich über Leidenschaft

Ob das gelingt, hängt allerdings entscheidend von den Typen im Team ab. „Wir brauchten Leute, die eine andere Spielweise auf den Platz bringen und die wir so in der vergangenen Saison nicht hatten“, sagt Thioune. Der 44-Jährige, der in 170 Pflichtspielen das VfL-Trikot getragen hatte, weiß, was an der Bremer Brücke ankommt: „In Osnabrück definiert man sich über Leistung und Leidenschaft. Dann wird man relativ schnell zum Lieblingsspieler.“

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Rückkehrer Dercho: Typisch Bremer Brücke

In der Gunst des Publikums stand am Samstag Alexander Dercho am höchsten: Sonderapplaus beim Verlesen der Aufstellung, Applaus bei seiner Auswechslung in der 82. Minute. Der Linksverteidiger, der die komplette vergangene Saison wegen einer Knorpelverletzung im Sprunggelenk verpasst hatte, wurde bei seiner Rückkehr in die Startelf warm empfangen. „Wir genießen diesen Sieg. Es war ganz wichtig, mit einem Sieg aus der Sommerpause zu starten“, sagte der 31-Jährige. Die Atmosphäre beim Comeback war „Genuss pur“ für Dercho, der die Unterstützung durch die Fans lobte: „Heute ist das wiedergekommen, was früher typisch Bremer Brücke war. Dieses Selbstverständnis wollen wir uns mit den Fans wieder erarbeiten, damit das nicht der letzte Heimsieg gewesen ist.“

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Am Dienstag mit Drittligakader in Hilter

Zunächst einmal steht an diesem Dienstag eine kleine Auswärtsreise an. Auf dem Platz des TuS Hilter an der Deldener Straße wird um 18.30 Uhr das Freundschaftsspiel gegen den gastgebenden Kreisligisten angepfiffen. Obwohl am kommenden Sonntag das Drittligaderby beim SV Meppen ansteht, kommt den Lila-Weißen die Partie nicht ungelegen. Zum Einsatz sollen zunächst die Ersatzspieler vom Samstag kommen, aber Thioune will nicht nur die zweite Reihe aufs Feld schicken. Der gesamte Drittligakader werde nach Hilter reisen, kündigte der Trainer an. „Es geht darum, dass wir uns in der Region zeigen“, sagte er. Sein Ziel in Hilter: „Möglichst allen Spielzeit geben und ein paar Tore schießen.“

Dercho: Jeder liefert einen Mosaikstein

Im Südkreis können die Kicker weiter Pluspunkte sammeln – vor allem für das gesamte Team. Das wäre auch in Derchos Sinne. „Von mir aus kann Publikumsliebling werden, wer möchte“, sagte er. „Wir müssen die Ergebnisse liefern. Zusammen liefert jeder von uns einen kleinen Mosaikstein, der die Leute am Ende applaudieren lässt.“


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