Serie vor dem Start der 3. Liga KFC Uerdingen: Durchmarsch mit Großkreutz, Aigner und russischer Hilfe?

Von André Lerch

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Uerdingen Am 27. Juli startet die Saison 2018/19 in der 3. Fußball-Liga. In einer Serie stellen wir die Konkurrenten des VfL Osnabrück und der Sportfreunde Lotte vor. Heute: der KFC Uerdingen.

Gründung und Tradition: 1905 gegründet, ist der DFB-Pokalsieg 1985 gegen Bayern München immer noch der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. 1986 machte der Club, damals noch unter dem Namen FC Bayer 05 Uerdingen, Schlagzeilen mit dem „Wunder von der Grotenburg“, als die Krefelder nach einer Aufholjagd Dynamo Dresden noch mit 7:3 aus dem Europapokal warfen. Nachdem sich die Bayer AG 1995 als Namens- und Geldgeber zurückgezogen hatte, begann der Niedergang des KFC Uerdingen. Drei Insolvenzverfahren, ein Zwangsabstieg 2005. Unter dem Investor Mikhail Ponomarev gelangen den Uerdingern seit 2016 zwei Aufstiege in Folge aus der Oberliga in die 3. Liga.

Stadion & Stimmung: Der KFC muss seine Heimspiele im Stadion des MSV Duisburg austragen. Die Grotenburg hält den Anforderungen der 3. Liga nicht stand, wird von der Stadt für fast neun Millionen Euro saniert. Rund um den Club ist in den vergangenen Monaten eine neue Euphorie entstanden. Im Schnitt besuchten 2800 Zuschauer die Partien.

Trainer & Team: Trainer Stefan Krämer ist seit Mitte März im Amt, hat von seinen 14 Pflichtspielen 13 gewonnen, keines verloren, zuletzt zwölf in Serie, darunter auch die Aufstiegsspiele gegen Waldhof Mannheim. Co-Trainer ist Stefan Reisinger, der noch Assistent des Vorgängers Michael Wiesinger war. Die Torhüter betreut Manfred Gloger.

Führung & Management: Hauptinvestor Ponomarev kümmert sich um die Finanzen, hat die Gesamtverantwortung, auch bei Transfers. Geschäftsführer Nikolas Weinhart und Trainer Krämer sondieren den Markt. Frank Strüver ist der Mann für die Rechtslagen und Verträge.

Finanzen & Etatplan: Der KFC nennt keine Zahlen des Etats. Der Gesamtwert der Mannschaft wird auf 6,5 Millionen Euro geschätzt. Etwa 700 Dauerkarten hat der KFC schon verkauft.

Kommen & Gehen: In Stefan Aigner (zuletzt Colorado Rapids) und Kevin Großkreutz (Darmstadt) kamen zwei Prominente für die Offensive hinzu. Aigner kann zentral, soll vor allem aber über die rechte Seite Impulse setzen, Großkreutz soll über links den Unterschied machen. Aber auch Zweitliga-Erfahrene wie Manuel Konrad (Dynamo Dresden) und Dennis Daube (Union Berlin) sind für das Mittelfeld neu dabei. Für die Innenverteidigung kam der Routinier Robert Müller von Liga-Rivale VfR Aalen. Ali Ibrahimaj kommt von Zweitligist SV Sandhausen ebenfalls für das Mittelfeld. Khalil Mohammad, zuletzt beim SC Wiedenbrück, vergrößert das breite Angebot im Mittelfeld. Lukas Schelenz (RB Leipzig) ist eher ein Perspektivspieler. Der ausgeliehene Linksaußen Maurice Litka fällt mit einer Schulterverletzung noch viele Wochen aus. Nur fünf Spieler, die Reservisten Leon Binder, Charles Takyi, Kevin Pino Tellez und der oftmals verletzte Christian Müller, haben das Team verlassen. Der Vertrag mit Patrick Ellguth, der kein Vollprofi ist und nebenbei arbeitet, wurde nicht verlängert.

Stars & Talente: In Maximilian Beister, Aigner und Großkreutz hat der KFC ein potenzielles Bundesliga-Trio in der Offensive auf dem Platz. In der Abwehr steht der frühere Profi von Real Madrid und 1. FC Köln, Christopher Schorch. Linksverteidiger Christian Dorda spielte schon für Borussia Mönchengladbach im Oberhaus. Ein großes Talent besitzt Rechtsaußen Johannes Dörfler (21), den der Trainer als möglichen Zweitliga-Spieler sieht, wenn er an seinen Schwächen noch arbeitet.

Auf & Ab: Wechselhafte Jahre liegen hinter dem KFC Uerdingen. Von 2011 bis 2016 ging es zwischen Oberliga und Regionalliga hin und her. Nun wirkt der Club sportlich und finanziell besser aufgestellt. Das Ziel des Hauptinvestors Ponomarev, notfalls auch alleine mit seinem Geld in die 2. Bundesliga zu kommen, wird mit entsprechender Stringenz verfolgt.

Chancen & Pläne: Ponomarevs Ziel ist die 2. Bundesliga, dort, wo sich „der Fußball finanziell selbst trägt“. Die Transfers aus den höheren Ligen deuten darauf hin, dass der Moskauer dieses Vorhaben schnell in die Tat umsetzen und in der 3. Liga nicht bloß mitlaufen will. Trainer Krämer sieht sein Team allerdings nicht im Kreis der Topfavoriten.

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Der Autor und freie Journalist berichtet seit Sommer 2015 regelmäßig über den KFC Uerdingen.

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