Serie vor dem Start der 3. Liga Sportfreunde Lotte auf der Suche nach Kontinuität

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Lotte Am 27. Juli startet die Saison 2018/19 in der 3. Fußball-Liga. In einer Serie stellen wir die Konkurrenten des SV Meppen vor. Heute: die Sportfreunde Lotte.

Geschichte & Tradition: Nachdem der im Jahr 1929 gegründete Verein viele Jahre in der Verbands- und in der Oberliga gespielt hatte, qualifizierte sich Lotte 2008 für die dreigleisige Regionalliga und schaffte schließlich 2016 den Aufstieg in die 3. Liga. In den ersten beiden Drittliga-Jahren schaffte Lotte jeweils den Klassenerhalt.

Stadion & Stimmung: Nach der Eröffnung 1986 wurde die Haupttribüne des Frimo-Stadions seit 2003 sukzessive ausgebaut. Nach dem Aufstieg in die 3. Liga war eine Aufstockung der Kapazitäten auf mehr als 10000 Plätze nötig. Allerdings wird diese Zuschauerzahl nur bei attraktiven DFB-Pokalspielen und teilweise bei Derbys gegen den VfL Osnabrück und den SV Meppen erreicht. Bisher heizten die SFL-Fans die Stimmung aus dem Stehblock an der Seite der Gegengeraden an. Zur neuen Saison ziehen sie in die Ostkurve, um von dort künftig ihre Mannschaft anzufeuern. Zudem gab es im Stadion in der vergangenen Saison zwei Veränderungen: Im Sommer ließen die Sportfreunde Hybridrasen verlegen, im Winter musste die Cafeteria fünf neuen Logen weichen.

Trainer & Team: In der vergangenen Saison war der Trainerstuhl der Sportfreunde der, der sich wahrscheinlich am schnellsten in ganz Deutschland drehte. Nach dem Wechsel von Erfolgstrainer Ismail Atalan zum Zweitligisten VfL Bochum Mitte Juli blieben Oscar Corrochano und Marc Fascher nicht lange. Ende Oktober 2017 übernahm Andreas Golombek, dessen Vertrag im Sommer auslief. Nun soll Matthias Maucksch für mehr Kontinuität auf dem Trainerposten sorgen. Der 49-jährige Fußballlehrer hat Vertrag bis 2020, genau wie sein Co-Trainer Nico Däbritz. Auch Chefscout und Teammanager Thilo Versick sowie Athletiktrainer Johannes Thienel sind neu, Physiotherapeutin Melanie Hubert ist hingegen geblieben. Für Torwarttrainer Bastian Görrissen gibt es noch keinen Nachfolger.

Führung & Management: In Lotte ist Manfred Wilke der unumstrittene Chef. Er hat sich mit dem Aufstieg in die 3. Liga einen Lebenstraum erfüllt. „Manni“ ist aber auf dem Boden geblieben. Der SFL-Macher mähte auf dem Trainingsgelände den Rasen und wies beim DFB-Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen die Besucher auf dem Autoparkplatz ein. Bis März dieses Jahr war Wilke offiziell Obmann bei den Sportfreunden. Seitdem ist er sportlicher Leiter in Lotte.

Finanzen & Etatplan: Der Verein plant mit einem im Ligavergleich niedrigen Etat. 2,7 Millionen Euro stehen zur Verfügung, wovon 2,1 Millionen Euro in das Profiteam fließen sollen. 300000 Euro sind für die Jugend eingeplant. Die schuldenfreien Sportfreunde haben für den Lizenzerhalt Marketingeinnahmen von 1,6 Millionen Euro nachgewiesen, der geplante Zuschauerschnitt liegt bei 2700. Hauptsponsor ist die Frimo Group, ein Hersteller von Werkzeugen und Fertigungsanlagen mit Sitz in Lotte, dessen Engagement sich auf etwa 300000 Euro belaufen dürfte. Dazu kommen viele kleinere und einige mittelgroße Sponsoren.

Kommen & Gehen: Mit 15 Abgängen und 14 bislang Neuzugängen hat Lotte einen großen Umbruch im Kader vollzogen. Mit André Dej (Jahn Regensburg), Kevin Pires-Rodrigues (Preußen Münster) und Moritz Heyer (Hallescher FC) haben drei Leistungsträger eine große Lücke im Mittelfeld hinterlassen. Die sollen die bisher überwiegend aus der Regionalliga verpflichteten Spieler schließen. Mit Flügelspieler Jules Reimerink (VfL Osnabrück) und Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh hat Lotte zwei Spieler mit Drittliga-Erfahrung geholt. Vorne fehlt nach dem Abgang vom Hamadi Al Ghaddioui im vergangenen Winter nach wie vor ein adäquater Ersatz, zumal Bernd Rosinger (FC Homburg) und Kevin Freiberger (RW Essen) auch nicht mehr da sind.

Stars & Talente: Einen Star gibt es nicht. Mit Adam Straith und Tim Wendel haben die Sportfreunde zwei Führungsspieler in ihren Reihen. Mit Maximilian Oesterhelweg ist der Topscorer der Vorsaison geblieben. Sinan Karweina, Jonas Hofmann, Tino Schmidt und Danny Breitfelder haben Potenzial, brauchen aber noch Zeit.

Auf & Ab: Bisher ging es für die Sportfreunde nur bergauf. In den ersten vier Jahren in der Regionalliga verpassten die Lotter den Meistertitel dreimal knapp. 2013 wurden die Sportfreunde Meister und sicherten sich dadurch die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 3. Liga. In den beiden Entscheidungsspielen trat Lotte gegen RB Leipzig an und verlor knapp. Drei Jahre später trat das Team aus dem Tecklenburger Land gegen Waldhof Mannheim an und ging aus der Relegation als Sieger hervor.

Chancen & Pläne: Der Verein ist nach der turbulenten Vorsaison auf der Suche nach Kontinuität. In diesem Jahr ist nicht mehr drin als der Klassenerhalt. Gelingt dies, wird sich Lotte Stück für Stück in der 3. Liga etablieren wollen.

Der Autor berichtet seit knapp zwei Jahren über die Sportfreunde Lotte.

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