Nordklubs zu Saisonbeginn außen vor Derby VfL Osnabrück gegen Preußen Münster live im NDR

Von Johannes Kapitza

Das Derby des VfL Osnabrück gegen Preußen Münster wird in dieser Saison das erste Spiel der Lila-Weißen sein, das live im NDR-Fernsehen gezeigt wird. Archivfoto: Helmut KemmeDas Derby des VfL Osnabrück gegen Preußen Münster wird in dieser Saison das erste Spiel der Lila-Weißen sein, das live im NDR-Fernsehen gezeigt wird. Archivfoto: Helmut Kemme

Osnabrück. Das Derby des VfL Osnabrück gegen Preußen Münster am 5. Spieltag der 3. Fußball-Liga (25. August, 14 Uhr) wird das erste Spiel der Lila-Weißen in der Saison 2018/19 sein, das live im NDR-Fernsehen übertragen wird. In der kommenden Spielzeit dürfen die öffentlich-rechtlichen Sender deutlich weniger Spiele als in der Vorsaison übertragen. Für eine mögliche Live-Sendung ist außerdem der Spieltermin ausschlaggebend.

Das Auftaktspiel am kommenden Freitag zwischen Eintracht Braunschweig und dem Karlsruher SC wird exklusiv bei der Telekom gezeigt. Die ARD überträgt am Samstag (14 Uhr) das Duell von Zweitligaabsteiger 1. FC Kaiserslautern gegen Aufsteiger 1860 München im Hauptprogramm. Damit ist auch klar, dass die Partie des VfL Osnabrück gegen Würzburg nicht im NDR gezeigt werden kann. Die Regionalprogramme der ARD hätten sich darauf geeinigt, keine Konkurrenzübertragungen zum „Ersten“ zu senden, sagt Matthias Cammann, Sport-Redaktionsleiter im NDR-Fernsehen. Am 1. Spieltag ist der NDR damit außen vor, denn wie in der Vorsaison stehen nur Samstagsspiele für die Öffentlich-Rechtlichen zur Auswahl. Rostock spielt aber sonntags in Cottbus, Meppen erst am Montag in Lotte.

Ansetzungen an ersten beiden Spieltagen für NDR „ärgerlich“

Die Ansetzungen des 2. Spieltags machten die Laune bei den NDR-Verantwortlichen nicht besser. Vier Klubs, zwei Nordduelle, keine Übertragungsmöglichkeit: Hansa Rostock empfängt Eintracht Braunschweig schon am Freitag. Der VfL Osnabrück reist am Sonntag nach Meppen. „Dass wir an den ersten beiden Spieltagen keines der sehr attraktiven Spiele der Nordklubs übertragen können, ist ärgerlich“, sagt Cammann. Die Ansetzungen an den folgenden Spieltagen sehen günstiger aus: „Da gibt es eine ganze Menge reizvolle Spiele am Samstag.“

Nur noch 86 statt bis zu 120 Spiele im Öffentlich-Rechtlichen

In der kommenden Saison müssen die ARD und ihre Regionalsender ihr Engagement zurückschrauben. Statt bis zu 120 Spielen in der Vorsaison dürfen laut Rechtepaket nur noch 86 live gezeigt werden. Für das Fernsehen habe sich die Situation „nicht verbessert“, sagt Cammann.

NDR, WDR und SWR mit den meisten Klubs

Außer dem NDR haben auch der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und der Südwestrundfunk (SWR) vier Vereine in ihrem Verbreitungsgebiet. Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Bayrischer Rundfunk (BR) haben drei Klubs, der Hessische Rundfunk (HR) und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) jeweils einen in ihrem Zuständigkeitsbereich. Die Regionalsender mit mehr Klubs hätten beim Zugriff auf die Spiele „ein etwas größeres Gewicht“, sagt Cammann. Die Live-Übertragungen hingen aber auch stark von den Ansetzungen ab.

Online-Streams gibt es nur bei TV-Übertragungen

Wenn sich zwei Regionalprogramme auf eine Partie verständigen können, bietet sich eine Kooperation an – wie im Fall des Spiels Osnabrück - Münster, das gleichzeitig im WDR und im NDR gezeigt werden kann, ohne das ARD-Kontingent doppelt zu belasten. „So wird es häufiger laufen“, sagt Cammann über das Kooperationsmodell. Wie in der Vorsaison gilt für Online-Livestreams: Im Internet dürfen nur die Spiele übertragen werden, die auch im Fernsehen live gezeigt werden.

Cammann: Wer erfolgreich spielt, kommt häufiger ins Fernsehen

Der NDR werde versuchen, „alle vier Vereine im Sendegebiet in gewisser Weise gleich zu behandeln“, sagt Cammann. Bei der Auswahl der Live-Partien spielen natürlich der sportliche Reiz und der Tabellenstand eine Rolle. „Je besser ein Team spielt, desto häufiger kommt es ins Programm“, erklärt Cammann. Was die Atmosphäre im Stadion angeht, hat der VfL aus Fernsehsicht einen attraktiven Konkurrenten bekommen. Zweitligaabsteiger Eintracht Braunschweig verspreche ebenfalls eine stimmungsvolle Kulisse bei Heimspielen. „Das ist für Liveübertragungen immer schön“, sagt Cammann. Grundsätzlich bleibt der VfL für den NDR aber ebenso attraktiv. „Ich habe viele Fahrstuhlsaisons mit dem VfL erlebt. Wir sind sehr gerne in Osnabrück, die Stimmung im Stadion ist gut und wir sind in Osnabrück immer gut behandelt worden“, sagt Cammann.


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