Einige Schwächen, aber die Richtung stimmt 2:1 und 5:1: VfL Osnabrück besteht zwei Willensproben

Von Harald Pistorius und Christian Hesse

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Zweikampfstark: So wie Felix Agu in Jeddeloh ging der VfL in den beiden Testspielen des Wochenendes zur Sache. Foto: Christian HesseZweikampfstark: So wie Felix Agu in Jeddeloh ging der VfL in den beiden Testspielen des Wochenendes zur Sache. Foto: Christian Hesse

Osnabrück. Zwei Wochen vor dem Saisonstart in der 3. Liga stellte sich der VfL Osnabrück in zwei Testspielen gegen Regionalligisten in guter Form vor. Sowohl beim 2:1 in Oberhausen als auch beim 5:1 in Jeddeloh war das neue Team einsatz- und spielfreudig. Schwächen waren dennoch zu sehen, aber die Richtung stimmt.

Oberhausen Und auch das Ergebnis sollte stimmen. „Ich hätte mich sehr geärgert, wenn wir dieses Spiel nicht gewonnen hätten“, sagte Trainer Daniel Thioune in Oberhausen, wo beide Mannschaften bis zur letzten Sekunde mit harten Bandagen um den Erfolg kämpften. Bei 28 Grad und prallem Sonnenschein war das auch eine Willensprobe für die Osnabrücker, die anders als der motivierte Regionalligist, der ein halbes Dutzend frischer Kräfte brachte, nur zwei späte Wechsel vollzogen.

So stand der VfL in der zweiten Halbzeit mehr unter Druck als in der ersten, als die Mannschaft sofort die Initiative ergriff, druckvoll angriff und durch zwei Tore des agilen Marc Heider in Führung ging. Der Stürmer traf mit einem Freistoß (10.) flach ins lange Eck und mit einem Kopfball (33.) aus 14 Metern.

Zwischendurch hatten die Oberhausener mit dem offensivfreudigen Linksverteidiger Maik Odenthal durch den 2,01-Meter-Hünen Jannik Löhden nach einem Eckball von rechts ausgeglichen – ein Tor mit Folgen: Nach dem Spiel mussten die Osnabrücker mit einer intensiven Laufeinheit eine Verabredung einhalten, die ihnen Thioune angekündigt hatte: „Wenn ihr ein Gegentor durch einen Standard bekommt, lauft ihr…“

Und sie liefen, ausgepumpt, aber durchaus zufrieden. Zum Beispiel Torwart Philipp Kühn, der gegen seinen Exclub drei, vier Paraden lieferte. Oder Alexander Dercho, dem die Freude über das Ende der einjährigen Zwangspause anzumerken ist. Oder Ulrich Taffertshofer und Daniel Blacha, die im Zentrum zusammen mit Tim Danneberg laufstark und ballsicher waren. Oder Bashkim Renneke, der spritzig und schnell über die rechte Seite für Schwung sorgte. Und natürlich Heider, der jedem Ball nachjagte und jeden Zweikampf suchte, der sich bot.

Für einen höheren Sieg fehlte es am letzten, raumöffnenden Pass, und bei aller Zweikampfstärke ließ die Defensive zu viele Chancen zu. Doch unterm Strich zeigte die Mannschaft genau das, was Thioune zwei Wochen vor dem Start sehen wollte.

In Oberhausen standen vermutlich mehr Kandidaten für die erste Elf auf dem Platz, die am 28. August gegen Kickers Würzburg die Punktspielsaison eröffnet, als einen Tag später in Jeddeloh. Doch verbietet sich, von einer A- und B-Mannschaft zu sprechen. Denn mit Torwart Nils Körber, Abwehrrecke Felix Schiller, Mittelfeldmann Manuel Farrona Pulido und Stürmer Marcos Alvarez etablierte Spieler ihre Ansprüche anmeldeten – zur ausdrücklichen Freude von Thioune, der derzeit bei der Nominierung einer ersten Elf auf mehreren Positionen grübeln müsste.

Die Konsequenz in der Chancenverwertung und die Konzentration in der Abwehrarbeit stimmten gegen den Regionalligisten. Dass daran zwei Talente aus dem eigenen Nachwuchs ihren Anteil hatten, ist hoffentlich kein Zufall. Simon Haubrock fügte sich in der Abwehrreihe unkompliziert ein, und Tim Möller erzielte zwei blitzsaubere Tore.

Die restlichen Treffer verbuchten Alvarez, Renneke und Farrona Pulido für sich. Ärgerlich war der Gegentreffer, der nach einem missglückten Rückpass und einer ebenso missglückten Kopfballabwehr von Torwart Körber zum 1:3 fiel.

Der Kampf um die Plätze wird hart, und so darf man von der Generalprobe am Samstag (21. Juli, 14 Uhr) einiges erwarten. Gegner an der Bremer Brücke ist der ambitionierte belgische Zweitligist Royale Union Saint-Gilloise aus Brüssel, der mit einem deutschen Geldgeber die Rückkehr in die erste Liga im Land des WM-Dritten anstrebt.

Dann wird der neue Kapitän das Team anführen, denn bis dahin will sich Thioune entscheiden. In Oberhausen trug Danneberg die Binde, in Jeddeloh Alvarez.


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