Serie vor dem Start der 3. Liga VfL-Legende Enochs weckt Vorfreude in Zwickau

Von Thomas Prenzel

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Zwickau. Am 27. Juli startet die Saison 2018/19 in der 3. Liga. In dieser Serie stellen wir die Konkurrenten des VfL Osnabrück und der Sportfreunde Lotte vor. Heute: der FSV Zwickau.

Geschichte & Tradition: Der FSV ist Nachfolgeverein der in der DDR legendären Betriebssportgemeinschaft Sachsenring Zwickau. Der vom Trägerbetrieb VEB Sachsenring Automobilwerke (vormals Horch) geförderte BSG war in den Sechziger- und Siebzigerjahren ein Topteam der DDR-Oberliga und erreichte 1975/76 mit dem berühmten Torwart Jürgen Croy das Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger.

Stadion & Stimmung: Das 2016 fertiggestellte und von der Stadt für 18 Millionen Euro erbaute „Stadion Zwickau“ (Kapazität: 10134) hat noch keinen Namenssponsor. In der zweiten Drittligasaison nach der Rückkehr in den Profifußball war die Resonanz (4864, Vorsaison: 5311) rückläufig.

Trainer & Team: Kurz nach der Freistellung des sechs Jahre in Zwickau tätigen Trainers Torsten Ziegner präsentierte der FSV Joe Enochs als Nachfolger. Der Osnabrücker hat es auch ohne Punktspiele bereits geschafft, Vorfreude auf die neue Saison zu wecken. Mit seiner freundlichen und offenen Art, einer glänzenden Vorstellung seines Konzepts bei den Sponsoren und dem erstmals öffentlichen Trainingsauftakt sammelte der Amerikaner schon mal Sympathiepunkte.

Führung & Management: Sportdirektor David Wagner, für den FSV in der 2. Bundesliga am Ball, trifft mit Enochs alle Entscheidungen, die die erste Mannschaft betreffen. Vorstandssprecher und wichtigster Mann in diesem Gremium ist Tobias Leege, der sich um die wirtschaftliche Seite kümmert.

Finanzen & Etatplan: Erst auf den letzten Drücker konnte das in den Lizenzauflagen mit 1,4 Millionen Euro bezifferte Defizit laut Vereinsangaben mithilfe von zusätzlichen Sponsoreneinnahmen beglichen werden. Für die neue Spielzeit plant der FSV mit einem leicht auf 1,9 Millionen Euro erhöhten Etat für die erste Mannschaft. Die Zugehörigkeit zur 3. Liga bleibt wirtschaftlich ein Ritt auf der Rasierklinge. Verhandlungen, die jährliche Stadionmiete von 440000 Euro zu reduzieren, sind bislang ergebnislos.

Kommen & Gehen: Der Trainer muss, obwohl das Gerüst der Leistungsträger erhalten blieb, einen Umbruch bewältigen: Elf Zugänge hat der FSV verpflichtet, 14 Abgänge verzeichnet der Verein, wenn man Jonas Acquistapace und Julius Hodek, die zwar noch Vertrag besitzen, in den sportlichen Planungen aber keine Rolle mehr spielen, mit einrechnet. Der Kader besteht aus drei Torhütern und 23 Feldspielern. Mit dem zweitligaerfahrenen Julius Reinhardt (Chemnitzer FC) soll der Abgang von Jan Washausen (Halle) kompensiert werden. Enochs achtete bei der Auswahl besonders auch auf die Körpergröße, um die Stärke bei Standards auszubauen. Mit Bryan Gaul (SV Elversberg/1,95 Meter), Tarsis Bonga (Fortuna Düsseldorf II/1,96 Meter) sowie Lion Lauberbach (RW Erfurt/1,92 Meter) bekam Sturmtank Ronny König (1,90 Meter) Spieler auf Sichthöhe an seine Seite.

Stars & Talente: Mit Torjäger König (11 Treffer), Kapitän Toni Wachsmuth, Mike Könnecke und Torhüter Johannes Brinkies konnten vier Leistungsträger gehalten werden. Anthony Barylla, 20-jähriger Außenverteidiger und Sohn des früheren FSV-Zweitligaprofis André, hat sich in seinem ersten Drittligajahr zur Stammkraft gemausert.

Auf & Ab: In den letzten zwei Spielzeiten befand sich der FSV jeweils nach der Hinrunde in Abstiegsnöten, bekam aber noch die Kurve. Vieles war und ist auf Torjäger König ausgerichtet. Dies soll sich nicht grundlegend ändern, aber man will flexibler sein. Der neue Trainer Joe Enochs hat das Training auf eine neue Stufe gehoben. Neben der Zuhilfenahme eines Athletiktrainers wurden Laktat-, Sprint-, und Beweglichkeitstests eingeführt, die eine bessere Trainingssteuerung ermöglichen soll.

Chancen & Pläne: Das Ziel ist der Klassenerhalt. Außerdem will sich der Verein über den Sachsenpokal ein Startrecht für die 1. DFB-Pokalrunde sichern. Der Verein will sich weiter professioneller aufstellen, um mehr Sponsoringgelder zu holen. Wenn der Etat nicht wächst, wird es schwer, den Drittliga-Standort in Westsachsen zu erhalten.

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Der Autor berichtet für die Freie Presse über den FSV.

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