Serie vor dem Start der 3. Liga VfR Aalen: Allein der Klassenerhalt genügt nicht mehr

Von Alexander Haag

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Aalen. Am 27. Juli startet die Saison 2018/19 in der 3. Fußball-Liga. In einer Serie stellen wir die Konkurrenten des VfL Osnabrück und der Sportfreunde Lotte vor. Heute: der VfR Aalen.

Geschichte & Tradition: Der Verein für Rasenspiele Aalen wurde im Jahr 1921 gegründet. Als Aufstiegsfavorit gehandelt, stürzte der damals finanzkräftige Club im Jahr 2009 in die Regionalliga ab. Es folgte ein Neuanfang, der im Jahr 2012 unter Trainer Ralph Hasenhüttl zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte führte: dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nach drei Jahren im Fußball-Unterhaus stieg der Verein wieder in die 3. Liga ab.

Teil 1 der Serie: Bewährungsprobe im schweren zweiten Jahr für Carl Zeiss Jena >>

Stadion & Stimmung: 2001 wurde das einstige Waldstadion komplett ausgebaut. Nach dem unrühmlichen Ausstieg von Präsident und Mäzen Berndt-Ulrich Scholz 2016 wurde die 14500 Zuschauer fassende „Scholz-Arena“ in „Ostalb-Arena“ umgetauft. Kamen zu Zweitliga-Zeiten durchschnittlich 7700 Fans, waren es in der vergangenen Drittliga-Runde nur noch 3800 Zuschauer.

Trainer & Team: Nach drei erfolgreichen Jahren hat sich die Klubführung für einen Neuanfang mit neuem Trainerteam entschieden. Der Vertrag mit Peter Vollmann wurde nicht verlängert, auch Co-Trainer Jan Kilian und Torwarttrainer Timo Reus haben den VfR Aalen verlassen. Als Vollmann-Nachfolger kam Argirios Giannikis von RW Essen. Co-Trainer Sandro Stuppia rückt aus der U19 auf, neuer Torwarttrainer ist der ehemalige VfR-Profi Erol Sabanov. Ebenso neu: Zwei Athletiktrainer kümmern sich um die Fitness: die Diplom-Sportwissenschafler Johannes Gärtner und Peter Rothenstein.

Teil 2 der Serie: Für Fortuna Köln geht es erst mal nur um den Klassenerhalt >>

Führung & Management: Sportlich hat Präsidiumsmitglied Hermann Olschewski das Sagen, nachdem Geschäftsführer Markus Thiele den Verein im Dezember 2017 unerwartet in Richtung Hansa Rostock verlassen hat. Dessen Stelle wurde aus Kostengründen nicht neu besetzt. Nach Thieles Weggang war auch das Aus von Trainer Peter Vollmann besiegelt. Wenige Wochen später verkündete der Verein, dass der Vertrag des 60-Jährigen im Sommer nicht verlängert wird.

Finanzen & Etatplan: Der Etat von rund 5,5 Millionen Euro entspricht dem des Vorjahres. Der Spieleretat beträgt gut 2 Millionen Euro. Der Zuschauerschnitt soll in der kommenden Saison wieder gesteigert werden, nachdem die Zahlen zuletzt rückläufig waren und entsprechende Einnahmen am Ende schmerzlich gefehlt haben. Bislang sind 1800 Dauerkarten verkauft.

Teil 3 der Serie: Eintracht Braunschweig hat trotz des bitteren späten Abstiegs eine solide Basis >>

Kommen & Gehen: Die neun Neuzugänge sind eine Mischung aus jungen, gut ausgebildeten und erfahrenen Spielern. Mit Mart Ristl (Sochaux), Patrick Funk (Wiesbaden), Royal-Dominique Fennell (Halle), Myroslav Slavov (Chemnitz), Marian Sarr (Wolfsburg), Marvin Büyüksakarya (Wiedenbrück), Nils Anhölcher (Hoffenheim U19), Yannis Letard (Guingamp) sowie Antonios Papadopoulos und Marc Onuoha (beide eigene U19) soll der Umbruch vollzogen werden. Verlassen haben den Verein gleich fünf Leistungsträger: Rico Preißinger (Magdeburg), Sebastian Vasiliadis (Paderborn), Maximilian Welzmüller (FC Bayern München II), Robert Müller (KFC Uerdingen) und Daniel Stanese (Energie Cottbus). Außerdem gegangen sind Junya Suzuki und Cagatay Kader, die sportlich aber keine Rolle spielten.

Stars & Talente: Robert Müller, Maximilian Welzmüller und Rico Preißinger waren absolute Führungsspieler. Doch die sind weg. In deren Rolle sollen jetzt die Neuen Patrick Funk und Royal Dominique Fennell schlüpfen – unterstützt von den Etablierten Matthias Morys, Sascha Traut, Thomas Geyer und vor allem Keeper Daniel Bernhardt, der als Kapitän vorangeht. Die Talente um Noah Feil und Nils Anhölcher werden noch ihre Zeit benötigen.

Teil 4 der Serie: Ziele des Karlsruher SC bleiben trotz Einsparungen hoch >>

Auf & Ab: Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga im Jahr 2015 musste der VfR Aalen auch finanziell kleine Brötchen backen, zumal der VfR im Februar 2017 in die Insolvenz ging. Der Klassenerhalt war daher zuletzt stets das Ziel – dieses wurde aber immer souverän umgesetzt.

Chancen & Pläne: Der Klassenerhalt allein reicht den Verantwortlichen nicht mehr. „Wir wollen den Abstand zu den Aufstiegsplätzen massiv verringern“, gibt Hermann Olschewski das Ziel für die neue Runde aus. Und: Zum Jubiläumsjahr 2021 will der Verein wieder in der 2. Bundesliga spielen.

Der Autor berichtet seit 2003 für die Schwäbische Post (und den Kicker) über den VfR Aalen.

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