„Der Resetknopf ist gedrückt“ VfL-Trainer Thioune über die fußballlose Zeit und unterbewertete Spieler

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Geht ohne Belastung in die neue Saison: VfL-Cheftrainer Daniel Thioune. Foto: imago/HesslandGeht ohne Belastung in die neue Saison: VfL-Cheftrainer Daniel Thioune. Foto: imago/Hessland

Osnabrück. Wenn es nicht gerade um neue Spieler ging, war Daniel Thioune in den vergangenen Wochen eher „offline“. Jetzt ist der Cheftrainer des VfL Osnabrück wieder komplett „auf Empfang“, blickt kurz zurück, noch mehr aber nach vorne. Daniel Thioune über…

…den Abschied von seinem Vater: „Ich habe die fußballlose Zeit auch dazu genutzt, um in den Senegal zu fliegen, um dort für mich von meinem verstorbenen Vater Abschied zu nehmen. Gerade mit meinem Vater verbinde ich besondere Erinnerungen an die Bremer Brücke. Er war der Erste, der mit mir ins Stadion gegangen ist.“

…die sonstige fußballlose Zeit: „Ich war eine Woche mit meiner Tochter in Los Angeles. Und weil es dann doch nicht ganz ohne Fußball geht, haben wir uns ein Spiel von LA Galaxy mit Zlatan Ibrahimovic angeschaut. Mit meiner Frau war ich einige Tage auf Mallorca. Und schließlich habe ich mit meinem Sohn noch die Riesen-Therme in Erding und das finale Basketballspiel um die deutsche Meisterschaft zwischen Bayern München und Alba Berlin besucht.“

…den vermeintlichen Rucksack, den er in die neue Saison trägt: „Sie meinen die Sieglosserie in der Rückrunde der vergangenen Saison? Diese Serie ist keine Belastung – weder für mich noch für das Team. Wir starten alle wieder bei null. Der Resetknopf ist gedrückt. Und viele der Spieler im Kader sind nicht für die Rückserie der vergangenen Saison verantwortlich.“

…die neuen Spieler: „Im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten bin ich mit den Transfers sehr zufrieden. Wir können sicher nicht jeden Spieler bekommen, deswegen reden wir lieber über die Spieler, die bisher bei uns sind und die meines Erachtens woanders unterbewertet worden sind und noch Luft nach oben haben. Nur ein Beispiel: Es gibt Gründe, warum ich einen Maurice Trapp schon vor sieben Monaten auf dem Zettel hatte – zu einem Zeitpunkt, als Chemnitz noch nicht abgestiegen war. Ich habe zumindest schon für den einen oder anderen Transfer eine Glückwunsch-SMS von anderen Trainern bekommen. Ob sich diese Glückwünsche dann auch bestätigen, werde ich sehen. Noch ein Beispiel: Unterhaching hätte Ulrich Taffertshofer sicher gerne gehalten. Das ist ein Spieler, der sportlich wie menschlich wachsen will. Das hat er uns eindrucksvoll in den Gesprächen rübergebracht. Deswegen sind auch Entscheidungen gegen Spieler gefallen, die uns dieses Gefühl nicht übermittelt haben. Wenn mir nur jemand erzählt, dass die Fans und die Atmosphäre in Osnabrück geil seien – das alleine reicht mir nicht.“

…mögliche weitere Neuzugänge: „Jetzt brauchen wir vielleicht noch etwas Musik für die Offensive. Verstärkungen für das zentrale Mittelfeld, für den Flügel und für den Sturm.“

…die Vorbereitung: „Am Samstag werden wir nach drei Tagen Leistungsdiagnostik erstmals auf dem Trainingsplatz stehen. Eine Aufgabe ist es natürlich, dass sich die vorhandenen und neuen Spieler schnell zusammenfinden. Wir werden in den ersten Wochen viel Zeit miteinander verbringen. Auch an der Illoshöhe wollen wir räumlich Veränderungen vornehmen, um für die Jungs mehr Angebote vor, zwischen und nach den Trainingseinheiten zu schaffen. Das ist auch unsere Verpflichtung, wenn wir mehr von den Profis einfordern. Dazu fahren wir auch einige Tage ins Trainingslager nach Ankum, was sich in den vergangenen Jahren ja auch schon bewährt hat.“

…die Testspiele vor dem Saisonstart: „Traditionell wollen wir uns im ersten Spiel einfach erst einmal den Fans in der Region präsentieren. Deswegen sind wir in Lüstringen zu Gast. Danach sollen die Jungs in vielen Tests möglichst viele Minuten Spielzeit bekommen – mit einer ausgewogenen Mischung aus höher- und unterklassigen Gegnern.“

…den ersten Spieltag: „Klar, ich würde schon gerne mit einem Heimspiel in die Saison starten. Aber ehrlich gesagt, das ist auch gar nicht so entscheidend. Am ersten Spieltag auf dem Betzenberg in Kaiserslautern anzutreten hätte auch seinen Charme.“


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