Alle Auflagen pünktlich erfüllt VfL Osnabrück: DFB erteilt die Lizenz für die neue Saison

Von Harald Pistorius

Kraftakt: VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend meldet ein positives Zeichen vom DFB bezüglich der Lizenz für die 3. Liga 2018/19. Foto: Michael GründelKraftakt: VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend meldet ein positives Zeichen vom DFB bezüglich der Lizenz für die 3. Liga 2018/19. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der VfL Osnabrück hat seine Unterlagen im Lizenzierungsverfahren des Deutschen Fußball-Bundes am Dienstag eingereicht. Der Drittligist geht fest davon aus, alle Auflagen erfüllt zu haben und rechnet in den nächsten Tagen mit einem endgültigen positiven Bescheid aus Frankfurt.

„Fristgerecht, vollständig und erfolgreich“, so hieß es in der Pressemitteilung, die der VfL am Dienstag verschickte, habe man die Unterlagen eingereicht. Noch am Nachmittag kam die Mitteilung aus der DFB-Zentrale, die Geschäftsführer Jürgen Wehlend so zusammenfasste: „Die DFB-Zentralverwaltung hat uns bestätigt, dass sie dem Zulassungsbeschwerdeausschuss empfehlen wird, dem VfL Osnabrück die Lizenz zu erteilen.“

Im Rahmen des Verfahrens musste der VfL zwei wesentliche wirtschaftliche Bedingungen erfüllen: Es musste der Nachweis über 2,4 Millionen Euro erbracht werden sowohl durch nachvollziehbare Einnahmen im Sponsoring als auch durch Einsparungen. Außerdem wurde dem VfL auferlegt, eine Liquiditätsreserve von 620000 Euro zu erbringen. Beide Bedingungen wurden laut Wehlend erfüllt.

Strengeres Verfahren des DFB

„Es war schwieriger als in den letzten Jahren, obwohl die Beträge bei dem Nachweis der Einnahmen und die Liquiditätsreserve um etwa 20 Prozent niedriger lagen als im Vorjahr“, sagte Wehlend zum ganzen Verfahren. Das lag auch, aber nicht nur an dem strengeren Vorgehen des DFB, das auch andere Vereine bestätigen. Nach den vier Insolvenzen in den beiden vergangenen Spielzeiten ist der Verband entschlossen, weitere wirtschaftliche Abstürze zu verhindern.

Schwierige Gespräche

Laut Wehlend erschwerten die Zweifel an der Stabilität der dritten Profispielklasse des deutschen Fußballs die Gespräche mit Sponsoren, Banken, Versicherungen und Finanziers: „Die bewerten die Risikofaktoren.“ Dazu gehört, wie der Geschäftsführer sagt, auch, dass sich der sportliche Druck auf jeden einzelnen Verein erhöht, weil es in der Saison 2018/19 erstmals vier – statt wie bisher drei – Absteiger gibt.

Im Ringen um die Erfüllung der Lizenzbedingungen habe sich auch die negative Stimmung und die Unruhe rund um dem VfL niedergeschlagen. „Das wurde bei etlichen Partnern kritisch bewertet und entsprechend hinterfragt“, sagt Wehlend.

Umso erfreulicher sei es, dass sich die Sponsoringeinnahmen für die kommende Saison inzwischen auf vier Millionen Euro belaufen. „Dort hat man sich zu unserem Weg bekannt und ist bereit, diesen Weg weiter zu unterstützen“, sagt Wehlend, „für mich entspricht diese Haltung den Publikumsreaktionen in der letzten Viertelstunde des Spiels gegen Werder Bremen: Das negative Bild, das einige vom VfL zeichnen, entspricht nicht der Realität und auch nicht der Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit. Was nicht heißt, dass keine Fehler gemacht worden sind.“

Personaletat von drei Millionen Euro

In der Saison 2018/19 kalkuliert der VfL bei einem Gesamtetat von acht Millionen Euro, mit einem Zuschauerschnitt von 8500 und mit Personalkosten für das Profiteam von drei Millionen Euro. „Das ist ein dynamischer Etat, der an die tatsächlichen Einnahmen angepasst werden kann. Zunächst mal basiert er nur auf den Einnahmen, die schon jetzt abgesichert sind“, sagt Wehlend, der sich von der Attraktivität der 3. Liga viel verspricht: „Tolle Vereine, interessante Trainer – wir können jetzt anfangen, uns auf Fußball und auf unsere neue Mannschaft zu freuen“.

„Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt und dürfen als Botschaft des DFB mitnehmen, dass die Tendenz bei uns stimmt“, sagt Wehlend, der sich ausdrücklich bei allen Unterstützern und Partner für ihren Beitrag zur Lizenzerteilung bedankte.