Aus Ibbenbüren über den BVB zum VfL Leon Petö ist in Rumäniens U16 eine feste Größe

Von Peter Vorberg

Spielmacher mit viel Potenzial: Leon Petö (links) spielt in der U17 des VfL Osnabrück. Foto: Hermann PentermannSpielmacher mit viel Potenzial: Leon Petö (links) spielt in der U17 des VfL Osnabrück. Foto: Hermann Pentermann

pv Osnabrück. Als ihm die regelmäßigen Reisen nach Dortmund zu weit wurden, wechselte Nachwuchsfußballer Leon Petö zum VfL Osnabrück. Die Lila-Weißen freuen sich über das Talent. Der 15-Jährige gehört zum festen Stamm der rumänischen U16-Nationalmannschaft.

Seit gut zwei Jahren erhält Leon Petö regelmäßig Einladungen vom rumänischen Fußballverband. Das Training bei der U16-Nationalmannschaft sei „viel anstrengender“, als er es von seinem Klub gewohnt ist, sagt der 15-Jährige, hat dafür aber auch eine Erklärung. „Die Qualität dort ist enorm hoch. Das sind ja auch die Besten des ganzen Landes. Das heißt aber nicht, dass die Qualität beim VfL nicht gut wäre“, sagt Petö, dessen Eltern vor 20 Jahren aus Rumänien nach Ibbenbüren übersiedelten.

Über Borussia Dortmund zum VfL Osnabrück

Den Traum vom Fußballprofi hat das Talent vom Typ „Spielmacher“ fest im Blick. Dafür hat Petö bereits in jungen Jahren viel auf sich genommen. Die ersten Schritte machte er bei Arminia Ibbenbüren und der Ibbenbürener Spielvereinigung. Vor dem zweiten D-Jugend-Jahr wechselte er von der Ibbenbürener Spielvereinigung zu Borussia Dortmund. Zweieinhalb Jahre lang reiste er viermal pro Woche zum Training nach Dortmund. „Das war mir dann einfach zu anstrengend“, sagt Petö. Weil sich die Aussicht auf einen Internatsplatz zerschlug, wechselte er im Januar 2017 in die U15 des VfL. Bei den Lila-Weißen fühlt er sich wohl, auch wenn seine erste halbe Saison im lila-weißen Dress mit dem Abstieg aus der C-Junioren-Regionalliga endete. „Hier sprechen die Trainer viel häufiger mit einem und geben einem ein gutes Gefühl“, verteilt der technisch versierte Offensivallrounder fleißig Komplimente an seinen jetzigen Verein.

Ukrow: Belastung im Blick haben

Der VfL ist mit dem Nachwuchstalent sehr zufrieden, wie Alexander Ukrow, der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, deutlich macht. „Leon ist aus einem anderen Nachwuchszentrum zurück in die Region gekommen. Das ist für uns ganz wichtig und spricht für unsere Nachwuchsarbeit. Außerdem wird er ab Sommer die DFB-Eliteschule am Sonnenhügel besuchen und noch intensiver trainieren können“, sagt Ukrow. „Wir freuen uns sehr, dass Leon international spielt, und unterstützen das natürlich, auch wenn wir die Belastung ein wenig im Blick haben müssen.“

Häufig im Einsatz für Rumänien

In der Tat gab es in den vergangenen zwölf Monaten häufige Abstellungen. Petö spielte bei mehreren Turnieren und Länderspielen für Rumäniens U15, U16 und sogar schon U17. Die Reisen führten ihn unter anderem nach Zypern, Italien und Polen. „Das sind natürlich tolle Erfahrungen, wir haben beispielsweise schon gegen die zweite Mannschaft von Steaua Bukarest gespielt. Gegen Italiens U15 haben wir zweimal 1:0 gewonnen. Zuletzt war ich vom 10. bis 14. April bei einem Vier-Nationen-Turnier mit Tschechien (1:6), den Niederlanden (2:2) und Polen (0:2) in Rumänien im Einsatz. Gegen Holland habe ich das 1:0 geschossen“, freut sich Petö, dass er sich in der U16-Nationalmannschaft gemeinsam mit den aus Deutschland anreisenden Rares Urcan (1.FC Nürnberg) und Lukas Urea (Hertha BSC) etabliert hat. Die U17-EM-Qualifikation in Irland im September/Oktober hat Petö deshalb auch schon fest auf seinem Zettel stehen. „Sprachprobleme gibt es übrigens nicht. Ich kann alles verstehen, auch wenn der ein oder andere mal schmunzelt, wenn ich mich unterhalte“, plaudert das VfL-Talent aus dem Nähkästchen.

VfL-Trainer Kind lobt gute Technik

Und wie beurteilen die Trainer seine aktuellen Leistungen? „Weniger ist manchmal mehr, sagt mein Nationaltrainer Louis Munteanu“, erklärt Petö: „Ich muss an meinem Positionsspiel arbeiten und soll mich auf dem Feld nicht überall rumtreiben.“ VfL-U17-Coach Oliver Kind sieht großes Potenzial in seinem Spielmacher, der möglicherweise kommende Saison bereits in die U19-Bundesligamannschaft hochgezogen werden könnte. „Er hat die Fähigkeit, auf engstem Raum mit dem Ball zu dribbeln, seine Technik am Ball hat hohes Niveau.“

Vorbilder: Tigges-Brüder und Krasniqi?

Beim VfL Osnabrück stehen die Chancen gar nicht mal so schlecht, dass Leon Petö demnächst einmal einen Profivertrag ergattern kann, auch wenn er bislang noch nicht an einer Einheit unter Cheftrainer Daniel Thioune teilgenommen hat. Sowohl Sebastian Klaas als auch Steffen Tigges (beide deutsche U19) als auch Kamer Krasniqi (kosvoarische U21) avancierten im VfL-Dress zu Nationalspielern und schafften den Sprung in den VfL-Drittligakader.