Bereit für die 3. Fußball-Liga Saarbrücken und Cottbus: Souveräne Meister in der Viertklassigkeit

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Wollen auch in der Relegation weitermarschieren: die Saarbrücker (von links) Markus Mendler, Kevin Behrens und Patrick Schmidt. Foto: imago/ScheiberWollen auch in der Relegation weitermarschieren: die Saarbrücker (von links) Markus Mendler, Kevin Behrens und Patrick Schmidt. Foto: imago/Scheiber

Osnabrück. Beim Blick auf die mögliche Zusammensetzung der 3. Liga in der kommenden Saison sprechen schon jetzt viele von der attraktivsten 3. Liga aller Zeiten. Zwei neue Vertreter mit reichlich Fußball-Tradition könnten der FC Energie Cottbus und der 1. FC Saarbrücken sein, wenn sie die Aufstiegsrelegation überstehen…

Der Blick nach Saarbrücken: Seitdem der 1. FC Kaiserslautern als Absteiger aus der 2. Bundesliga feststeht, träumen viele Anhänger des FCS schon vom Drittliga-Derby gegen die „Roten Teufel“. Für dieses Spiel würden die meisten die etwa 70 Kilometer von Saarbrücken bis Kaiserslautern wohl zu Fuß zurücklegen. Die saarländischen Fans müssen sich derzeit aber mit dem Träumen zufriedengeben. Zunächst muss die ungeliebte Relegation erfolgreich bestritten werden. Und in diesen beiden Entscheidungsspielen treffen die Saarbrücker als bereits feststehender Meister der Regionalliga Südwest auf den Meister der Bayern-Staffel. Zu 99,9 Prozent wird das der TSV 1860 München sein. Zwei Spieltage vor Saisonende liegen die „Löwen“ sechs Punkte vor der U23 des FC Bayern München. Dieses Polster sollte reichen. Tradition gegen Tradition also in der Relegation – leider bleibt einer auf der Strecke. Es ist müßig, an dieser Stelle erneut darüber zu schreiben, dass ein Meister eigentlich direkt aufsteigen sollte. Ab der neuen Spielzeit kehrt mit der Reform der Regionalliga-Aufstiegsregelung zumindest etwas mehr Gerechtigkeit ein.

Zurück in die aktuelle Spielzeit und zum 1. FC Saarbrücken, der nach 34 von 36 Spielen die Tabelle im Südwesten souverän anführt: 78 Punkte, 84:30 Tore – 24 Siege, sechs Unentschieden, vier Niederlagen. Acht Punkte dahinter rangiert der SV Waldhof Mannheim. Coach des FCS ist Dirk Lottner. Der ehemalige Fußballprofi ist seit Anfang der Saison im Amt, hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018 – und wird im Aufstiegsfall mit hoher Wahrscheinlichkeit bleiben. Unter Lottners Regie entwickelten sich die Mittelstürmer Kevin Behrens und Patrick Schmidt zu den Top-Torjägern der Liga – und weckten natürlich Begehrlichkeiten bei höherklassigen Clubs. Das Resultat: Schmidt wechselt zur neuen Saison zum 1. FC Heidenheim, Behrens geht zum SV Sandhausen.

Sollte Saarbrücken als ehemaliger Zweit- und Erstligist und zuletzt von 2010/11 bis 2013/14 durchgängig drittklassig, wieder in die 3. Liga zurückkehren, müssen sich Spieler und Fans wohl weiter mit dem etwa zwölf Kilometer von Saarbrücken entfernten Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen als Spielstätte anfreunden. Der altehrwürdige Ludwigspark wird derzeit umgebaut – und wird voraussichtlich erst ab 2020 wieder bezugsfertig sein.

Der Blick nach Cottbus: Der nächste ehemalige Erst- und Zweitligist, der sich nach dem Abstieg aus der 3. Liga im Jahr 2016 zurücksehnt nach Fußball auf höherklassigem Niveau. 83 Punkte nach 32 Spielen – 26 Siege, fünf Remis, eine Niederlage. Die souverän auftrumpfende Mannschaft von Trainer-Rebell Claus-Dieter Wollitz steht zwei Spieltage vor dem Saisonende schon längst als Meister der Regionalliga Nordost fest. Energie muss in der Relegation gegen den Meister der Nord-Staffel antreten. Das dortige Titelrennen wird in den letzten Spielen wohl zwischen dem SC Weiche Flensburg und der U23 des Hamburger SV entschieden, die U23 des VfL Wolfsburg hat nur noch geringe Chancen. Ob Flensburg, Hamburg oder Wolfsburg: Nach einer derart dominanten Saison kommt für den Anhang aus Cottbus nur der Aufstieg infrage. Sollte das Wollitz-Team scheitern, wäre die Trauer rund um das Stadion der Freundschaft kaum in Worte zu fassen.

Trotzdem würde sich die Fußballwelt im Falle des Nichtaufstiegs in Cottbus weiterdrehen. Ein Großteil des Kaders bleibe weiter an Bord, sagt Wollitz. „Mit dieser Basis könnten wir auch in der neuen Saison in der Regionalliga eine gute Rolle spielen“, wird der Trainer in den Lausitzer Medien zitiert.

Eine weitere Saison mit Coach Wollitz? „Wenn wir aufsteigen, ist es schwer vorstellbar, die Mannschaft im Stich zu lassen. Wenn wir in der vierten Liga bleiben, kommt es auf Rahmenbedingungen an.“

Die Rahmenbedingungen sollen bestenfalls aber gar nicht erst geprüft werden. Dem Vernehmen nach wird sich im Falle des Aufstiegs der Kontrakt mit Wollitz automatisch bis 2020 verlängern.


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