Thioune: Sind in der Bringschuld VfL soll gegen Jena „maximal ans Limit gehen“

Von Johannes Kapitza und Harald Pistorius

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Eine Alternative fürs Mittelfeld? Sebastian Klaas (rechts) ist wieder fit. Archivfoto: Helmut KemmeEine Alternative fürs Mittelfeld? Sebastian Klaas (rechts) ist wieder fit. Archivfoto: Helmut Kemme

jka/hp Osnabrück. Nach neun Ligaspielen ohne Sieg ist es für den VfL Osnabrück in der 3. Fußball-Liga längst höchste Zeit für ein Erfolgserlebnis. Das soll am Samstag (14 Uhr, Bremer Brücke) gegen den FC Carl Zeiss Jena gelingen.

„Wir haben viel Kredit verspielt und sind in der Bringschuld“, weiß VfL-Trainer Daniel Thioune. Auch wenn der Klassenerhalt geschafft ist, sollen seine Spieler noch mal „maximal ans Limit gehen“. Für die Zuschauer müsse „erkennbar sein, dass wir uns zerreißen“.

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Auf welches Personal kann Thioune setzen? Da Marius Gersbeck und Tim Paterok weiter verletzt sind, wird Torwart Leon Tigges sein erstes Drittligaheimspiel von Beginn an bestreiten. Auf der Bank sitzt erneut Ersatztorwart Yannick Rohrmann aus der U19. Aus der U19 steht auch Verteidiger Felix Agu im Kader. Mit Stephen Sama und Konstantin Engel kehren zwei erfahrene Spieler nach Sperren zurück und sind Kandidaten für die Startelf. Der genesene Sebastian Klaas bringt Thioune mehr Flexibilität für die Offensive. „Er ist aber erst wieder ein paar Tage im Training und braucht noch einen Moment“, sagt Thioune.

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Was planen die Fans? In der Ostkurve wird es wieder Transparente geben, auf denen sich die Ultras gegen eine Vertragsverlängerung mit Geschäftsführer Jürgen Wehlend aussprechen, weil sie ihn verantwortlich machen für Verluste von 5,5 Millionen Euro seit 2013. Die Transparente waren am Donnerstag in einer Sicherheitsbesprechung in Abwesenheit von Wehlend zunächst untersagt worden. Am Freitag gab der Geschäftsführer selbst die beantragten Banner frei und teilte das einem Sprecher der Violet Crew mit. „Der VfL steht für Toleranz und Meinungsfreiheit, deshalb lassen wir diese Meinungsäußerungen zu, so lange sie nicht diffamierend sind“, sagte Wehlend, der wie zuvor schon Präsident Manfred Hülsmann das Angebot zum Dialog an die Kritiker erneuerte.

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Wie sieht es in Jena aus? Der Klub reist mit dem Rückenwind des zweiten Auswärtssieges an die Bremer Brücke: Am vergangenen Wochenende machte der FCC bei Werder Bremens U23 aus einem 0:2-Rückstand zur Pause noch einen 4:2-Erfolg. Verteidiger Kevin Pannewitz und Torjäger Timmy Thiele (zehn Treffer) sind allerdings in Osnabrück gelbgesperrt. Hinzu kommen Verletzungssorgen. Junge Spieler sollen die Chance nutzen, sich zu präsentieren. Das Halbfinale im Thüringen-Pokal am Montag ist für den FCC finanziell und sportlich bedeutsamer als die Partie beim VfL.

War sonst noch was? Rund um das vorletzte Heimspiel der Saison steht das soziale Engagement hoch im Kurs: In Zusammenarbeit mit den Osnabrücker Werkstätten hat der VfL einen Inklusionstag ausgerufen. Einlauf- und Fahnenkinder kommen aus den Kindertagesstätten der Heilpädagogischen Hilfe. Außerdem helfen Menschen mit Behinderung in den Arbeitsbereichen rund um den Spieltag – vom Stadionsprecher bis zum VIP-Catering. Der Inklusionstag ist laut VfL als Zeichen gegen Diskriminierung, Vorurteile und Ausgrenzung zu verstehen. Auf der Tribüne werden auch 27 junge Geflüchtete sein: Sie frühstücken zuvor in den Räumen des Fanprojekts gemeinsam mit Anhängern der Lila-Weißen. Die Ultras übergeben in diesem Rahmen eine 1000-Euro-Spende an den Flüchtlingshilfeverein „Exil“.

Und wie geht‘s nun aus? Die lila-weiße Leidenszeit endet, der VfL gewinnt 2:1.


Samstag, 14 Uhr: VfL Osnabrück – FC Carl Zeiss Jena (36. Spieltag)

So könnten sie spielen

VfL Osnabrück: 22 L. Tigges – 4 Appiah, 17 Susac, 37 Sama, 16 Wachs – 10 Groß, 5 Engel – 7 Renneke, 13 Danneberg, 25 Iyoha – 11 Álvarez.

In Reserve: 31 Rohrmann (Tor), 30 Agu, 29 Krasniqi, 26 Klaas, 15 Reimerink, 19 St. Tigges, 8 Sen.

Es fehlen: Gersbeck (Kreuzbandriss), Paterok (Zerrung), Heider (Meniskus-OP), Dercho (im Aufbau), Savran (Knorpelschaden), Falkenberg (Gelbsperre), Kristo, Bickel, Ruschmeier, Zorba, Breulmann, Möller (nicht im Kader).

FC Carl Zeiss Jena: 22 Coppens – 2 Brügmann, 4 Gerlach, 21 Slamar, 3 Cros – 8 Wolfram, 9 Eckardt, 6 Löhmannsröben, 11 Starke – 27 Günther-Schmidt, 19 Dietz

Schiedsrichter: Justus Zorn (Freiburg). Pfiff den VfL zuletzt am 3. Februar bei der 0:1-Niederlage in Halle.

Zuschauer: Erwartet werden 6000 Besucher, davon etwa 300 aus Jena.

Live-TV: Ab 14 Uhr im NDR. – Live-Ticker: www.noz.de. – Livestream: auf ndr.de (frei) und telekomsport.de (für Abo-Kunden).

Nächstes Spiel: Am Samstag (5. 5., 13.30 Uhr) gegen Werder Bremens U 23.

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