Zweijahresvertrag beim VfL Osnabrück VfL-Neuzugang Schiller: Auf dem Platz kenne ich keine Freunde

Von Benjamin Kraus

Handshake an der Brücke: Felix Schiller mit VfL-Sportdirektor Benjamin Schmedes. Foto: Helmut KemmeHandshake an der Brücke: Felix Schiller mit VfL-Sportdirektor Benjamin Schmedes. Foto: Helmut Kemme 

Osnabrück. Mit Innenverteidiger Felix Schiller präsentiert der VfL Osnabrück seinen ersten Neuzugang für die kommende Saison. Der 28-jährige Innenverteidiger kommt vom 1. FC Magdeburg, unterschreibt beim VfL einen Zweijahresvertrag bis Sommer 2020 und sagt: „Ich freue mich riesig auf die neue Herausforderung.“

„Trainer Daniel Thioune und Sportdirektor Benjamin Schmedes haben mir das Gefühl gegeben, dass sie mich unbedingt wollen und dass ich hier mit vorangehen soll“, erklärt Schiller, warum er sich für den VfL Osnabrück entschieden hat. Schon bevor Anfang April offiziell geworden ist, dass Schiller in Magdeburg keinen neuen Vertrag unterschreiben wird, habe es Kontakte nach Osnabrück gegeben, sagt Schiller. „Danach gab es noch ein gutes Treffen mit den beiden in Bremen, das mich in meinem Entschluss nochmal bestärkt hat“.

Schiller wird erstmals an der Brücke spielen

Bremen nennt Schiller seine zweite Heimat nach seiner Geburtsstadt Berlin: Bei Werder hat der Innenverteidiger den Sprung aus der Jugend in den Profibereich (U23, 3. Liga) realisiert. „Ich habe noch viele Freunde da und kenne aus dieser Zeit noch Marc Heider, mit dem ich noch ein Jahr zusammengespielt habe“, sagt Schiller.

Ansonsten ist Osnabrück – und speziell die Bremer Brücke – Neuland für den 28-Jährigen: Zwei Drittliga-Einsätze gegen den VfL stehen bislang für Schiller zu Buche, beide aber jeweils in einem Heimspiel seines damaligen Klubs: Ein 0:1 auf Platz 11 des Weserstadions im Jahr 2010, dazu ein 1:1 im Stadion Niederrhein für RW Oberhausen im Herbst 2011. In den folgenden sechs Jahren kickte Schiller in Magdeburg: „Eine schöne und mit zwei Aufstiegen gekrönte Zeit, in der ich viel mitgemacht habe“, sagt der Innenverteidiger über die drei Jahre in der Regionalliga Nordost und die vergangenen drei Jahre dritte Liga, in denen Schiller in den Spielen gegen den VfL stets verletzungsbedingt fehlte.

„Ich haue mich überall rein“

„Ich gehe eben sehr beherzt zur Sache, auf dem Platz kenne ich wirklich keine Freunde. Ich haue mich überall rein – wenn es sein muss, sogar gegen den Pfosten wie im August 2017 im Spiel gegen Werder II“, erklärt Schiller seine verletzungsbedingten Fehlzeiten. Aber der Innenverteidiger versichert: „Ich bin jetzt nach einem ausgeheilten Muskelfaserriss wieder komplett fit, auch die Beckenverletzung nach dem Pfostenkuss ist kein Thema mehr. Ich hoffe, dass ich im Saisonfinale in Magdeburg noch meine Einsatzminuten bekomme – und freue mich dann auf den Trainingsplan von Daniel Thioune in der Sommerpause, um dann in Osnabrück einen erfolgreichen Neustart mit einzuleiten.“

„Coole Fanbase“ spricht für Osnabrück

Die Stimmung an der Brücke kennt Schiller trotzdem schon als Begleiter seiner Mannschaft beim Auswärtsspiel der Bremer in Osnabrück im Jahr 2009. „Ein Abendspiel unter Flutlicht vor fünfstelliger Kulisse – das hat mich schon beeindruckt. Der VfL Osnabrück ist ein gestandener Drittligist mit einer coolen Fanbase – das war für mich persönlich auch ein wichtiger Grund für den Wechsel“, sagt Schiller.

Thioune: Er bringt was mit

VfL-Trainer Daniel Thioune begrüßte indes bei der Pressekonferenz des VfL vor dem Heimspiel gegen Jena den Zugang des 28-Jährigen. „Er steht für Mentalität, sucht die Zweikämpfe und ist sich für keinen Einsatz zu schade. Typisch war, wie er sich die Verletzung gegen Werder II am Pfosten zugezogen hat, als er das Gegentor unbedingt verhindern wollte. Er bringt etwas mit, was wir sehr gut gebrauchen können“, so Thioune. Schiller selbst sieht indes noch im Bereich Spielaufbau bei sich persönlich Verbesserungspotenzial. „Jeder Fußballer sollte wissen, woran er arbeiten muss – und ich hoffe, dass ich mich in Osnabrück in diesem Bereich noch weiter verbessern kann.

Um Ziele mit seiner neuen Mannschaft für die kommende Saison zu definieren, sei es noch zu früh, sagt der 28-Jährige, der die Erfahrung von 121 Einsätzen in der 3. Liga mitbringt. „Ich bin ja der erste Neuzugang jetzt, da müssen wir in den nächsten Wochen schauen, wer noch kommt und wie sich die Mannschaft dann in der Vorbereitung findet. Eines kann ich sicher sagen: Ich will meinen Beitrag dazu leisten, dass die nächste Saison für den VfL besser läuft als die aktuelle. Ich habe richtig Lust auf die neue Aufgabe.“