„Traumhaft, was ich hier erlebe“ Paderborns Stürmer Michel: Eine Lampe kann ich noch anschließen

Von Stefan Alberti

Will alles genießen: Sven Michel (links). Foto: TitgemeyerWill alles genießen: Sven Michel (links). Foto: Titgemeyer

Osnabrück. Mit 17 Toren und zwölf Assists führt er aktuell die Scorer-Liste des Fachmagazins „kicker“ an. Der SC Paderborn hat nicht ohne Grund seinen Torjäger Sven Michel bis zum 30. Juni 2021 vertraglich gebunden.

Er könne sich derzeit auch keine bessere Adresse als die des Drittliga-Spitzenreiters vorstellen, sagt der 27-Jährige in dem Bewusstsein, „dass es etwas Außergewöhnliches ist, was wir hier gerade vollbringen“. In der Tat, der SCP marschiert unaufhaltsam in Richtung 2. Bundesliga. 80:30 Tore und 73 Punkte nach 34 Spieltagen sind beeindruckende Werte. Das Team von Trainer Steffen Baumgart kann bereits am kommenden Wochenende den Aufstieg perfekt machen. „Das ist schon traumhaft, was ich hier gerade erlebe“, sagt Michel. „So eine erfolgreiche Saison habe noch nie irgendwo gespielt. Das ist überhaupt nicht vergleichbar mit Energie Cottbus oder anderen Stationen meiner Karriere.“ In Cottbus durfte er 2014 auch schon Luft in der 2. Bundesliga schnuppern.

Förderer Baumgart

Der bescheiden auftretende Torjäger will jetzt in Paderborn einfach nur „alles genießen“. Man hat den Eindruck, dass Michel und seine Teamkollegen für ihren Coach durchs Feuer gehen würden. „Es ist die erste Saison, in der ich im Sturm spiele. Steffen Baumgart hat mich an diese Position herangeführt“, schwärmt der Mittelstürmer, der in den Jahren zuvor meistens auf der linken Außenbahn unterwegs war. Und – wie ist ihm dieser Positionswechsel bekommen? „Der Trainer hat mich und den Verein damit zum Erfolg geführt.“ Insofern habe er Baumgart schon jetzt viel zu verdanken. Beim Thema Trainer vergisst Michel jedoch seine Vergangenheit nicht: Daniel Cartus, in aktiven Fußballerzeiten auch in Paderborn und Osnabrück aktiv, habe vor rund acht Jahren als Trainer dafür gesorgt, „dass ich den Schritt aus der Landesliga in Niederschelden zu den Sportfreunden Siegen, damals NRW-Liga, dann Regionalliga, gewagt habe“. Der Weg in den Profifußball sei damit geebnet gewesen.

Vater als Ratgeber

Und dann ist da auch noch Vater Gerhard – der Mann und Ratgeber bei wichtigen Karriereschritten. „Als es darum ging, ob ich mich komplett auf den Fußball konzentrieren sollte oder nicht, hat er die Entscheidung mitgetragen, dass ich nach eineinhalb Jahren meine Ausbildung zum Elektroniker abgebrochen habe.“ Eine Entscheidung, „die ich bis heute nicht bereut habe“. Er könne sich auch nicht vorstellen, in diesen Beruf zurückzukehren: „Viel ist auch nicht mehr haften geblieben. Aber eine Lampe kann ich bestimmt noch anschließen.“