Fußball-Talks unter der Lupe – Kicker-TV-Talk Olaf Thon: Ausstiegsklausel für Nico Kovac war Frankfurts Fehler

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Plötzlicher Abgang: Trainer Niko Kovac verlässt Eintracht Frankfurt und übernimmt in der nächsten Saison den FC Bayern München. Foto: dpaPlötzlicher Abgang: Trainer Niko Kovac verlässt Eintracht Frankfurt und übernimmt in der nächsten Saison den FC Bayern München. Foto: dpa

Osnabrück. Niko Kovac kommt und löst zur neuen Saisonende Jupp Heynckes ab. Die Trainerverpflichtung des FC Bayern München am Freitag war der Motor für die Kicker.tv-Talkrunde auf Eurosport Moderator Wolfgang Nadvornik.

Es hatte sich über viele Wochen hingezogen, viele Namen wurden diskutiert, doch am Ende hat der FC Bayern seinen vermeintlichen Wunschtrainer verpflichten können. Niko Kovac erhält an der Isar einen Dreijahresvertrag und macht von einer Ausstiegsklausel Gebrauch, die es ihm erlaubt Eintracht Frankfurt trotz eines laufenden Vertrags bis 2019 in Richtung München zu verlassen.

Wann nahmen die Bayern Kontakt zu Kovac auf?

Auf der Pressekonferenz der Eintracht erklärte Kovac, dass ihn die Offerte des Rekordmeisters erst am Donnerstag erreicht und er das Angebot noch am gleichen Tag angenommen habe. Diese rasche Kontaktaufnahme, die innerhalb weniger Stunden zur Einigung beider Parteien führte, sorgte bei den Experten im Kicker.tv-Talk natürlich für Gesprächsstoff.

Klaus Allofs: So eine Einigung passiert nicht an einem Tag

So hatte vor allem Klaus Allofs Bedenken, dass das Ganze so flott über die Bühne gegangen sei: „Wir sind uns doch alle einig, dass eine solche Entscheidung nicht an einem Tag passiert.“ Laut Informationen des Fachmagazins Kicker erfolgte die Kontaktaufnahme und die Einigung zwischen den Bayern und Kovac sogar schon vor zwei Wochen.

Michael Schulz: „Deshalb wird im Fußball so viel gelogen“

Dass die Einigung allerdings erst jetzt publik wurde, hat für Ex-Profi Michael Schulz vor allem etwas mit der Außendarstellung zu tun: „Im Fußball wird viel gelogen, weil man zu bestimmten Momenten die Wahrheit nicht verkaufen kann.“

Allofs schlug in die gleiche Kerbe: „Es gibt Momente, da richtet die Wahrheit mehr Schaden an. Man will niemanden hinters Licht führen, aber manchmal kann man mit Plänen noch nicht an die Öffentlichkeit gehen. Den richtigen Moment für so eine Entscheidung zu treffen ist schwierig. Am Ende fährt man mit der Wahrheit aber immer am besten.“

Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic beschrieb die Vorgehensweise der Bayern auf der Pressekonferenz als „extrem bedenklich und respektlos“. Nach seiner Darstellung hat seitens der Münchener keinerlei Kontaktaufnahme zu den Frankfurter Verantwortlichen stattgefunden.

Olaf Thon: Der Fehler liegt bei Eintracht Frankfurt

In der Talkrunde waren sich die Beteiligten allerdings darüber einig, dass der eigentliche Lapsus bei der Eintracht liegt. „Der Fehler war, Kovac eine Ausstiegsklausel zu gewähren.“, sagte der Ex-Nationalspieler Olaf Thon.

Auch Allofs sprach sich gegen diese Art von Vertragsdetails aus: „Eine Klausel möchte man als Verein nicht im Vertrag haben, weil man mit einem Trainer natürlich länger zusammenarbeiten will. Ich kann mir vorstellen, dass diese Klausel für Niko Kovac extrem wichtig war. Das macht man nicht einfach aus einer Laune heraus.“

Matthias Sammer ist überzeugt: Kovac der richtige Mann

Die sportliche Perspektive der Bayern unter ihrem neuen Coach in der kommenden Spielzeit geriet bei all der Diskussion über das Zustandekommen des Vertrags in den Hintergrund. Eurosport-Experte Matthias Sammer ist von Kovac allerdings überzeugt: „Er ist ein Mann, der das Anforderungsprofil erfüllt und die Bayern-DNA mitbringt.“


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