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Cottbus und 1860 dominant Rennen um Relegation: Bereicherungen von unten

Von Christian Detloff

In Topform: Der designierte Regionalliga-Bayern-Meister 1860 München und sein Torjäger Sascha Mölders, hier gegen Christian Brucia vom TSV Buchbach.Foto: imago/MISIn Topform: Der designierte Regionalliga-Bayern-Meister 1860 München und sein Torjäger Sascha Mölders, hier gegen Christian Brucia vom TSV Buchbach.Foto: imago/MIS

Osnabrück. Der SV Elversberg war 2014 der letzte Drittliga-Aufsteiger, der bereits nach einer Saison in die Regionalliga zurückkehrte. Mit den Würzburger Kickers (Saison 2015/2016), Jahn Regensburg (16/17) und RB Leipzig (13/14) marschierten drei Klubs in die 2. Liga durch. Ende Mai steigt die Aufstiegsrunde der Regionalligisten – ein Kandidaten-Check.

Regionalliga Nord: Das Meisterschaftsrennen ist völlig offen. Die U23 des Hamburger SV (54 Punkte/26 Spiele) um Toptorjäger Törles Knöll (17 Treffer, bald 1. FC Nürnberg) führt die 3. Liga zwar an, hat jedoch ein Spiel mehr bestritten als die U23 des VfL Wolfsburg (2./49 Punkte) und sogar drei Partien mehr auf dem Konto als Weiche Flensburg (3./49 Punkte). Die aktuelle Form spricht gegen den zuletzt dreimal sieglosen HSV (am Sonntag 1:2 beim Tabellen-13. TSV Havelse). Wolfsburg mit Stürmer Blaz Kramer (12 Tore) landete zuletzt sechs Siege und drei Unentschieden, das Weiche-Team von Trainer Daniel Jurgeleit sieben Siege und fünf Remis. – Unser Tipp: Die heimstarken Flensburger, die am Mittwoch den HSV und später noch Wolfsburg empfangen, ziehen in die Relegation ein.

Regionalliga Nordost: 15 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten BFC Dynamo, der ein Spiel weniger bestritten hat: Energie Cottbus hat nach erst einer Niederlage mit durchschnittlich knapp 2,6 Punkten pro Spiel die klar stärkste Bilanz aller Viertligisten. Trotz der langzeitverletzten Leistungsträger Björn Ziegenbein, Fabian Graudenz und Benjamin Förster ist fast unvorstellbar, dass das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz noch etwas anbrennen lässt. – Unser Tipp: Cottbus liegt am Ende knapp 20 Zähler vorne.

Regionalliga West: Die Entscheidung fällt zwischen Tabellenführer KFC Uerdingen 05 (55 Punkte aus 27 Spielen) und Viktoria Köln (53 P./25 Sp.). Uerdingen beendete nach dem Trainerwechsel – Stefan Krämer kam für Michael Wiesinger – die Schwächephase und setzte zu vier Siegen und einem Remis bei 17:3 Toren an. Noch beeindruckender ist der Erfolgslauf der Viktoria (12 Siege, 4 Remis), die in Timm Golley (11 Treffer in 20 Spielen) und Simon Händle (8 Treffer) äußerst torgefährliche Mittelfeldspieler hat und nach ihrem Trainerwechsel in der Winterpause – Olaf Janßen kam für den zu Preußen Münster abgewanderten Marco Antwerpen – keine Niederlage kassierte. – Unser Tipp: Köln steigt auf, weil im Vergleich zum KFC mehr Ruhe im Klub herrscht.

Regionalliga Südwest: Der 1. FC Saarbrücken (72 Punkte aus 31 Spielen) liegt klar vorne. Das Team von Trainer Dirk Lottner mit dem Traumsturm Patrick Schmidt und Kevin Behrens (zusammen 35 Saisontreffer) verlor zwar zwei seiner letzten vier Spiele, braucht aber aufgrund der noch gültigen Ausnahmeregel – zwei Südwest-Teams nehmen an der Relegation teil – dank der starken Tordifferenz nur noch einen Punkt. Kickers Offenbach (63 P./32 Sp.) mit Trainer Oliver Reck und der etwas formstärkere Waldhof Mannheim (60 P./30 Sp.) mit Trainer Bernhard Trares, der in den letzten beiden Jahren in der Aufstiegsrunde gescheitert war, machen den zweiten Relegationsplatz unter sich aus. Kickers Offenbach trifft in den nächsten beiden Spielen auf Mannheim (H) und Saarbrücken (A) – Unser Tipp: Saarbrücken wird Meister, zudem zieht Mannheim erneut in die Aufstiegsrunde ein.

Regionalliga Bayern: Dem zuletzt sechsmal siegreichen Tabellenführer 1860 München, der nach dem Zweitligaabstieg keine Drittligalizenz beantragt hatte, ist mit 67 Zählern aus 29 Spielen der Titel kaum noch zu nehmen. Die zweitplatzierte U23 des FC Bayern München (56 Punkte aus 29 Spielen) mit dem ehemaligen VfL-Osnabrück-Stürmer Kwasi Okyere Wriedt (15 Tore), die am drittletzten Spieltag die „Löwen“ empfängt, hat keine realistische Hoffnung. – Unser Tipp: Die „Löwen“ mit den formstarken Sturm-Routiniers Sascha Mölders (14 Tore) und Markus Ziereis (12) feiern noch im April den Meistertitel.


Ab in die 3. Liga

Die Aufstiegsduelle der Regionalligisten seit 2013

SAISON 2012/13: RB Leipzig - SF Lotte2:0, 2:2 n. V.. - Holstein Kiel - Hessen Kassel 2:0, 2:1. - SV Elversberg - TSV 1860 München U23 3:2, 1:1

SAISON 2013/14: TSG Neustrelitz – FSV Mainz 05 U23 0:2, 1:3. SG Sonnenhof - VfL Wolfsburg U23 0:0, 1:0. - Fortuna Köln - Bayern München U23 1:0, 2:1.

SAISON 2014/15: 1. FC Saarbrücken - Würzburger Kickers 0:1, 1:0 n. V, 5:6 i. E. - 1. FC Magdeburg - Kickers Offenbach 1:0, 3:1. - W. Bremen U23 - Borussia Mönchengladbach U23 0:0, 2:0 n. V.

SAISON 2015/16: VfL Wolfsburg U23 - Jahn Regensburg 1:0, 0:2. - SV Elversberg - FSV Zwickau 1:1, 0:1. - SF Lotte - Waldhof Mannheim 0:0, 2:0.

SAISON 2016/17: Viktoria Köln - FC Carl Zeiss Jena 2:3, 1:0. - Unterhaching - SV Elversberg 3:0, 2:2. - Waldhof Mannheim - SV Meppen 0:0, 0:0 n. V., 3:4 i. E.

SAISON 2017/18: Meister Nord - Meister Nordost. - Südwest B - Meister Bayern. - Meister West - Südwest A

Wenn feststeht, wer Erster und Zweiter ist, entscheidet das Los, wer Südwest A und Südwest B ist.

Hinspiele am Donnerstag, 24. Mai, Rückspiel am Sonntag, 27. Mai

Fett gekennzeichnete Teams Aufsteiger in die 3. Liga