Heider trifft nach vier Minuten 1:1 – VfL holt Punkt in Zwickau, verliert aber zwei Zähler im Abstiegskampf

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Ausgleich kurz vor dem Pausenpfiff. Zwickaus Jan Washausen (Mitte) jubelt über das 1:1. Foto: TitgemeyerAusgleich kurz vor dem Pausenpfiff. Zwickaus Jan Washausen (Mitte) jubelt über das 1:1. Foto: Titgemeyer 

Zwickau. Das war weder Fisch noch Fleisch. Der VfL Osnabrück entführte mit dem 1:1 beim FSV Zwickau zwar einen Punkt aus Sachsen. Zeitgleich machte der Chemnitzer FC (5:0 bei Rot-Weiß Erfurt) aber zwei Punkte im Abstiegskampf der 3. Fußball-Liga wett. Vor den restlichen fünf Saisonspielen liegen die Osnabrücker nur noch sieben Punkte vor dem auf Abstiegsrang 18 platzierten CFC.

So traten sie an: Die meisten Sorgenkinder des VfL konnten doch die Reise nach Sachsen antreten. Nach dem Abschlusstraining am Samstag in Osnabrück gaben Bashkim Renneke, Christian Groß, Jules Reimerink, Marc Heider und Marcos Álvarez grünes Licht. VfL-Trainer Daniel Thioune beorderte das Quintett dann auch in die Startelf. Kapitän Groß rückte in die Defensive und bildete mit Adam Sušac und Stephen Sama die Dreierkette. Hinter dem Angriff mit Reimerink, Álvarez und Heider bildeten Renneke, Tim Danneberg, Kamer Krasniqi und Konstantin Engel das Mittelfeld, wobei Danneberg etwas offensiver vor seinen Mitstreitern agierte.

So lief das Spiel: Wäre da in der ersten Halbzeit nicht die Nachspielzeit gewesen, hätte man von einem brutal effektiven VfL schreiben können. Der Reihe nach: Mit der ersten Chance gingen die Osnabrücker gleich in Führung – und das nach einem fein vorgetragenen Angriff. Erst rettete Marius Gersbeck nach einer Ecke der Zwickauer in höchster Not, dann schaltete der VfL blitzschnell um: Renneke schickte Heider auf die Reise. Der Angreifer setzte sich in seiner typischen Art im Strafraum des FSV durch und schloss ab. Zwickau-Keeper Johannes Brinkies fälschte den Ball noch ab. 1:0 für die Lila-Weißen nach vier Minuten.

Danach? Beherrschten die Platzherren die Partie und brachten das Thioune-Team immer wieder in Bedrängnis. Der Ausgleich lag bei Großchancen durch Fabian Eisele (13.), Mike Könnecke (13.), Ronny König (28.) und Nils Miatke (45.+2) in der Luft. Der VfL konnte nur wenig Entlastendes in der Offensive vorweisen, hätte aber durch einen Álvarez-Freistoß (41.) fast das 2:0 erzielt – Brinkies parierte. Eine 2:0-Führung wäre allerdings unverdient gewesen. Den verdienten Ausgleich vor der Pause erzielten die Zwickauer schließlich noch in der vierten Minute der Nachspielzeit: Nach einer Ecke von Bentley Baxter Bahn kam Jan Washausen in Ballbesitz, drehte sich – und schoss zum umjubelten 1:1 ein.

Nach der Pause brachte FSV-Coach Torsten Ziegner mit Daniel Gremsl und Fabian Schnabel gleich zwei frische Leute, der VfL blieb zunächst unverändert. Thioune brachte zehn Minuten nach Wiederanpfiff Utku Sen für Álvarez. Aus der Osnabrücker Dreierkette in der Defensive wurde eine Viererkette mit Renneke, Sušac, Sama und Engel. Groß übernahm seine gewohnte Rolle im Mittelfeld.

Die Platzherren setzten zunächst die Gäste weiter unter Druck. Immer wieder mit dem bulligen König, den Sušac und Sama nur schwer bändigen konnten. Osnabrücker Entlastung nach vorne? Nur sehr schleppend. Ab der 60. Minute – inzwischen war auch Christian Bickel (für Reimerink) im Spiel – konnte der VfL allerdings wieder einige Akzente mehr nach vorne setzen, die FSV-Angriffswelle wurde schwächer. Dennoch: Die optische Überlegenheit lag nach wie vor bei den Sachsen, die das zweite Tor wollten. Aber trotz aller Bemühungen nicht mehr erzielen konnten.

So ist die Lage: Der VfL hat zwar einen Punkt in Zwickau mitgenommen, im Abstiegskampf aber zwei Zähler verloren. Der Chemnitzer FC siegte in Erfurt mit 5:0, hat nun 29 Punkte – und liegt auf Abstiegsrang 18 nur noch sieben Zähler hinter Osnabrück.

So war die Stimmung: Na ja, die Zwickauer Zuschauer waren zahlenmäßig natürlich deutlich im Vorteil. Dementsprechend waren die etwa 100 VfL-Fans auch nur sporadisch zu vernehmen. Und wenn, dann zwischendurch mit „Wehlend raus“-Rufen. Dazu Banner – in der ersten Halbzeit mit der Aufschrift „Sportlich und finanziell am Abgrund“, in den zweiten 45 Minuten mit „Neuanfang jetzt“.

So geht‘s weiter: Der VfL bekommt es am kommenden Samstag mit einem sehr dicken Brocken zu tun. Tabellenführer SC Paderborn gibt seine Visitenkarte an der Bremer Brücke ab. Ebenfalls am Samstag empfängt der Chemnitzer FC den SV Meppen. Werder Bremens U23 muss bei der SG Sonnenhof Großaspach antreten.


FSV Zwickau: 1 Brinkies – 16 Barylla, 19 Frick, 4 Acquistapace, 20 Lange (46. 23 Gremsl) – 21 Washausen – 7 Bahn (87. 17 Schröter), 13 Könnecke, 28 Miatke – 9 Eisele (46. 27 Schnabel), 15 König.

VfL Osnabrück: 21 Gersbeck – 17 Sušac, 10 Groß, 37 Sama – 7 Renneke (87. 4 Appiah), 29 Krasniqi, 5 Engel – 13 Danneberg – 20 Heider, 11 Álvarez (55. 8 Sen), 15 Reimerink (64. 23 Bickel).

In Reserve: 1 Paterok (Tor), 18 Kristo, 19 Steffen Tigges, 27 Falkenberg.

Es fehlen: Klaas (im Lauftraining), Iyoha und Ruschmeier (beide Sprunggelenksprobleme), Wachs (Rückenbeschwerden), Dercho (Reha, OP am Sprunggelenk), Savran (Innenbandriss, Knorpelschaden), Möller, Breulmann, Arslan (nicht im Kader).

Tore: 0:1 Heider (4., Linksschuss), 1:1 Washausen (45.+4, Rechtsschuss).

Gelbe Karten: 40. Acquistapace, 50. Washausen / 56. Krasniqi, 81. Renneke.

Schiedsrichter: Tobias Fritsch (Frankfurt).

Zuschauer: 5054 (davon etwa 100 Osnabrücker).

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