Bald neuer Vertrag für Thioune? Hat der VfL Osnabrück wieder Gesprächsbedarf im Osten?

Von Stefan Alberti

Tristesse nach dem 0:1 in Zwickau in der vergangenen Saison: (von links) Marius Gersbeck, Tobias Willers und Addy Menga im Gespräch mit den Fans. Foto: imago/osnapixTristesse nach dem 0:1 in Zwickau in der vergangenen Saison: (von links) Marius Gersbeck, Tobias Willers und Addy Menga im Gespräch mit den Fans. Foto: imago/osnapix 

Osnabrück. Dem VfL Osnabrück dürfte es schwerfallen, nach dem blamablen Aus im Niedersachsenpokal den Fokus auf den Alltag in der 3. Fußball-Liga zu lenken. Doch der VfL ist beim FSV Zwickau (Sonntag, 14 Uhr) erneut unter Zugzwang. Schließlich geht es um die Existenz in der Liga…

Ist die Pokal-Blamage von Drochtersen verdaut? Bestimmt noch nicht komplett. „Es fiel uns nicht leicht, das Spiel abzuschütteln. Das Ganze hat Spuren hinterlassen“, sagt Coach Daniel Thioune, der im gleichen Atemzug den Fokus auf Zwickau lenkt: „Als Trainer ist man gefordert, das Spiel am nächsten Morgen so zu analysieren wie man es sonst auch macht.“

Mit welchem Personal reist der VfL nach Zwickau? Aufgrund der langen Verletztenliste muss sich Thioune mittlerweile schon alle Namen notieren, um nicht den Überblick zu verlieren. Also: Neben den langzeitverletzten Alexander Dercho und Halil Savran fehlt ein Quartett ganz sicher: Marc Wachs, Sebastian Klaas, Emmanuel Iyoha und Marcel Ruschmeier.

Ein weiteres Quintett muss sich am Samstagvormittag vor der Abfahrt nach Zwickau noch einem Belastungstest unterziehen: Marc Heider (wird in der nächsten Woche am Meniskus operiert), Marcos Álvarez (Rippenprellung), Bashkim Renneke (Adduktorenbeschwerden), Christian Groß (Grippe), Jules Reimerink (Bauchmuskelprobleme). Ahmet Arslan wurde nach dem Pokalspiel in Drochtersen aus dem Kader gestrichen. Ein Lichtblick: Torhüter Marius Gersbeck ist nach seinem Magen-Darm-Infekt wieder fit.

Was erwartet Thioune von seinem Team in Zwickau? Er will endlich wieder mit drei Punkten eine Heimreise antreten. „Der Ball ist bei uns, wir sind in der Bringschuld. Wir waren in den letzten Wochen leider nicht in der Lage, die Fan-Seele zu streichen. Die Marschroute sollte für uns klar sein: Wir wollen den FSV in der Tabelle überholen.“ Die Sachsen (37), die in der nächsten Saison vom ehemaligen VfL-Coach Joe Enochs trainiert werden, haben aktuell zwei Zähler mehr auf dem Konto als der VfL.

Schaut der VfL nach Erfurt? Natürlich. Denn dort tritt zeitgleich der Chemnitzer FC an. Der CFC rangiert derzeit bei noch sechs ausstehenden Spielen mit 26 Punkten auf Abstiegsplatz 18 mit neun Zählern und einer deutlich schlechteren Tordifferenz (minus 27 gegenüber minus zehn) hinter dem VfL. „Neun Punkte plus Torverhältnis bieten eine Ausgangslage, die ordentlich ist, aber in den nächsten sechs Spielen auch zu verteidigen ist“, sagt Benjamin Schmedes. Der VfL-Sportdirektor wünscht sich „schnellstmögliche Klarheit“ im Abstiegskampf, „um die ersten Dinge für die neue Saison umsetzen können“.

War sonst noch etwas? Ja. Auch wenn Schmedes es nicht offiziell verkünden will, deutet vieles darauf hin, dass Thioune in der neuen Saison VfL-Trainer bleibt. „Es gibt keine anderen Planspiele, als dass Daniel Thioune auch im nächsten Jahr unser Trainer sein soll. Ich habe gelernt, dass man offiziell etwas verkündet, wenn die Dinge auch sicher in trockenen Tüchern sind. Dadurch, dass noch keine Verträge unterschrieben sind, verbietet sich das.“

Und wie geht’s nun aus? Als Schiedsrichter ist der Frankfurter Tobias Fritsch angesetzt – der Referee, der auch beim 4:0-Hinspielerfolg des VfL angesetzt war. Eigentlich ein gutes Omen. Unterm Strich bleibt es aber dabei: Im Osten nichts Neues – der VfL unterliegt mit 1:3.


Sonntag, 8. April 2018, 14 Uhr: FSV Zwickau - VfL Osnabrück

So könnten sie spielen

Zwickau: 1 Brinkies – 16 Barylla, 35 Antonitsch, 4 Acquistapace, 20 Lange – 21 Washausen – 7 Bahn, 13 Könnecke, 28 Miatke – 9 Eisele, 15 König.

VfL: 21 Gersbeck – 7 Renneke, 17 Sušac, 37 Sama, 27 Falkenberg – 5 Engel, 29 Krasniqi – 15 Reimerink, 13 Danneberg, 20 Heider – 11 Álvarez.

In Reserve: 1 Paterok (Tor), 3 Zorba, 4 Appiah, 8 Sen, 18 Kristo, 19 Steffen Tigges, 23 Bickel.

Es fehlen: Klaas (im Lauftraining), Iyoha und Ruschmeier (beide Sprunggelenksprobleme), Wachs (Rückenbeschwerden), Groß (Grippe), Dercho (Reha, OP am Sprunggelenk), Savran (Innenbandriss, Knorpelschaden), Möller, Breulmann, Arslan (nicht im Kader).

Schiedsrichter: Tobias Fritsch (Frankfurt). Der 27-Jährige leitete auch das Hinspiel am 28. Oktober 2017 (4:0 für den VfL).

Zuschauer: Erwartet werden 4500 Besucher, davon etwa 150 aus Osnabrück.

Live-Ticker: www.noz.de