„Rechnung begleichen“ Zwickauer sinnen gegen den VfL Osnabrück auf Revanche

Von Gerd Daßler

Lila-weißer Jubel gegen Zwickau im Hinspiel. Foto: KemmeLila-weißer Jubel gegen Zwickau im Hinspiel. Foto: Kemme

Zwickau. „Wir spielen gegen Osnabrück auf Wiedergutmachung.“ Vor dem Spiel gegen den VfL Osnabrück am Sonntag (14 Uhr) ist für Zwickaus Mittelfeldspieler Mike Könnecke die Zielsetzung klar: drei Punkte.

Nach der 1:2-Pleite in Jena herrschte beim Fußball-Drittligisten FSV Zwickau Ernüchterung. „Man kann verlieren, aber nicht so“, fasste Mike Könnecke den blutleeren Auftritt zusammen. Fehlen bei einem Elf-Punkte-Vorsprung auf den ersten Nichtabstiegsplatz die richtige Spannung und die Einstellung? Könnecke verneint das entschieden: „Jena war ein Ausrutscher. Es gibt solche Tage im Fußball, wo trotz guter Vorsätze nichts geht.“

„Das Ding ziehen“

Im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück wollen die Zwickauer ihre gewohnten Stärken zur Geltung bringen und eine Rechnung vom 0:4-Debakel im Hinspiel begleichen. „Wir spielen zu Hause und im eigenen Stadion sind wir schwer zu schlagen. Wir dürfen den Start nicht verschlafen und müssen in Führung gehen, dann werden wir das Ding auch ziehen“, sagt Könnecke, der vor einigen Tagen einen neuen Vertrag unterschrieben hat und auch in den nächsten drei Jahren die Fäden im zentralen Mittelfeld knüpfen soll.

Nico Antonitsch glaubt ebenfalls, dass die Zwickauer gegen Osnabrück in die Erfolgsspur zurückkehren. Mit viel Leidenschaft und dem körperlichen Willen, bis an die Schmerzgrenze zu gehen, wolle man auch zu guten spielerischen Aktionen finden, betont der österreichische Abwehrchef. „Dieses Wir-Gefühl, was wir bis auf wenige Ausnahmen auf den Platz bringen, macht Zwickau aus. So einen Teamgeist wie beim FSV habe ich noch nicht erlebt“, sagt Antonitsch. Gemeinsam mit Jonas Acquistapace, der zuletzt wegen einer Grippe-Erkrankung fehlte, wird der 26-Jährige gegen Osnabrück die Abwehrzentrale beim FSV bilden. Obwohl Acquistapace erst zu Jahresbeginn von einem sechsmonatigen Intermezzo aus Lotte zurückkam, vermitteln die beiden Innenverteidiger den Eindruck, als spielten sie schon länger zusammen.

Bahn kehrt zurück

Mit dem zuletzt in Jena gelbgesperrten Bentley Baxter Bahn kehrt ein absoluter Leistungsträger auf die rechte Außenbahn zurück. Bahn sorgte beim 2:2 in Magdeburg mit zwei eiskalt verwandelten Elfmetern für Schlagzeilen und überzeugt neben René Lange als Standard-Spezialist. Beide füttern mit ihren gefährlichen Flanken auch Ronny König mit Vorlagen, der im Strafraum sofort den Abschluss sucht. Bis auf die langzeitverletzten Robert Koch, Alexander Sorge und Ali Odabas (alle Reha nach Kreuzbandriss) kann Trainer Torsten Ziegner am Sonntag auf seinen kompletten Kader bauen.

Enochs nicht im Stadion

Die Akte Ziegner wird bekanntlich nach sieben Jahren im Sommer in Zwickau geschlossen. Der Verein konnte sich mit dem Trainer nicht über eine Vertragsverlängerung einigen. Als Spieler stieg der ehemalige Profi Ziegner 2012 in die Regionalliga auf und übernahm mit dem Karriereende sofort das Trainerzepter. Mit dem Aufstieg in die 3. Liga konnte er 2016 seine jahrelange erfolgreiche Arbeit krönen. In der neuen Umgebung sorgten die Westsachsen im Vorjahr mit Rang fünf im Endklassement für Aufsehen. Ziegners Nachfolger beim FSV wird der ehemalige Osnabrücker Coach Joe Enochs. Der Zwickauer Sportdirektor David Wagner unterstreicht, dass Enochs der Wunschkandidat gewesen sei: „Wir haben ein gutes Gefühl, dass Joe absolut der richtige Mann für uns ist. Er gilt als bodenständig, fleißig und teamfähig und bringt einen großen Erfahrungsschatz mit.“ Wagner und Enochs basteln schon am Kader für die neue Saison. Beim direkten Duell Zwickau gegen Osnabrück will Enochs „aus Respekt vor Torsten Ziegner“ nicht im Stadion sein. „Ich sehe mir das Spiel aber an und hoffe, dass beide Teams den Klassenerhalt bald sicher in der Tasche haben.“