„Das Prestige ist beschädigt“ VfL-Trainer Thioune nach Pokal-Aus: So darf man keinen Elfer schießen

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Enttäuscht: Die Spieler des VfL Osnabrück nach dem Aus im Pokal. Foto: Michael TitgemeyerEnttäuscht: Die Spieler des VfL Osnabrück nach dem Aus im Pokal. Foto: Michael Titgemeyer

Drochtersen. Der VfL Osnabrück ist mit einer 6:7-Niederlage im Elfmeterschießen beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel im NFV-Pokal-Halbfinale ausgeschieden. Durch das blamable Aus verspielte der Verein auch eine Teilnahme am DFB-Pokal in der nächsten Saison. Das sind die Reaktionen.

Als Trainer Daniel Thioune und Sportchef Benjamin Schmedes um 21.50 Uhr aus der Kabine kamen, dröhnten aus dem Nachbarraum die Trommel und die Gesänge des Siegers. „Wir haben eine große Chance vergeben, das ist einfach nur enttäuschend“, sagte Schmedes, „so verspielt man Kredit – bei Fans, bei Sponsoren und allen, denen am VfL etwas liegt.“

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Cheftrainer Thioune stellte sich den Fragen, analysierte die Partie bei der Pressekonferenz im Innenraum des Kehdinger Stadionsfair und sachlich. „Wer im Elfmeterschießen drei Matchbälle vergibt, nachdem man es vorher nicht geschafft hat, genug Druck für ein Tor aufzubauen, muss sich über die Niederlage nicht wundern“, sagte Thioune und ließ keinen Zweifel daran zu, dass er für den Fehlschuss von Ahmet Arslan kein Verständnis hat: „Man kann einen Elfmeter verschießen – aber nicht so. Das war fahrlässig.“

Schmedes: Das Prestige ist beschädigt

„Es war unsere letzte Chance in diesem Jahr, etwas zurückzugeben an die, die viel für uns tun. Deshalb haben wir eine Menge verloren“, sagte Thioune. Sportdirektor Schmedes gab unumwunden zu, welche Probleme sich aus der Niederlage ergeben: „Das Prestige ist beschädigt, wir haben Geld verloren und die Planung wird erschwert.“

Schmedes erinnerte daran, dass auch der Kampf um den Klassenerhalt noch nicht gewonnen ist. „Ich sage nur: Neun Punkte, sechs Spiele. Wir müssen jetzt alles dafür tun, den Klassenerhalt zu sichern – und dann geht es in die schonungslose Analyse.“

Torhüter schreiben Geschichte des Spiels

Die Geschichte des Spiels schrieben die beiden Torhüter. Tim Paterok (25) war über 90 Minuten ein sicherer Rückhalt, wehrte im Elfmeterschießen zwei Bälle ab – und vergab einen Matchball. „Ich kann mich nur bei den Fans und beim Verein entschuldigen“, sagte der 25-Jährige später.

Sein gleichaltriger Kollege Philipp Kühn parierte den Schuss und anschließend den letzten Versuch von Steffen Tigges. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte der Ex-Profi von RW Oberhausen und SV Sandhausen, „wir hatten uns gut auf das Elfmeterschießen vorbereitet. Ich wusste, dass es sich bei Arslan lohnt, stehenzubleiben…“ Seine Profilaufbahn begann der gebürtige Beckumer übrigens in Ahlen. Der Co-Trainer damals: Daniel Thioune.


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