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Botschaft auf den Trikots und klare Worte „Gegen rechts“: VfL Osnabrück bezieht Stellung

Von Harald Pistorius und Benjamin Kraus


Osnabrück. Mit klaren Worten und einer eindeutigen Botschaft hat sich der VfL Osnabrück gegen rechtsextreme Gesinnung gestellt. Vor dem Drittligaspiel gegen Hansa Rostock fanden mehrere Vereinsvertreter klare Worte gegen Rassismus, Diskriminierung und Vorurteile. Die Mannschaft trug Trikots mit dem Schriftzug „Gegen rechts“.

Klares Bekenntnis gegen rechte Gesinnung: Der VfL Osnabrück hat das Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock dazu genutzt, sich klar gegen Diskriminierung, Rassismus und Vorurteile zu positionieren. „Wir setzen in unserem Wohnzimmer ein eindeutiges Zeichen gegen rechts“, sagte Präsident Manfred Hülsmann vor dem Anpfiff vor 8000 Zuschauern, die die kurzen Statements mit Applaus bedachten.

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Zusammen mit Geschäftsführer Jürgen Wehlend, Vizepräsident Michael Wernemann und Aufsichtsrats-Chef Olaf Becker appellierte der im November 2017 gewählte Präsident an das VfL-Publikum. „Der VfL steht mit all seinen Abteilungen, Mitgliedern und Fans gegen rechts“, sagte Wernemann. (Hier geht es zum Spielbericht >>)

„Fremdenfeindlichkeit, Hass, Homophobie, Rassismus - das alles hat beim VfL und auch sonst keinen Platz“, ergänzte Becker. „Jeder ist bei uns willkommen, unabhängig von Hautfarbe und Religion. Nur im Miteinander kommen wir weiter“, sagte Wehlend. Für die Fans ergriff Axel Balzer aus dem Beirat der Fanabteilung das Wort: „Fairplay und Toleranz gehören zu uns wie unsere Farben lila-weiß“. (Weiterlesen: VfL Osnabrück: Zuschauer verstirbt nach Zusammenbruch im Stadion)

Auch die Mannschaft transportierte die wichtigste Botschaft des Tages: Anstelle des Logos von Hauptsponsor Tedi prangte der Schriftzug „Gegen rechts“ auf den weißen Trikots. Dazu sagte Präsident Hülsmann: „In unserer Mannschaft spielen Fußballer aus zwölf Nationen, viele davon haben einen Migrationshintergrund – darauf sind wir stolz.“ (Weiterlesen: Chaoten-Mob aus Rostock beschäftigt Polizei Osnabrück)

Trainer Daniel Thioune nahm nach dem Spiel in der Pressekonferenz Stellung zu der Vereinsinitiative und sprach von einer „gelungenen Aktion“. Der in Osnabrück geborene und aufgewachsene Sohn eines Senegalesen und einer Deutschen sagte: „Wir leben im Verein und in der Mannschaft multikulturell – und es funktioniert. Die Mannschaft steht einhundert Prozent hinter der Aktion, ohne dass wir das groß thematisieren mussten.“

Die weißen Trikots mit der Aufschrift „Gegen rechts“ werden nach VfL-Angaben von den Spielern signiert und dann über die Internetseite des VfL (vfl.de) versteigert werden. Der Erlös soll einem sozialen Zweck zukommen.

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