Dritter Anlauf bei Rot-Weiß VfL Osnabrück: Iyoha doch mit nach Erfurt

Von Susanne Fetter

Gedankenspiele: VfL-Trainer Daniel Thioune wird beim Spiel in Erfurt den gelbgesperrten Konstantin Engel ersetzen. Ändert er noch mehr? Foto: Helmut KemmeGedankenspiele: VfL-Trainer Daniel Thioune wird beim Spiel in Erfurt den gelbgesperrten Konstantin Engel ersetzen. Ändert er noch mehr? Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Immerhin: Die Wettervorhersage weissagt nur leichten Nieselregen. Nachts soll es leicht anziehen, aber kein Schnee. Beste Bedingungen, dass der dritte Anlauf, das Auswärtsspiel des VfL Osnabrück bei Rot-Weiß Erfurt zu absolvieren, gelingt. Die große Frage ist nun: Wie geht der VfL das wichtige Spiel an?

Ist das schon ein Schicksalsspiel? Davon will VfL-Trainer Daniel Thioune nichts hören. Dafür ist das Polster, das die Osnabrücker auf die Abstiegsränge haben (7 Punkte), noch zu groß. Es blieb konstant, da der Tabellen-18. Chemnitz am Dienstagabend 1:4 gegen den SV Wehen Wiesbaden unterlag. Ein wichtiges Spiel sei es, „natürlich“ dennoch, sagt der Coach. Eines, das seine Mannschaft gewinnen will, um den Vorsprung nun etwas auszubauen. Schließlich soll in den nächsten Wochen nicht doch noch irgendwann ein Schicksalsspiel folgen.

Wie ist die Lage in Erfurt? Wieder etwas besser. Dennoch, so betonte nach dem 2:1-Sieg gegen Fortuna Köln Trainer Stefan Emmerling, „werden wir nicht in Euphorie ausbrechen“. Der Insolvenzantrag ist gestellt, der drohende Neun-Punkte-Abzug wird den Abstieg des Tabellenvorletzten besiegeln. Der Insolvenzverwalter hofft aber, dass ein Neuanfang in der Regionalliga möglich ist.

Wie erwartet Thioune Rot-Weiß? „Das ist eine Mannschaft, die viel Qualität im Ballbesitz hat“, betont er. Der 43-Jährige kennt Situationen wie diese aus seiner eigenen Karriere und glaubt nicht, dass Erfurts Spieler aufgesteckt haben. „Viele nutzen die Partien, um sich noch einmal in der 3. Liga zu präsentieren“, sagt Thioune. Wie er ist auch Emmerling dafür bekannt, taktisch und personell öfter mal was Neues zu probieren. Ersetzen muss Emmerling auf jeden Fall Luka Odak (Adduktorenprobleme).

Wie sieht es personell aus? Auch Thioune wird wohl mal wieder umstellen – auch weil er muss. Konstantin Engel fehlt gelbgesperrt. Für ihn rutscht Christian Bickel in den Kader und Marc Wachs voraussichtlich in die Startelf. Marcel Ruschmeier verletzte sich im Abschlusstraining am Sprunggelenk. Daher entschied sich der VfL, auf Risiko zu gehen und Emmanuel Iyoha nun doch mit nach Erfurt zu nehmen. „Er hat noch Schmerzen, wir werden kurzfristig entscheiden, ob er spielen kann“, sagt Thioune. Sicher in der Startelf stehen wird Marcos Álvarez, das kündigte Thioune bereits in Magdeburg an.

Und wie lautet die Taktik? Da lässt sich Thioune wie immer nicht in die Karten blicken. Sicher ist: „Wir werden höher verteidigen als gegen Magdeburg und früher Druck machen“, betont Thioune, der zudem hofft, dass sein Team die Schwächen im Umschaltspiel abstellen kann und endlich mal wieder trifft. In Würzburg (0:1), gegen Münster (0:1) und gegen Magdeburg (0:2) blieb der VfL ohne Torerfolg. „Natürlich drückt das auf die Stimmung“, sagt Thioune. Zuletzt ohne Gegentreffer blieb der VfL gegen den KSC Mitte Februar. In den letzten sechs Partien kassierten die Osnabrücker stets ein Tor oder mehr.

Und wie geht es nun aus? Der VfL kassiert wieder ein Gegentor, trifft aber endlich mal wieder – und das gleich zweimal 2:1.


Mittwoch, 28. März, 19 Uhr (27. Spieltag): Rot-Weiß Erfurt - VfL Osnabrück – So könnten Sie spielen

Rot-Weiß Erfurt: 1 Klewin – 7 Bergmann, 30 Kaffenberger, 21 Möckel, 33 Kraulich – 8 Vocaj, 10 Brückner – 19 Biankadi, 11 Crnkic – 9 Uzan, 10 Huth

VfL Osnabrück: 21 Gersbeck – 4 Appiah, 17 Susac, 37 Sama – 7 Renneke, 10 Groß, 13 Danneberg, 16 Wachs – 20 Heider, 11 Alvarez, 25 Iyoha.

Reserve: 1 Paterok (TW), 2 Ruschmeier, 7 Renneke, 8 Sen, 15 Reimerink, 19 St. Tigges, 27 Falkenberg.

Es fehlen: Engel (Gelbsperre), Dercho (Reha/OP am Sprunggelenk), Savran (Innenbandriss, Knorpelschaden), Krasniqi (U-21-Einsatz) Ruschmeier (Sprunggelenk), Kristo (Erkältung), Leon Tigges, Zorba, Möller (nicht im Kader).

Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang). Es ist erst die zweite Drittliga-Partie des 25-Jährigen aus Bayern.

Zuschauer: Rund 3000 – davon etwa 70 aus Osnabrück.

Live-Ticker: www.noz.de. – Live-Radio: www.info-

mantis.de/vflradio. – Livestream: telekomsport.de (für Abo-Kunden).

Die nächsten Spiele: am Samstag (31. März, 14 Uhr) gegen Hansa Rostock.