Kooperation mit der Heilpädagogischen Hilfe VfL Osnabrück will Menschen mit Behinderung in Arbeitswelt integrieren

Von Yannick Richter

Stellten ihr Projekt vor: VfL-Vizepräsident Freddy Fenkes (links) und Michael Kempf, Prokurist Arbeit der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück. Foto: Swaantje HehmannStellten ihr Projekt vor: VfL-Vizepräsident Freddy Fenkes (links) und Michael Kempf, Prokurist Arbeit der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. „Win-win-Situation“ war das Wort, das am Dienstagvormittag im Stadtgalerie-Café, besonders häufig gefallen ist. Es soll die neue Kooperation beschreiben, die der VfL Osnabrück und die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück (HHO) eingehen. Mit dem Projekt „100 wertvolle Mitarbeitende für Ihre Unternehmen“ wollen sie gemeinsam Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt integrieren.

„Wir wollen Menschen mit Handicaps da hinbringen, wo die Arbeit schon ist“, sagt Michael Kempf, Prokurist Arbeit der HHO. Lena Degenhardt, Projektkoordinatorin der HHO, konkretisiert das Ziel der neuen Zusammenarbeit: „100 Menschen mit Behinderung sollen auf ausgelagerte Arbeitsplätze vermittelt werden.“ Der VfL Osnabrück sei dabei eine Art „Türöffner“, denn: „Der VfL ermöglicht uns, Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen“, so Degenhardt. Schließlich gehe es darum, Arbeitgeber zu gewinnen, die Menschen mit Behinderung mit einer Beschäftigung in ihrem Unternehmen den Eintritt in den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen.

Profitabel für beide Seiten

VfL-Marketingleiter Ralf Sieler sieht für seinen Arbeitgeber ebenfalls Vorteile: „Natürlich ist das Projekt auch eine imagefördernde Maßnahme.“ Er hoffe, dass die Kooperation zu „beiderseitigem Nutzen“ führe. Für Freddy Fenkes, VfL-Vizepräsident, ist das Projekt eine „Herzensangelegenheit“. Er sieht seinen Verein in der Pflicht. „Menschen mit Behinderung werden in Deutschland viel zu schlecht behandelt.“ In anderen Ländern habe die Bevölkerung ein ganz anderes Verhältnis zu ihnen. „Wir wollen Berührungsängste abbauen“, nennt Fenkes ein weiteres Ziel der Zusammenarbeit.

HHO übernimmt Lohnzahlungen weiter

Was die Begrifflichkeit „ausgelagerte Arbeitsplätze“ exakt bedeutet, erklärte Veronika Kröhle, HHO-Integrationsbegleiterin Arbeit inklusiv. Demnach fungiert die HHO weiterhin als Arbeitgeber der Menschen, kommt also auch für die Lohnzahlung auf. Gearbeitet wird jedoch in den jeweiligen Unternehmen, beginnend mit einem Praktikum. Mitarbeiter der HHO begleiten das Projekt, indem sie Planung und Durchführung koordinieren. „Und es werden keine anderen Arbeitsplätze dadurch ersetzt“, betont Kempf.

Um die Aufmerksamkeit auf das Projekt zu lenken, planen HHO und der VfL in Zukunft weitere Veranstaltungen zusammen. Angedacht ist beispielsweise ein Inklusionstag an der Bremer Brücke. Ebenso soll beim nächsten Sponsorentag des VfL die Kooperation weiter beworben werben.

Vfl-Vizepräsident spricht Einladung aus

Dass auch die Lila-Weißen sich Gedanken machen, wie sie Menschen mit Behinderung in ihrem Verein einbinden können, verdeutlichte Fenkes. Beim Blick auf die Projekt begleitende Broschüre erkannte er einen jungen Mann wieder. Er sei ihm bei einer Führung durch das VfL-Museum in Erinnerung geblieben, sagt Fenkes: „Er wusste schon alles.“ Aus diesem Grund hat Fenkes ihn jetzt dazu eingeladen, bald eine Museumsführung gemeinsam mit ihm zu übernehmen.