„Froh, dass es vorbei ist…“ Paderborn-Geschäftsführer Krösche über Zukunftsvorsorge und Vertrauen

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Die Chemie stimmt: Markus Krösche (rechts) und SCP-Präsident Wilfried Finke. Foto: imago/pmkDie Chemie stimmt: Markus Krösche (rechts) und SCP-Präsident Wilfried Finke. Foto: imago/pmk

Osnabrück. Geschäftsführer Sport, Rekordspieler – und seit wenigen Tagen auch Fußballlehrer: Markus Krösche gehört mittlerweile zum Inventar des SC Paderborn. Und der 37-Jährige will in Ostwestfalen noch einiges bewegen…

Herr Krösche, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Fußballlehrer-Ausbildung.

Vielen Dank.

Zum diesjährigen Festakt sind alle Prüflinge mit einer roten Fliege gekommen. Warum eigentlich?

Wir sind während des gesamten Lehrgangs auch immer in einheitlicher Kleidung aufgetreten, dementsprechend sollte das auch beim Festakt so sein. Wir wollten damit auch zeigen, dass wir ein sehr gut harmonierender Haufen waren. Das hat richtig Spaß gemacht.

Aber auch reichlich Arbeit verursacht, oder?

Oh ja. Der Lehrgang war schon sehr zeitintensiv, der Job als Geschäftsführer beim SC lief ja schließlich auch weiter. Insofern bin ich froh, dass es jetzt vorbei ist.

Würden Sie Ihre Doppelbelastung während der Lehrgangszeit ähnlich hart einschätzen wie die von Christian Neidhart, der „nebenbei“ noch den SV Meppen in der 3. Liga zu coachen hatte?

Schwer zu sagen, wir haben ja unterschiedliche Aufgabenbereiche. Ich hatte allerdings schon den Vorteil, dass ich nicht direkt mit der Mannschaft arbeiten musste. Trotzdem: Es war eine ganz schöne Herausforderung für mich. Immerhin haben wir im vergangenen Jahr massiv den Kader verändert und sportlich neue Strukturen geschaffen.

Haben Sie sich denn während des Lehrgangs mit Ihrem Cheftrainer und Fußballlehrer Steffen Baumgart über Lehrgangsinhalte ausgetauscht?

Ja klar. Das war mir bei einzelnen Themen sehr wichtig, zumal wir sowieso immer im engen Austausch sind.

Jetzt sind Sie Fußballlehrer. In Ihrer aktiven Zeit als Fußballprofi haben Sie nebenbei auch ein BWL-Studium abgeschlossen. Sie haben sich immer schon Gedanken über Ihre Zukunft gemacht.

So ist es. Das ist mir wichtig. Der Fußballlehrer ist jetzt noch einmal ein weiteres Puzzleteil für meine berufliche Zukunft.

Gerade die Zukunft haben viele Fußballprofis nicht im Fokus, oder?

Genaue Zahlen dazu habe ich jetzt nicht. Ich denke aber schon, dass immer mehr Profis für dieses Thema sensibilisiert werden. Hier bei uns im Club unterstützen wir jeden, der etwas für die Zeit danach machen möchte. Da kann ich mit meiner Erfahrung auch nur appellieren, sich entsprechende Standbeine aufzubauen. Wer meint, dass jeder Profi aus der 2. Bundesliga oder 3. Liga nach der aktiven Karriere finanziell ausgesorgt hat, befindet sich auf dem Holzweg.

Zurück zum Fußballlehrer Krösche. Muss Steffen Baumgart jetzt davon ausgehen, dass Sie sich noch mehr in den sportlichen Bereich einmischen?

Nee, nee. Ich habe mich vorher schon nicht eingemischt – und das werde ich jetzt auch nicht tun. Bei uns sind die Aufgaben klar verteilt. Steffen Baumgart ist der Trainer und entscheidet.

Ihr Präsident Wilfried Finke hat in einem Interview gesagt, dass Sie der Schlüssel des momentanen Erfolgs in Paderborn seien.

Hat er das? Ich bin nur ein kleiner Teil des Erfolgs. Wenn man erfolgreich ist, hat das immer mehrere Gründe.

Die Chemie zwischen Ihnen und dem Präsidenten scheint aber zu stimmen.

Wir kennen uns auch schon sehr lange. Er vertraut mir, und wir haben ein sehr enges Verhältnis. Wir sprechen über sehr viele Dinge.

Sodass Sie auch Ihre weitere Zukunft in Paderborn sehen? Wie lautet Ihr Masterplan?

Ich habe einen Fünfjahresvertrag, ich fühle mich total wohl. Jetzt wollen wir erst mal sehen, dass wir den Aufstieg in die 2. Bundesliga realisieren.

Ist der SC Paderborn in dieser Saison eigentlich zum Aufstieg in die 2. Bundesliga verdammt?

So drastisch sehe ich das nicht. Da gibt es Teams, die mehr Druck haben als wir.

Wäre es ein großer Beinbruch, wenn am Ende nicht der Aufstieg gelingt?

Damit beschäftigen wir uns nicht. Aber gehen Sie davon aus, dass ein weiteres Jahr 3. Liga kein Beinbruch wäre. Wir wollen mittelfristig wieder in die 2. Bundesliga aufsteigen. Nur ein dauerhafter Verbleib in der 3. Liga würde finanzielle Probleme bereiten – was übrigens auch für viele andere Clubs gilt. Am besten, wir verteidigen in den nächsten Wochen unsere Spitzenposition.


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